Fun Lovin' Criminals - Livin' in the city

Fun Lovin' Criminals- Livin' in the city

Sanctuary / Rough Trade
VÖ: 29.08.2005

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Kavaliersdelikt

Die Fun Lovin' Criminals. Ach, genau die. Die relaxten Großstadt-Banditos mit Latino-Anstrich. Anzug, Stoppelbart und verschmitztes Grinsen. Die gibt's immer noch. Die hängen nicht nur cocktailtrinkend in ihren Buden ab und verpulvern die damals abgesahnten "Scooby snacks". Nein, die machen weiter fleißig Musik. Beseelt vom Großstadtleben. Denn New York ist die ihre, und in der lebt man nicht nur einfach vor sich hin, sondern die muß man lieben. Jedenfalls wenn man dem elfliedrigen Lobgesang "Livin' in the city" Glauben schenkt.

"If america is the tit / Then New York is the nipple / So suck on this / And you may learn a little", tönt es nämlich darauf. Das liest sich zwar wie etwas von der Bloodhound Gang, klingt auch durch den Schmalspur Hip-Hop von Frontmann Huey so, aber verdeutlicht, daß der Big Apple weiterhin befeiert werden kann. Keine großen Grübeleien bitte, bei den Fun Lovin' Criminals sitzt der Schalk weiterhin im Nacken. Ein kräftiges Blasen in die gemütliche Trompete, vermehrte sonnige Ska-Schritte, und die kopfbetuchten Homies sorgen dabei für den dicken Homie-Hintergrundchor.

Wie auf dem Vorgängeralbum "Welcome to Poppy's" klingt das Ganze aber trotz Mitschunkelfaktor etwas dünn. Und da helfen weder weichgezeichnete Hip-Hop-Beats und noch weniger dazu aufschreiende Rockgitarren-Riffs aus der 80er-Kiste, was der Gaunerinstinkt eigentlich wissen sollte. Denn solche Crossover-Bastarde lassen die Hand nicht orgiastisch in der Luft wedeln, sondern führen sie in gespannte Abwehrhaltung. Sofort zurückboxen will man diese Dicke Hose-Lässigkeit.

Auch das luxuriöse Hochaus-Appartment der säuseligen Soultracks sah schon einmal schnieker aus. Einige Ladys werden vielleicht bei der Schlafzimmerstimme das Kribbeln kriegen. Aber der auf einem früheren Track gehuldigte Barry White bietet als Referenz neben voluminöserem Bass auch garantiert mehr an Wollpelz auf der Brust. Denn man darf sich von Hueys schillernder Goldkette nicht blenden lassen, darunter kräuselt sich nur sehr vereinzelter Flaumwuchs. Möglicherweise schneidet die Band im Vergleich zu den wahren Latino-Gangstern von der Straße in ihrer Heimat einfach etwas schlecht ab. Aber für unbedarfte, europäische Landeier könnten die Fun Lovin' Criminals sicherlich auch mit ihrem sechsten Album weiterhin den passenden Soundtrack zum "I love NYC"-Shirt liefern.

(Tobias Wallusch)

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Highlights

  • Where do I begin
  • City boy
  • Mi corazon

Tracklist

  1. I love livin' in the city
  2. How it be
  3. That ain't right
  4. The preacher
  5. Where do I begin
  6. Is ya alright
  7. Gave up on god
  8. City boy
  9. Girl with the scar
  10. Mi corazon
  11. Will I be ready

Gesamtspielzeit: 44:00 min.