Diamond Nights - Popsicle

Diamond Nights- Popsicle

Kemado / Rough Trade
VÖ: 05.09.2005

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Klingt nicht, gibt's nicht

Es gibt sie zuhauf: Bands, die glauben, daß man nur schamlos genug bei bei den ganz Großen, ganz Alten und am besten ganz Toten klauen muß, um ein tolles Album zu fabrizieren. Hier ein Zeppelin-Riff, da ein T. Rex-Solo, dazu den tollen Westcoast-Sound, einmal durchmischen, und fertig ist der Retrohit. Jetzt muß sich die Plattenfirma noch drum kümmern, daß keiner von den bestohlenen Überlebenden die Tantiemen einsackt, und schon ist man im Oldschool-Rockhimmel. Oberflächlich betrachtet folgen auch die Diamond Nights diesem billigen Rezept, um sich in einem etwas abgestandenen Ruhm zu suhlen.

Allerdings will sich das aufmerksame Ohr bei "Popsicle" partout nicht langweilen. Zwar liegen die Quellen, aus denen hier mit vollen Händen die Songideen geschöpft werden, allzu offensichtlich vor dem Zuhörer ausgebreitet, aber trotzdem zucken die Mundwinkel immer wieder grinsend nach oben, anstatt sich gähnend in die andere Richtung zu bewegen. Man wird den Verdacht nicht los, daß neben Papas Schallplattensammlung auch frühabendliches Fernsehschaukochen zur Inspiration beigetragen hat. Die jungen Wilden der Gasfeuerstelle zeigen, daß man nicht nur aus besten Trüffeln und marktfrischen Zutaten, sondern auch aus Dosentomaten und Tütensuppe Schmackhaftes zaubern kann, wenn man nur mit der richtigen Einstellung und etwas Phantasie zu Werke geht.

Diamond Nights schreiten mit viel Eigensinn für spannende Kombination in eine reichlich gefüllte Vorratskammer. Heraus kommen sie mit Zutaten, deren Verfallsdatum meist irgendwo in den Späten Siebzigern lag. Glamrock, englischer Blues, früher Heavy Metal bilden die Basis. Spannend sind vorallem die kleinen Portionen Gewürze, die zumindest oft nur etwa zwanzig Jahre auf dem Buckel haben. New Wave-artiges Gitarren-Stakkato, leicht monotone, textfreie Refrains im Stil der Talking Heads und überschäumender Popappeal der Marke B-52's, dazu dann aber wieder echte Antiquitäten wie ein Bee-Gees-Falsett.

Daß all das zusammen nicht automatisch eine Leckerei ergibt, leuchtet sofort ein. Dreistes Aneignen reicht bei angestaubten musikalischen Schätzen eben nicht aus. Man muß schon so gewitzt wie die Diamond Nights sein, damit das Zusammengeraffte wieder hübsch funkelt und in der neuen Zusammensetzung auch dem bedarften Zuhörer zu gefallen weiß. Wenn man schon keine neuen Aromen zu bieten hat, muß man das bekannte eben geschmackvoll kombinieren. Eingelegte Gurken sind salzig-sauer. "Popsicle" ist süß-scharf.

(Rüdiger Hofmann)

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Highlights

  • Drip drip
  • The girl's attractive
  • Dirty thief

Tracklist

  1. Destination diamonds
  2. Saturday fantastic
  3. Drip drip
  4. It's a shocka
  5. Red hex
  6. The girl's attractive
  7. City of love
  8. Snakey Ruth
  9. Dirty thief
  10. Needle in the rice
  11. A kiss to tell
  12. Ordinary life

Gesamtspielzeit: 38:15 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
doc snyder
2007-06-22 22:16:08 Uhr
warum will zu diesem album keiner was schreiben?? wahrscheinlich hat es niemand, denn sonst würde sicherlich viel über dieses album diskutiert werden!

she looks good, the girl´s attractive!
hons
2007-04-08 11:17:51 Uhr
hab mir das album vor kurzem gekauft - ich find es sehr amüsant! the girl´s attractive ist momentan mein absoluter lieblingssong.
Alex
2007-03-11 21:24:59 Uhr
Also ich hab sie auch als Vorband von Mando gesehen und fand, dass die um einiges besser waren als Mando! Vllt lags auch da dran, dass ich zu dem Zeitpunkt die Schweden schon zum kotzen langweilig fand.... naja! Diamond Nights haben gerockt nur irgendwie hat das Publikum gar nicht mitgemacht. Fand ich richtig, richtig schade! Die habens echt mehr verdient als diese schwedische Mädchenband.
nagelmann
2006-04-10 16:42:50 Uhr
she looks good,
the girl's attractive
Susu
2006-03-17 08:48:26 Uhr
Naja, ich kenne sie live nicht, sondern nur auf CD. Und da klingen sie eben verdammt cool...
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