Tias Carlson - What I have gathered from coincidence

Tias Carlson- What I have gathered from coincidence

Blackstar / Cargo
VÖ: 25.07.2005

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Halbe Höhe

Es wird einen besonderen Grund haben, warum sich allzu viele musikalische Buben "Singer/Songwriter" nennen lassen wollen. Sicher: Mädchen stehen auf Männer mit Gitarre. Außerdem: Die Jungs können ihrem Spieltrieb ohne äußeren Einfluß freien Lauf lassen. Aber: Womöglich ist einer der Hauptgründe der ganz pragmatische, daß es keiner großen Organisation bedarf, um eine feine Platte dieses nunmehr vielzitierten Genres ins Regal zu bringen. Meist reichen ein bis zwei Instrumente, ein passables Stimmchen und die obligatorische Ladung Weltschmerz, um es auf diesem Sektor zu einem erquicklichen Ruhm zu bringen. All das hat Tias Carlson, der Jungspund aus Westschweden, zur Genüge im Gepäck.

Gerade in einem solch auf Minimalismus fixierten Feld wie dem des "One-Man-Americana" sind es die Unterschiede, die prächtig von mittelprächtig unterscheiden. Tias Carlson ist - so schwer diese Feststellung fällt - wohl näher an letzterem anzusiedeln. Als melancholisches Grundfutter eignen sich seine Songs durchaus. Das Finale etwa, "From step one, to nothing", gipfelt in ein großartiges Bläserallerlei, nachdem zuvor der kleine Tias wieder ganz alleine in höchsten Höhen zur Gitarre sang. "I follow blood ways straight to the grave." Schluchz. Auch "Seasons I must play" mit seinem gezupften Gitarrenlauf, wo Carlson den Yorke raushängen läßt, hat durchaus seine Berechtigung. Dazu der heulende Sound einer Violine in "The safest journey". Beizeiten fühlt man sich da an Thomas Dybdahls "Stray dogs" erinnert. Auch der ist Skandinavier. Auch der legt mächtig viel Seele in seinen gitarren- und pianolastigen Sound. Aber er schafft einen Sound, der dichter ist und Fülle bringt.

Es bleibt deshalb am Ende der leicht fade Nachgeschmack, daß bei Tias Carlson kein Nachgeschmack bleibt. Zu wenig griffig sind die Melodien. Zu wenig packend das Songwriting. Nichts für die Ewigkeit. Doch was ist schon für diese geschaffen? Für einen einsamen Single-Abend bietet "What I have gathered from coincidence" noch immer zwei Rotweinflaschen lang traurig schöne Unterhaltung. Deshalb an dieser Stelle verhaltener Zuspruch. Um auf den Olymp der Songwritergilde aufzusteigen, lieber Tias, braucht es wohl noch etwas. Wir warten gerne.

(Sebastian Peters)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen/anhören bei Amazon

Highlights

  • The safest journey
  • From step one, to nothing

Tracklist

  1. Boat ride
  2. Here's the sun again
  3. Butterfly
  4. The safest journey
  5. Allies for night
  6. Setting sun
  7. Chimas
  8. Tidalwave
  9. That's where i stand
  10. Chimas II
  11. Seasons I must play
  12. From step one, to nothing

Gesamtspielzeit: 49:26 min.

Album/Rezension im Forum kommentieren (auch ohne Anmeldung möglich)

Einmal am Tag per Mail benachrichtigt werden über neue Beiträge in diesem Thread
Dein Name:
Deine Nachricht:
Forums-Thread ausklappen
(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Pablo Diablo
2007-08-15 21:02:03 Uhr
Sein myspace-Zeug klingt vielversprechend. Und natürlich ist er Schwede, alles andere hätte mich sehr gewundert. :-D

Profilaufrufe: 2593

Das ist irgendwie traurig. Auch wenn seine Seite recht neu ist.
Pure_Massacre
2007-08-15 20:28:52 Uhr
Hab ich schon erwähnt, dass man sich die Platte mal anhören sollte?
Obrac
2007-04-14 12:16:53 Uhr
Das war schon ein sehr sehr starkes Debüt. Der Mann hat ein absolutes Händchen für große Melodien. Ich hoffe, er kann das Niveau halten.
jo
2007-04-14 11:58:33 Uhr
Kann ich so nur vollstens unterstützen ;).
Pure_Massacre
2007-04-13 21:07:46 Uhr
Hey, was hab ich gesagt? ;)
Zum kompletten Thread

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum du diesen Post melden möchtest.

Threads im Plattentests.de-Forum