Air - The virgin suicides (Soundtrack)

Air- The virgin suicides (Soundtrack)

Virgin
VÖ: 28.02.2000

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Ätherischer Edelkitsch

Die Spezialisten für melancholischen Kitsch aus den Untiefen der französichen Provinz sind wieder da. Zwei Jahre ist es her, daß Air mit "Moon safari" ihr überragendes Debüt ablieferten. Mit Hits vom Schlage "Sexy boy", "Kelly watch the stars" und vor allem dem hypnotischen "All I need" eroberten sie nicht nur deutsche Charts und Herzen. Auch die eher farblose Zusammenstellung "Les premiers symptomes", mit der Air einige ältere Experimente unter das Volk streuten, konnte die Vorfreude auf neues Material nicht trüben.

In Form von "The virgin suicides" kommt nun das neue Album daher, das zugleich die komplette musikalische Untermalung für die Verfilmung des Bestsellerromans von Jefferey Eugenides darstellt. Viel geändert hat sich nicht - wer bereits die Vorabsingle "Playground love" kennt, weiß, daß Air ihr begnadetes Gefühl für eingängige, wunderschöne Melodien nicht verloren haben. Wenngleich bei "The virgin suicides" im Vergleich zum eher sphärischen "Moon safari" wieder eher klassische Instrumente im Vordergrund stehen und der Anteil an Synthesizern deutlich zurückgeschraubt wurde, so blieb doch die Grundstimmung erhalten. Bereits beim ersten Durchlauf möchte man sich entspannt zurücklehnen und den weichen Klängen des Albums lauschen. Air bauen eine Stimmung auf, wie es sonst nur ganz wenige Bands erzeugen in der Lage sind. Jeder Song geht sofort angenehm ins Ohr und nistet sich dort ohne dabei als aufdringlich oder nervig aufzufallen ein.

Leider hat das Album auch merkliche Schwächen: Zum einen handelt es sich mit Ausnahme von "Playground love" und zwei eingestreuten Spoken-Word-Vorträgen um einen rein instrumentalen Soundtrack - manchmal vermißt man die vertraute weiche Stimme. Zum anderen wird das bereits in "Playground love" enthaltene Grundmotiv sehr häufig wiederholt. Die Songs sind in ihrer Larmoyanz sehr gleichförmig aufgebaut und variieren weder in Tempo noch Instrumentalisierung.

Aufgrund der fehlenden Abwechslung gelingt es Air leider nicht ganz, die euphorisierende Wirkung des Vorgängers zu wiederholen. "Moon safari" bleibt unerreicht, aber ich behalte die Hoffnung, daß diese Band ihr zweifellos vorhandenes, riesiges Potential beim nächsten regulären Album stärker nutzt. Den Vorwurf der "Fahrstuhlmusik" möchte ich persönlich den Franzosen zwar noch nicht machen, aber die Band sollte beim nächsten Album wieder auf eine größere Vielfalt achten, um nicht tatsächlich eines Tages im Paternoster zu enden.

(Thorsten Thiel)

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Highlights

  • Playground love

Tracklist

  1. Playground love
  2. Clouds up
  3. Bathroom girl
  4. Cemetry party
  5. Dark messages
  6. The word "hurricane"
  7. Dirty trip
  8. Highschool lover
  9. Afternoon sister
  10. Ghost song
  11. Empty house
  12. Dead bodies
  13. Suicides underground

Gesamtspielzeit: 37:47 min.

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