Children Of Bodom - Are you dead yet?

Children Of Bodom- Are you dead yet?

Spinefarm / Universal
VÖ: 19.09.2005

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Kinder an die Macht

Über Finnen wird ja das Vorurteil kolportiert, sie seien ein wenig verschroben. Bei den Musikern aus dem Land der 1000 Seen trifft dieses Vorurteil wohl zu. Sieht man mal von den 2.574 HIM- oder Nightwish-Kopien einmal ab, gibt es in Suomi nämlich jede Menge höchst kreative Spinner. Waltari oder Finntroll zum Beispiel. Truppen, die Crossover wörtlich nehmen, indem sie auf den ersten Blick unvereinbare Stile miteinander zu einem höchst unterhaltsamen Gemisch formen. Nun, die Klammer zwischen Pop und beinhartem Thrash, die Children Of Bodom ziehen, ist im Vergleich dazu eher klein. Doch in den kritischen Augen der Stilpolizei werden Abweichungen von Der Wahren Lehre mit Mißachtung bestraft. Doch diese Kinder haben Erfolg. Großen Erfolg sogar. Wie geht das denn?

Nun, einfach mit jeder Menge Energie. Lustig piepst das Keyboard im Intro, dezent pluckert ein Baß. Nur die bedrohlich zischenden Becken künden vom kommenden Verlust der Kontrolle. Und wenn die Gitarren der Herren Alexi Laiho (auch Gesang) und Roope Latvala losbrettern, gibt es keinen Rock-Tanzschuppen mehr mit freiem Platz auf der Tanzfläche. Mitgröl- und tanzbare Melodien, dazu kernige Schlagmirindiefresse-Riffs und darüber Laihos Gekreische: Das ist Thrash Metal für die Spaßgeneration. Waltari auf 'nem bizarren Cocktail aus Speed und Steroiden sozusagen.

Hier wird nicht lange diskutiert, hier wird aufs Gas getreten. "GOOOOOO!" kreischt Laiho zu Anfang von "In your face". Gerne doch. Pop-Melodien bei knapp 200 bpm im Donner der Doublebass zerren die Mundwinkel nach oben, und die Nackenmuskeln kreischen in der gleichen Tonlage um Hilfe. "In your face" geht direkt in selbiges, und trotz des erbarmungslosen Härtegrades ist die Single allen Ernstes in Finnland von Null auf Eins geschossen. Mag aber auch an dem leider nicht auf dem Album vertretenen, an jeglicher Zurechnungsfähigkeit zweifeln lassenden "Oops, I did it again" (ja, genau dieses!) liegen, wer weiß.

Die hyperaktiven Kinder lassen wahrlich keinen Stein auf dem anderen. Zarter besaitete Gemüter zerren die Scheibe nach etwa 20 Sekunden aus dem Player, der Rest hüpft matteschüttelnd durch die Bude. Wäre nicht das ein oder andere Déjà-vû beim Hören, müßte man über die knappe Spielzeit von knapp 38 Minuten erbost sein. So haben es Children Of Bodom allerdings geschafft, auf kurzer Distanz maximale Energie, Spielfreude und Spaß zu erzeugen.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Living dead beat
  • In your face

Tracklist

  1. Living dead beat
  2. Are you dead yet?
  3. If you want peace... prepare for war
  4. Punch me I bleed
  5. In your face
  6. Next in line
  7. Bastards of Bodom
  8. Trashed, lost & strungout
  9. We're not gonna fall

Gesamtspielzeit: 37:39 min.

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