Cowboy Junkies - Early 21st century blues

Cowboy Junkies- Early 21st century blues

Cooking Vinyl / Indigo
VÖ: 01.08.2005

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Masters of war

Die Cowboy Junkies sind immer für besonders berührende Coverversionen gut. Sorgsam entschleunigte Fassungen wie von "Sweet Jane" (The Velvet Underground), "The post" (Dinosaur Jr.) oder "Thunder road" (Bruce Springsteen) schnürten Luft ab und ließen Herzen stolpern. Mancher munkelte gar, die Bonus-EP "Neath your covers", die der Erstauflage von "One soul now" beilag, wäre der deutlich spannendere Tonträger gewesen.

Doch vor allem Covern lag "December skies". Schon für die Sessions zum Vorgänger aufgenommen greift dieser erschreckende Song die Unmittelbarkeit des sorgenvollen "One soul now" auf und stößt mit dem unwirklichen Zirpen seiner Gitarren dorthin, wo es wehtut. "Let's all kill our children / And sing about it." Inspiriert von solchem Schmerz suchten die Cowboy Junkies in einer gemeinsamen Session nach Songs, die sich den Schattenseiten dieser Welt widmen. Mit Krieg, Gewalt, Angst, Habgier, Ignoranz, Verlust und anderen Plagen. Kein spaßiges Unterfangen.

Die Auswahl der Songs für "Early 21st century blues" - bis auf zwei eigene Songs erwartungsgemäß lauter Fremdmaterial - dokumentiert Nachdenklichkeiten und Zerrissenheiten. Gleich am Anfang steht mit Bob Dylans "Licence to kill" das vielleicht eindringlichste Stück. Margo Timmins' Lachen bleibt ihr förmlich im Hals stecken, als sie sich mit diesen bitteren Zeilen konfrontiert sieht. "Man thinks 'cause he rules the Earth / He can do with it as he please / And if things don't change soon, he will."

Langsam klettert die Gänsehaut herauf. Sie ist gekommen, um zu bleiben. Durch Springsteens "Brothers under the bridge" hindurch, vorbei an George Harrisons beinahe sarkastischem "Isn't it a pity" bis hin zu U2s immer wieder ergreifendem "One". Mit sanftem Strich und gemäßigtem Tempo. Mit sorgfältig gesetzten Lücken und beinahe ehrfürchtigen Interpretationen. Und in John Lennons "I don't want to be a soldier" sogar mit trockenem Groove und feurigem Rap. Doch getanzt wird nicht. Nicht mal auf den Gräbern.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Licence to kill
  • Brothers under the bridge
  • Isn't it a pity
  • One

Tracklist

  1. License to kill
  2. Two soldiers
  3. December skies
  4. This world dreams of
  5. Brothers under the bridge
  6. You're missing
  7. Handouts in the rain
  8. Isn't it a pity
  9. No more
  10. I don't want to be a soldier
  11. One

Gesamtspielzeit: 59:22 min.

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