Jem - Finally woken
ATO / Sony BMG
VÖ: 12.09.2005
Unsere Bewertung: 6/10
Eure Ø-Bewertung: 6/10
Die Schöne und der Beat
Es war einmal eine ebenso junge wie hübsche Waliserin, die nach Brighton auszog, um dort in einer DJ-Agentur als Promoterin zu arbeiten. Schon seit ihrem dreizehnten Lebensjahr war sie sich sicher gewesen: Das Musikbusiness würde ihre Welt sein. 1999 kündigte Jem plötzlich ihren Agentur-Job, um wieder hinter die sieben Berge zu verschwinden. Zurück in Wales begann sie, sich ein kleines Studio einzurichten und an eigenen Stücken zu basteln. Bald lockte London, wo sie mit anderen Songwritern und Produzenten kollaborierte. In dieser Zeit entstand gemeinsam mit Producer Guy Sigsworth (Björk) das Lied "Nothing fails" - das schließlich auf Madonnas "American life"-Album landete.
Bei Jem lief wahrlich nichts schief: Sie zog nach New York, lebte mit HipHop-Produzenten hemmungslos ihre Leidenschaft für Beats und Bässe aus, und eines Tages spielte der große amerikanische Radiosender KCRW ihren Song "Finally woken" - ganz ohne daß sie zu diesem Zeitpunkt einen Plattenvertrag hatte. Dieser Zustand änderte sich natürlich sofort. Die erste Singleauskopplung "They" lief in "O.C., California" rauf und runter, und in ihrer Heimat Großbritannien hat Jems Debüt bereits Goldstatus erreicht. Wie im Märchen.
Das Jem-Prinzip ist einfach: Man nehme wohl geformte, dancefloortaugliche Beats und ein paar nette Samples, füge stilistisch theatralische Streicher oder einen übermotivierten Sitarspieler - Hauptsache exotisch! - hinzu, leicht durchgeknallte Backing Vocals und sympathisch relaxten Leadgesang. Außerdem halte man die Lyrics schön simpel. Ein paar Überraschungen muß es natürlich auch geben: Gleich im Opener borgt sich Jem eine Passage aus einem Bach-Präludium, und ein paar HipHop-Kids sind auch mit von der Partie. Full house also. Man denkt: Die Sugababes sind aber gut geworden! Oder: Ach, haben De-Phazz 'ne neue Platte? Und bemerkt gar nicht, daß schon der zweite Song läuft. Liegt vielleicht an einer gewissen Ähnlichkeit zum ersten. Möglicherweise liegt es aber auch daran, daß man sich fragt, woher diese unglaublich fette E-Gitarre kommt. Und: Singt P!nk jetzt so niedlich?
Der Titelsong "Finally woken" ist dermaßen nett entspannt, wie das Air seit "All I need" nicht mehr hinbekommen haben - nur schade, daß der größte Reiz des Stückes einem Sample zu verdanken ist. Fertiggerichte schmackhaft miteinander kombinieren kann das Frollein Jem wirklich gut. Allerdings verstört "Save me" mit flachem Reggae-Sound und einer Art Stöhn-Staccato im Refrain. "Missing you" entpuppt sich als Dido-Durchschnittsballade, dafür gefällt "Wish I" im Cha-Cha-Cha-Rhythmus wieder ganz ausgezeichnet. "Falling for you" schlägt düstere Töne an, "Stay now" offeriert Eiswürfel-im-Glas-Beats und sanfte Akustikgitarre, während die wunderbare Ballade "Flying high" das Prager FILMharmonic Orchestra auf die Bühne bittet. Also alles in allem doch noch ein Happy End. Wie im Märchen eben.
Highlights
- They
- Finally woken
- Wish I
- Flying high
Tracklist
- They
- Come on closer
- Finally woken
- Save me
- 24
- Missing you
- Wish I
- Just a ride
- Falling for you
- Stay now
- Flying high
Gesamtspielzeit: 41:57 min.
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Referenzen
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