The Subways - Young for eternity

The Subways- Young for eternity

City Pavement / Infectious / Warner
VÖ: 19.09.2005

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Verschwende Deine Jugend

Manchmal muß es einfach sein: Eine Armada Weißtdunochs segelt in den Nostalgiehafen, und man beginnt, hingebungsvoll Erinnerungen zu datieren. Sommer 1996. Ein Trio namens Ash, alle Bandmitglieder damals gerade volljährig, veröffentlicht sein tolles Debütalbum "1977" bei Infectious Records. Es klingt, als hätte man der englischen End-70s-Musikszene eine ordentliche Portion Anti-Aging-Pillen verabreicht. Die Single "Oh yeah" wird eine der Hymnen des Sommers. Kurze Zeit später kommt Bassistin Charlotte zu Ash. Und an dieser Stelle ist die Statik der Brücke zu den Subways perfekt: Die Bassistin des Trios aus der nördlich von London gelegenen Gartenstadt Welwyn heißt ebenfalls Charlotte. Sie ist gerade 19, und auch Billy (Gesang, Gitarre) und Josh (Drums) - übrigens Brüder - haben die Volljährigkeit noch nicht lange erreicht. Dafür sind sie bereits im Besitz einen Plattenvertrages bei Infectious Records. Ihr Erstling "Young for eternity" setzt mal eben die Zeitrechnung außer Kraft und die Singleauskopplung "Oh yeah" ist auf der Insel eine der Hymnen des Sommers 2005.

Wenn im Vereinten Königreich die Vermutung aufkommt, mal wieder einen jungen Rohdiamanten entdeckt zu haben, dessen Bestandteile nicht nur passabel Instrumente spielen, sondern auch noch Songs schreiben können, klingelt automatisch in Liverpool ein Telefon. Genauer gesagt bei Produzent und Ex-Lightning-Seed Ian Broudie, der auch schon The Coral und The Zutons den richtigen Sound auf den Rotzbengel-Leib geschneidert hat. Und, man ahnt es schon: Auch bei den Subways geht diese Rechnung auf. "Another day is here and I am still alive", konstatiert Billy Lunn gleich zu Anfang in Begleitung einer lässigen Gitarre und setzt nach - als destilliere dieser Satz den Sinn seines Lebens: "I want to hear what you have got to say." Noch bevor man es sich lauschend im Ohrensessel gemütlich machen kann, wird Anlauf genommen. "Say" mutiert unter sympathisch-schnippischen Power-Pop-Allüren zu "Say-hey-hey", und dann geht's los - man ist ja schließlich in der Garage, um zu rocken.

Die Gitarren von "Holiday", deren Klang mindestens die Dicke eines Edding-Filzstiftes besitzen, verraten, daß die Subways in ihrer Anfangsphase am liebsten Nirvana-Songs nachgespielt haben. Für die "Rock'n'roll queen" wird gallagheresk ein Ständchen genölt. Fällt in die Kategorie "netter, aber zur Bandidentifizierung ungeeigneter Klassiker". Und das ist auch schon das Problem: Die Subways haben ein tolles Debüt aufgenommen. Eingängige Songs, einige Hymnen gar. Sie sind höchst sympathisch, und man lächelt sogar beglückt, wenn Billy Lunns Stimme sich kurzzeitig in die Stammtischintonation verirrt. Es ist schon alles gut, aber es wäre noch viel, viel besser, wenn die Subways wenigstens ein bißchen unverwechselbar wären. Wenn sie nicht so sehr auf den Charme ihrer Jugend setzen würden und statt dessen auch mal einen überraschenden Akkord anschlagen würden.

"Mary" ist eines dieser Lieder, von denen man sich morgens sehr effizient auf Trab bringen lassen kann, der Titeltrack könnte die zweiminütige Vertonung einer alkoholbegünstigten Hormon-Explosion sein. Damit auch keines der Instrumente das Gefühl hat, zu kurz zu kommen. Unerwartet sanft und radioheadcoldplayhymnisch strahlen die "Lines of light". Nur leider ist nach guten zwei Minuten - man ist gerade auf den Mittelteil gespannt - der Song schon fertig. Auch dies ein Manko der Subways: Viele gute Ideen sind vorhanden, werden aber bedauerlicherweise nicht fertiggedacht. Es wäre nicht fair, diese Tatsache der juvenilen Unbekümmertheit in die Schuhe zu schieben. "Oh yeah" ist das klare Filetstück der Platte. Billy und seine Verlobte Charlotte im herzhaft rotzigen Duett und so viel Energie wie eine ganze Jungbullenherde. Ein nettes Album enthält auch immer eine gute Ballade - und die heißt in diesem Fall "She sun". Nicht weltbewegend zwar, aber immerhin bewegend. Der Billy kann nämlich auch richtig zart und zuckersüß singen. Da könnte man glatt schon wieder nostalgisch werden.

(Ina Simone Mautz)

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Highlights

  • Mary
  • Oh yeah
  • She sun

Tracklist

  1. I want to hear what you have got to say
  2. Holiday
  3. Rock & roll queen
  4. Mary
  5. Young for eternity
  6. Lines of light
  7. Oh yeah
  8. City pavement
  9. No goodbyes
  10. With you
  11. She sun
  12. Somewhere

Gesamtspielzeit: 35:56 min.

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User Beitrag

Pascal

Postings: 528

Registriert seit 13.02.2013

2019-12-03 19:01:44 Uhr - Newsbeitrag

THE SUBWAYS

Reissues von "Young For Eternity" & "All Or Nothing"

Tourdaten



2020 wird es 15 Jahre her sein, dass THE SUBWAYS ihren Erstling "Young For Eternity" veröffentlichten. Passend zum Jubiläum kündigen die Briten für den 27. März 2020 ein Reissues des Erfolgsalbums über BMG an. Darunter u.a. die ikonische Single "Rock & Roll Queen" (Video). Darüber hinaus wird auch das Zweitwerk "All Or Nothing" (2008), das von Produzenten-Legende Butch Vig betreut wurde, neu aufgelegt.

Beide Alben werden als farbige, limitierte 12" veröffentlicht und enthalten neben einem signierten Poster auch bisher unveröffentlichtes Studiomaterial. Neben der Vinyl-Variante erscheinen die Alben auch auf Double Extended CDs, die jeweils Bonus-Tracks, zahlreiche B-Seiten, Live-Tracks und weitere Besonderheiten beinhalten.

THE SUBWAYS blicken auf eine ereignisreiche Karriere zurück. Das Trio absolvierte zahlreiche Festivalauftritte, erreichte die TOP 20 der Charts und teilte bereits die Bühnen mit Acts wie OASIS, FOO FIGHTERS und ACDC.

Ab April 2020 kehrt die Band zudem auf das europäische Festland zurück. Darunter diverse Shows mit MADSEN. Der Vorverkauf startet diesen Freitag:

24.04.2020: Wiesbaden, Schlachthof (w/ Madsen)
25.04.2020: München, Tonhalle (w/ Madsen)
26.04.2020: Karlsruhe, Substage
27.04.2020: Saarbrücken, Garage
29.04.2020: Bochum, Matrix
30.04.2020: Lingen, Alter Schlachthof
01.05.2020: Köln, Palladium (w/ Madsen)
02.05.2020: Würzburg, Posthalle (w/ Madsen)
04.05.2020: Braunschweig, Westand
05.05.2020: Bremen, Schlachthof
06.05.2020: Leipzig, Conne Island
08.05.2020: Graz (AT), Kasematten (w/ Madsen)
09.05.2020: Wien (AT), Arena Open Air (w/ Madsen)
22.05.2020: Jena, F-Haus
23.05.2020: Kronach, Die Festung Rockt Festival
Middleclassmanoncds
2006-09-18 17:18:15 Uhr
Nicht so toll, das Album... (6/10)
(Chili Schote)
2006-08-11 13:06:58 Uhr
My heart is blue, my heart is blue for you...
konzertin
2006-08-11 12:42:56 Uhr
In Duisburg sind Leo Can Dive Vorband! Nur mal eben schnell angemerkt
Armin
2006-08-11 12:39:52 Uhr
THE SUBWAYS - Oh Yeah
CDM, VÖ 22.09.2006
Bombiges Debüt-Album, Riesen-Live-Erfolge in Europa und den USA und eine Rolle in der Kultserie O.C. California - die SUBWAYS haben die Londoner Vorstädte hinter sich gelassen und sind drauf und dran, mit ihrem rotzfrechen Garagensound die Welt zu erobern. Vor kurzem gab es das Re-Issue des Debüts Young For Eternity als Special Edition, die in einer "Enhanced Section" zusätzlich zum "normalen" Album 4 Videos und eine 25minütige Dokumentation über THE SUBWAYS enthält.
Und weil jede Neuigkeit von den SUBWAYS-Fans sofort verschlungen wird, kam das Album nach einem Jahr zurück in die Top-100 der deutschen Charts!

Im September werden Billy, Charlotte und Josh wieder in Deutschland unterwegs sein und einen Live-Wirbelwind loslassen, der so manchen Hausmeister ins Schwitzen bringen wird, denn wenn THE SUBWAYS auf die Bühne gehen, ist Bewegung in jede Richtung alles.
Zur Einstimmung gibt es den Song Oh Yeah, der in UK bereits vor Monaten in die Top-20 ging und über den Noel Gallagher angeblich gesagt haben soll, er hätte den Sound einer neuen Generation. Wohl deshalb gehörten THE SUBWAYS zu den Bands, die Oasis in Manchester supporten durften.

THE SUBWAYS live in D:
20.09. Hamburg - Docks (Sally* Sounds mit Billy Talent)
21.09. Köln - E Werk (Sally* Sounds mit Billy Talent)
22.09. Berlin - Columbiahalle (Sally* Sounds mit Billy Talent)
23.09. Duisburg - Pulp
25.09. Karlsruhe - Substage
26.09. Osnabrück - Rosenhof


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