Mick Harvey - One man's treasure

Mick Harvey- One man's treasure

Mute / EMI
VÖ: 29.08.2005

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Schattenmann

Eigentlich kennen ihn maximal die aufmerksamen Leser der Booklets von Nick-Cave-Alben. Mick Harvey ist nicht erst seit Blixa Bargelds Ausstieg bei den Bad Seeds Caves Mann für die sechs Saiten. Zwar hat der Australier schon einige Alben in eigener Regie veröffentlich, aber seine Soundtrackklänge und Serge-Gainsbourg-Covers fielen nicht weiter auf. Das soll nun anders werden, denn Harvey wirft sich für "One man's treasure" ordentlich in Schale. Und der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.

Denn auch Harvey kennt die große Geste seines Chefs. Mit dunkler Stimme und beschwörendem Ton schreitet er durch sein selbstempfundenes Solodebüt wie eine Hollywood-Größe die Showtreppe herab. Ohne übertriebenes Glitzern, sondern mit Weisheit und Eleganz. Die zwölf Songs geben ihm allerlei Gelegenheit dazu - seien es Caves "Come into my sleep", das sehnsüchtige "First Str. blues" (Lee Hazlewood) oder die beiden eigenen Schwermütigkeiten "Man without a home" und "Will you surrender?". Keine Hast, nur Leidenschaft und Sentiment.

Ob die oft spürbare Intensität daher rührt, daß Harvey alle Basistracks allein einspielte - nur ein paar Streicher fügen betuliche Sanftheit hinzu -, und sich entsprechend verloren fühlte? Es scheint ihm gelungen. Gelungener mindestens als das zuletzt doch arg gebeutelte Werk seines Arbeitgebers. Doch die Erhabenheit hat auch auf "One man's treasure" ein paar Kratzer. Bei aller Authentizität von Harveys Eigenbrötlerei klingen manche Aufnahmen ein wenig vernachlässigt. Einige Gitarren schnurren steril vor sich hin, und das Klavier klingt bisweilen künstlich. Die tollen Songs und ihre gewählten Arrangements hätten einen besseren Umgang verdient. Doch immer wenn wie im betörenden "Bethelridge" (Robbie Fulks) oder Tim Buckleys dunklem "The river" die Geigen schwelgen und Harveys heisere Stimme erklingt, verstummt die Kritik. Und man freut sich über "One man's treasure" wie über einen Schatz. Auch wenn der Glanz matter scheint, als möglich wäre.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • First St. blues
  • Bethelridge
  • Mother of Earth

Tracklist

  1. First St. blues
  2. Come into my sleep
  3. Louise
  4. Come on spring
  5. Demon alcohol
  6. Man without a home
  7. Planetarium
  8. The river
  9. Hank Williams said it best
  10. Bethelridge
  11. Mother of Earth
  12. Will you surrender?

Gesamtspielzeit: 47:31 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Armin
2005-08-31 13:46:41 Uhr
MICK HARVEY
Der NICK CAVE & THE BAD SEEDS Mitbegründer legt sein erstes richtiges Soloalbum vor!

Ohne Zweifel ist Mick Harvey neben Nick Cave der gefragteste und produktivste Musiker aus dem Umfeld der Bad Seeds. Sein erstes wirkliches Soloalbum "One Man`s Treasure" enthält sowohl eigene Kompositionen als auch Coverversionen von Tim Buckley, Kim Salmon, Jeffrey Lee Pierce und Lee Hazlewood und ist ein herrlich unaufgeregtes Songwriter-Album im allerbesten Sinne geworden, ohne Schnörkel und mit viel Emotionen und Herzblut. Alternative Country, Australian style.

Einziges Deutschland-Konzert: 11.09. Berlin - Kalkscheune
Tickets unter www.trinityconcerts.de, Tel 030-780 99 810

Mehr Infos unter www.mickharvey.com



Futura2000
2005-07-05 16:17:15 Uhr

Mit "One Man`s Treasure" legt der Bad Seeds-Mitbegründer Mick Harveys sein erstes richtiges Soloalbum vor. Harvey ist ohne Zweifel neben Nick Cave der gefragteste und produktivste Musiker aus dem Umfeld der Bad Seeds. Neben den Aufnahmen für u.a. zwei Alben mit Serge Gainsbourg-Coverversionen Mitte der 90er Jahre und zahlreiche Soundtracks (u.a. "Australian Rules/ 2002, Alta Marea & Vaterland/1993, Ghosts…Of The Civil Dead/1988), arbeitete Harvey mit P.J. Harvey und Anita Lane zusammen und nahm alleine mit Crime And The City Solution sechs Alben auf. Harvey erstes Soloalbum "One Man`s Treasure" enthält sowohl eigene Songs als auch Coverversionen (Tim Buckley, Gun Club, Lee Hazelwood) und ist ein herrlich unaufgeregtes Songwriteralbum im allerbesten Sinne geworden, ohne Schnörkel und mit viel Herzblut.

Mit "One Man's Treasure" tritt Harvey ans Mikrofon und beweist sein beeindruckendes Talent als seelenvoller Sänger. Möglicherweise inspiriert durch zwei seiner Lieblingskünstler, Johnny Cash und Nina Simone, und die von ihnen aufgenommenen Coverversionen, nimmt er den Kern des Materials und macht die Lieder zu seinen eigenen. Wie bei seiner Arbeit mit anderen Singer/Songwritern im Laufe der Jahre konzentriert Mick Harvey sich auch auf "One Man's Treasure" darauf, die Songs auf ihrer emotional stärksten Ebene wirken zu lassen. Das Ergebnis ist ein faszinierendes Album, ein eingängiges Werk, das direkt aus dem Herzen kommt.



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