Youth Group - Skeleton jar

Youth Group- Skeleton jar

Anti / Epitaph / SPV
VÖ: 05.09.2005

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Mann über Bord

Was machen denn eigentlich die Vines? Machen die überhaupt noch was? Mit ihren "Winning days" ist es ja schon seit längerem vorbei. Um Bassist Patrick Matthews muß man sich jedenfalls nicht sorgen. Er hat sich der in jeglicher Hinsicht entspannteren Youth Group angeschlossen. Eine Band, über die Chris Walla von Death Cab For Cutie sagt: "If you don't love them, your heart is dead." Klare Ansage. Wahre Ansage. Das in Sydney beheimatete Quartett um Sänger, Songwriter und Gitarrist Toby Martin existiert seit 1998 und hat bereits Elliott Smith und die Strokes supportet. Wer bei dem Nachnamen des Frontmanns an dessen Kollegen von Coldplay denkt, liegt stilistisch gar nicht mal falsch - auch die Youth Group widmet sich gefühlsechter, hymnischer Melancholie. Allerdings haben sich die Australier auch auf "Skeleton jar", ihrem zweiten Longplayer, das bewahrt, was Chris & Co. ein wenig abhanden gekommen ist: der berührende Charme juveniler Hinterhof-Romantik.

"Shadowland" beginnt mit erwartungsfrohen Drums, denen eine purzelbaumschlagende Gitarre folgt - und eine Bootsfahrt durch eine idyllisch fließende Melodie. Man denkt reflexartig an James und deren Sänger Tim Booth: Toby Martin klingt im Opener ganz genau so. Und das ist keineswegs vorwurfsvoll gemeint. "I feel like hell / You feel like dancing." Der NME schloß sich Chris Wallas Begeisterung an, lobpreiste diese wunderbare Anfangszeile des Titeltracks und kürte "Skeleton jar" zur "Comedown"-Hymne dieses Sommers. Auf die Akustikgitarren-Akkorde von "Lillian lies" könnte man eine fröhliche Version von "The passenger" singen, dazu kommt man allerdings kaum, weil man voll und ganz damit beschäftigt ist, andächtig den herzigen Glockenspieltupfern zu lauschen. Es macht ja Spaß, dem NME zu widersprechen: Das hier ist das bessere Sommerlied. Das noch bessere.

"The day is grey, don't love you anymore." Das singt Martin so anrührend und in den schönsten Farbtönen emotionsaquarelliert, als handele es sich um eine Liebeserklärung. Und er ist ein fabelhafter, mitreißender Erzähler. Berichtet von der "Frankston line", die "full of teenage crime" ist oder auch von der Frau mit dem "Baby body", die ihren bei einem billigen Studentenfriseur entstandenen Haarschnitt bereut. Die Youth Group hält den Alltag unter die Lupe und spürt zielsicher auf, wo es glitzert. Die Schwebegitarren und vor allem Toby Martins vertraut umarmende Stimme finden stets den Weg zu harmonischen Oasen. Es gibt Pedal-Steel-Überraschungsbesuch bei "Drowned", zarte Klaviertöne sprechen das Vorwort zu "Why don't the buildings cry", und "Piece of wood" erweist sich als höchst sympathischer, streichergetragener Folk. Was für ein tolles Album. Wer sind eigentlich die Vines?

(Ina Simone Mautz)

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Highlights

  • Shadowland
  • Skeleton jar
  • Lillian lies
  • The Frankston line

Tracklist

  1. Shadowland
  2. Skeleton jar
  3. Lillian lies
  4. The Frankston line
  5. Baby body
  6. See-saw
  7. Drowned
  8. Last quarter
  9. Someone else's dream
  10. Why don't the buildings cry?
  11. Piece of wood

Gesamtspielzeit: 41:26 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Paul Paul
2006-11-28 21:09:41 Uhr
Die "neue" habe ich schon seit dem Frühjahr, finde sie besser als ihr Debüt.
tobi
2006-11-28 20:52:26 Uhr
Auf epitaph.com gibt es den neuen Song "Sorry" zum Download. Die neue Platte mit dem Titel "Casino Twilight Dogs" kommt am 29. Januar raus. Darauf ist auch eine Coverversion von Alphavilles "Forever Young". Der neue Song ist wirklich toll, bin gespannt auf die Platte.
dominik
2006-09-27 19:55:50 Uhr
ist "Let it Go" ein Cover?
URG WÜRG!
das haben die doch gar nicht nötig!
dominik
2006-09-27 19:52:27 Uhr
ich höre gerade den besagten song "Catching and killing". aber der einstieg kliengt mal gar nicht nach youth group. wo bleibt den diese tragende stimme aus "skeleton jar". ja teilweise kommt sie dann im refrain.

youth group haben mich damals ganz arg an death cab errinnert. die hammer songs waren einfach Shadowland, Lillian Lies, Last Quarter und Piece Of Wood.

so song 2 klingt wieder etwas erfreulicher, mal abwarten...
shrink
2006-08-26 01:02:51 Uhr
"Catching and killing" auf myspace ist auf jeden Fall schön, auch wenn sie noch mehr nach Nada Surf klingen als sowieso schon.
Kennt jemand das Album?
"Casino twilight dogs" heißt es im Übrigen.
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