Smoke Blow - Dark angel

Smoke Blow- Dark angel

Nois-o-lution / Indigo
VÖ: 29.08.2005

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Krustenbraten

Stillstand ist ein Fremdwort im Smoke-Blow-Kosmos. Zum einen ist die Musik nicht grade die, die man für einen besinnlichen Kerzenscheinabend auswählen würde. Zum anderen ist da aber vor allem die Entwicklung zu beobachten, daß eine Band seit drei Alben auf jeder neuen Platte eine anderes musikalisches Terrain beackert. Und obwohl diese Entwicklung eine gewisse Stringenz besitzt, kann von Berechenbarkeit keine Rede sein. Nach dem Hardcorekracher "German angst" konnte man ein Album wie "Dark angel" eigentlich nicht erwarten. Das Erstaunen darüber, wie nahe das aktuelle Smoke-Blow-Material "Everything goes in circles", dem Genepool-Ausflug ihrer Frontröhre Jack Letten, kommt, läßt den Unterkiefer ganz tief fallen.

Nach dem grandiosen Vorgänger setzte sich bei Smoke Blow die Erkenntnis durch, daß die Band zum Thema metallarmer Hochgeschwindigkeitsgeknüppel vorerst nichts stilprägendes mehr beizutragen habe. Der Mut der Kieler, es hier nicht bei einem Lippenbekenntnis zu belassen, ist überhaupt nicht laut genug zu bejubeln. Der bisher immer unter einer dicken Rotzkruste sorgsam versteckte Popappeal wurde weiter herausgearbeitet, nur um ihn passend zum neuen Songwriting ganz schnell dick mit einem Eimer schwarzer Farbe zu bepinseln.

"Dark angel" trägt seinen Titel wirklich zurecht. Natürlich handelt es sich hier um kein ätherisch dahinschwebendes Wesen auf zarten Flügeln. Stattdessen erhebt sich ein bulliges Geschöpf mit mächtigen Schwingen aus einer düsteren Katakombe. Gruftpunk aus der Misfits-Ecke bekommt eine ordentliche Portion Bayside-Melodien verpaßt und lernt das Fliegen. Die ebenfalls bravourös gestartete Kuh wird von diesem Monster über den gesamten Punkhardcorehimmel gejagt. Ganz ohne kalifornisch-glasklare Stimmen brüllt das Urvieh auf seinem Flug so unwiderstehliche Melodien und Oh-hoo-Chöre, während es unten in der Hölle lausig kalt wird.

Was Jack Letten und MC Straßenköter an den Mikrofonen leisten, ist schlicht atemberaubend. Es ist ja schon ein Kunst, sich gegen eine Macht wie die Instrumentalfraktion von Smoke Blow überhaupt nur durchzusetzen. Aber den Shoutern reicht es nicht, hier einfach nur zwei rauhe Stimmen mitkläffen zu lassen. Heiseres Gebell wird mit beschwörendem Grunzen, hartherzlichem Brummen und dreckigem Satzgegröhle abgewechselt, so daß dem Hörer immer wieder die Spucke wegbleibt. Wenn das alles nicht so unglaublich schmutzig wäre, müßte man ein einem fort an Faith No More denken.

Wer geglaubt hat, daß "German angst" der nicht zu übertreffende Überraschungscoup aus Kiel war, wird von Smoke Blow mit "Dark angel" ein weiteres Mal überrumpelt. Ohne ihren ganz eigenen Stil zu verleugnen schlägt die Band hier eine Haken, der einigen stur gradeaus denkende Jünger verdutzt ins Leere starren läßt. Man muß schon etwas beweglicher sein, um dem Kieler Sixpack folgen zu können. Punk und Hardcore sind nicht stumpf, plump und eindimensional. Quot erat demonstrandum.

(Rüdiger Hofmann)

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Highlights

  • Dark angel
  • The door
  • Diabolical reaction
  • Black church of America

Tracklist

  1. Beyond the wall of sleep
  2. Diabolical
  3. Iron in my soul
  4. Dark angel
  5. The door
  6. It's in my blood
  7. Diabolical reaction
  8. Unbroken
  9. Black church of America
  10. No cure for the undead
  11. Domano
  12. Demonslayer
  13. Killer in love
  14. Void

Gesamtspielzeit: 37:49 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Sandra
2009-07-06 22:58:53 Uhr
Kennt ihr schon die Infoseite:

www.un-nachrichten.de
Armin
2006-03-14 20:40:42 Uhr
SMOKE BLOW
Akt. Album: Dark Angel (Nois-O-Lution / Indigo)
Die "Dark Angel" Tour geht in die nächste Runde.
SMOKE BLOW gehören zur Speerspitze des hiesigen Punk-Hardcore und erfahren Aufmerksamkeit und Anerkennung weit über Genre-Grenzen hinaus. Egal ob Heavy-, Alternative- oder einfach nur trendy Lifestyle-Szene, jeder zollt Respekt und scheint den Kieler Sechser zu lieben oder zu mögen.

Präsentiert von UNCLE SALLY*S, Visions, Ox & Livegigs.de, Noize.cc
18.03.2006: Hannover - Bei Chez Heinz
24.03.2006: Kassel - K19
25.03.2006: Hagen - Turbojugendfestival
16.04.2006: Frankfurt - Batschkapp
18.04.2006: Braunschweig - Meier Music Hall
19.04.2006: Weinheim - Café Central
20.04.2006: München - Backstage
21.04.2006: Ulm - Büchsenstadel
22.04.2006: Berlin - Postbahnhof
28.04.2006: Erfurt - Centrum
29.04.2006: Köln - Gebäude 9 (Sonic Ballroom Festival)
30.04.2006: Karlsruhe - Substage
01.05.2006: CH - Zürich-Abart
03.05.2006: A/Dornbirn - Conrad Sohm
04.05.2006: A/Graz - Music House
05.05.2006: A/Wien - Arena
06.05.2006: Traunstein - Club Metropolitan
07.05.2006: Dresden - Scheune
Armin
2006-02-10 17:40:21 Uhr
SMOKE BLOW - TOURDATEN
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Die "Dark Angel" Tour geht in die nächste Runde.

SMOKE BLOW gehören zur Speerspitze des hiesigen Punk-Hardcore und erfahren Aufmerksamkeit und Anerkennung weit über Genre-Grenzen hinaus. Egal ob Heavy-, Alternative- oder einfach nur trendy Lifestyle-Szene, jeder zollt Respekt und scheint den Kieler Sechser zu lieben oder zu mögen.

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18.03.2006: Hannover - Bei Chez Heinz
24.03.2006: Kassel - K19
25.03.2006: Hagen - Turbojugendfestival
16.04.2006: Frankfurt - Batschkapp
18.04.2006: Braunschweig - Meier Music Hall
19.04.2006: Weinheim - Café Central
20.04.2006: München - Backstage
28.04.2006: Erfurt - Centrum
30.04.2006: Karlsruhe - Substage
01.05.2006: CH - Zürich-Abart
03.05.2006: A/Dornbirn - Conrad Sohm
04.05.2006: A/Graz - Music House
05.05.2006: A/Wien - Arena
06.05.2006: Traunstein - Club Metropolitan
07.05.2006: Dresden - Scheune

http://www.smokeblow.de

Patte
2006-01-10 20:20:43 Uhr
@justwonder-ding:

Jepp, musst du wohl. ;)
Rick
2006-01-10 18:00:27 Uhr
Achso...Könntest du bitte die Quelle angeben? Danke...
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