Bettie Serveert - Attagirl

Bettie Serveert- Attagirl

Palomine / PIAS / Rough Trade
VÖ: 20.06.2005

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Eau de parfum

Und unerbitterlich nagt der Zahn der Zeit: Häuser verfallen, Moden kommen und gehen. Und Rockmusiker? Ja, die Rockmusiker sind entweder so besonders, daß sie jahrzentalang hartnäckig den selben Schmonz spielen können (oder müssen) und dennoch nicht über Anhängerschwund zu klagen haben. Oder aber ihr Gedudel von gestern interessiert nicht mehr, und die Musikmachenden müssen sich mächtig ins Zeug legen, um neben den alternden Fans der ersten Stunde auch einiges frisches Blut zu den Konzerten zu locken. Die holländische Kombo Bettie Serveert versucht sich an letzterem.

Die Band hat zwar in den letzten Jahren fleißig Alben veröffentlicht, der Glanz des Debuts "Palomine" von 1992 wurde jedoch nicht mehr erreicht. "Attagirl", das sechste Werk nun, versucht aber auch nicht unbedingt an den süßlichen College-Pop vergangener Tage anzuknüpfen. Die Musiker haben vielmehr ihre Schnüffelnasen tief hinein in neue Musikwindchen gesteckt. Und da zog zum einen der sterile Dampf von Elektro-Samplern vorbei, die jetzt auf "Attagirl" ihr Bestes geben dürfen, um alle Ecken und Kanten mit blumigen Plüschwölkchen zu verzieren. Und zum anderen ein hitziger R'n'B-Groove, der den schlüpfrigen Titeltrack oder das kühle "Versace" einnebelt.

Auch wenn in "Hands off" noch etwas Dunst der herben Rock'n'Roll-Lederjacken aufzieht, bleibt die Grundsubstanz des musikalischen Gemischs wie auf früheren Alben nett angefolkter Leichtfußpop. Unbeschwert im Uptempo-Stück "Don't touch that dial!", in Songwritermanier beim leisen "You've changed" und dabei stets sonnig, auch bei bedrückenden Passagen. Warum aber im Schlußtrack der doch ein gutes Stück jüngere Conor Oberst und sein "Lover I don't have to love" intoniert werden, bleibt eher ein Rätsel. Das Lied tönt in dieser Version zwar sänfter und schillernder als das Orginal, aber allzu ranzig müffeln die Bettie-Serveert-Eigenkompositionen eigentlich nicht, als daß diese Starthilfe nötig wäre.

(Tobias Wallusch)

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Highlights

  • Don't touch that dial!
  • You've changed
  • 1 off deal

Tracklist

  1. Dreamaniacs
  2. Attagirl
  3. Don't touch that dial!
  4. Greyhound song
  5. You've changend
  6. Versace
  7. 1 off deal
  8. Hands off
  9. Staying kind
  10. Lover I don't have to love

Gesamtspielzeit: 40:10 min.

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