WhoMadeWho - WhoMadeWho

WhoMadeWho- WhoMadeWho

Gomma / Groove Attack
VÖ: 12.09.2005

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Tod auf der Tanzfläche

Nein, hier gibt's keine Einsteigerwitzchen über die dänische Herkunft von WhoMadeWho, auch wenn es noch so in den Fingern juckt. Vielmehr soll, ganz seriös und professionell, das selbstbetitelte Debütalbum der drei Kopenhagener im Mittelpunkt stehen. Fakten, Fakten, Fakten! Daß Gitarrist Jeppe Kjellberg aus der Jazzecke kommt und sich Drummer Tomas Barford als House-DJ einen Namen machte, scheint ihren Electroclash hinreichend zu erklären. Sänger und Bassist Tomas Hoffding ist der Dritte im Bunde und begleitet mit hoher Kopfstimme à la Scissor Sisters den Großteil der 15 Songs.

Die Verbindung von Disco und Rock ist so neu ja nicht, und auch wenn sich WhoMadeWho glücklicherweise nicht allein auf diese beiden Schubladen beschränken, der Ballroom-Blitz springt einfach nicht über. Die Kollegen von Tiger Tunes wagten da etwas mehr, selbst wenn zuviel Distanz und Ironie manchmal daneben gehen. Und wenn wir schon beim Namedropping sind: Bands wie The Rapture, LCD Soundsystem oder Fischerspooner stehen den drei Dänen musikalisch nahe, allerdings mit deutlichen Qualitätsunterschieden. Songs wie die Single "Space for rent" sind mit ihren Anspielungen auf New Wave und Country zwar gut konsumierbar, zum Knaller für den Dancefloor reicht es jedoch nicht.

Ihren Bandnamen haben WhoMadeWho übrigens von einem AC/DC-Album aus dem Jahr 1986, musikalisch ist dieses Vorbild jedoch kaum nachzuvollziehen. Ganz anders beim Bonustrack "Satisfaction", einer Coverversion ausnahmsweise mal nicht von den Stones sondern vom italienischen DJ Benny Benassi, die den üblichen Prozeß umdreht: Aus der mittelmäßigen Techno-Variante wird ein mittelmäßiger Rocksong. Nur selten schwingen sich die Dänen zu musikalischen Höhen auf, "Hello, empty room" ist ein solche Ausnahme. Die okayen Instrumentals reißen das Ruder aber auch nicht rum, und so kommt statt Herzkasper nur Langeweile auf die Tanzfläche. Wer wen zu was gemacht hat, ist deswegen reichlich egal.

(Steffen Krautzig)

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Highlights

  • Hello, empty room

Tracklist

  1. Rose
  2. Space for rent
  3. Johnny Lucky
  4. Hello, empty room
  5. Got to be there
  6. Out the door
  7. Cigar
  8. Small wonders
  9. Monkeys
  10. The loop
  11. Shake your boat
  12. I love
  13. Happy girl
  14. Manuelle Mittelwelle
  15. Satisfaction

Gesamtspielzeit: 60:15 min.

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