Electrelane - Axes

Electrelane- Axes

Too Pure / Beggars / Indigo
VÖ: 09.05.2005

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Seltsam öffne Dich

Hochglanzkunst ist etwas für Schattenparker. Gelangweilt durch Galerien und Ausstellungssäle zu schlendern und sich von proseccoschwenkenden Norah-Jones-Hörern vorzitieren zu lassen, was sie selbst nicht begreifen können, ist kein passender Begriff für Spaß. Gut, daß es Electrelane gibt. Die bauen ihre Vernissage nämlich in der nächstbesten Garage auf. Und spielen mit "Axes" mal eben den frischesten Postirgendwas-Unfug jenseits der Spaßgrenze ein.

Natürlich ist dieser unter Aufsicht von Steve Albini raffiniert hingeschlenderte Rührteig aus hypnotischem Krautrock, einlullendem Shoegazing, tapsigem Jazz, verknotetem Postrock und ziemlich trockenem Lärm kein Witz. Sondern eine komplett durchdestruierte Jamsession. Bei der nichts dem Zufall überlassen wird und doch alles so spontan wirkt, daß man sich von den seltenen, aber um so erhabeneren Melodiespitzen freudig faszinieren läßt.

Übergänge zerfließen. Songstrukturen greifen wie Zahnräder ineinander. Züge rattern los und bremsen wieder ab. In der Ecke spaziert eine betrunkene Katze über das Klavier. Stetige Grooves tänzeln so beiläufig um sich selbst wie der nervöse Kugelschreiber, der unterbewußt irgendwelche Schlagwörter umkreist. Dann stolpern sie plötzlich mitsamt Geige unterm Arm und dem Klavierstimmer im Schlepptau treppabwärts, nur um den Schmerz jeder einzelnen Stufe auszukosten. Und dann fliegt einem plötzlich noch ein rostiger Röhrenverstärker um die Ohren. Eat this, Proseccoschlürfer!

Electrelane haben sich mit ihrem dritten Album endgültig aus dem Schatten von Stereolab gespielt. Während jene immer noch das Niedlichkeitspotential ihres Retrofuturismus austesten, sind die vier Damen aus Brighton längst weiter. Sie klauen ihren Songs die Stimme als Identifikationsfigur und bieten statt dessen echte Seele. Sie schicken fröhliche Dur-Akkorde durch den Schredder ins Verderben. Sie machen aus Leonard Cohens "The partisan" einen wirklichen Untergrundkämpfer. Sie tanzen Walzer mit der Nacht und entführen unschuldige Männerchöre. Sie brechen Herzen im geständigen "I keep losing heart". Und aus der Mitte entspringt ein Fluß.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Bells
  • Eight steps
  • The partisan
  • I keep losing my heart

Tracklist

  1. One two three lots
  2. Bells
  3. Two for joy
  4. If not now when
  5. Eight steps
  6. Gone darker
  7. Atom's tomb
  8. Business or otherwise
  9. Those pockets are people
  10. The partisan
  11. I keep losing heart
  12. Come back
  13. Suitcase

Gesamtspielzeit: 59:16 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
fish
2005-08-09 16:57:54 Uhr
Gelungen!! :-)
Oliver Ding
2005-06-26 20:05:27 Uhr
Der eingeteilte Rezensent ist noch in Rekonvaleszenz. Bitte etwas Geduld.
fish
2005-06-26 14:46:02 Uhr
*aufantwortwart*
fish
2005-06-23 19:39:37 Uhr
Ich muss hier einfach nochmals nachhaken, sorry...

Gefällt das Album der Redaktion nicht? *wunder*
fish
2005-06-21 15:50:12 Uhr
:-(((
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