Blues Brother Castro - Money maker me

Blues Brother Castro- Money maker me

Rara / Decoder / Al!ve
VÖ: 01.08.2005

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Abwärts

Da sitzt man nun umringt von halbvollen Bierflaschen in seiner Bude und will nicht raus. Geschlossene Fenster gegen den Menschenlärm, Kartons in deren Rahmen gegen das Sonnenlicht und unzählige Papierknäuel mit Songideen. Wer weiß, vielleicht ändert sich ja mit dem ersten Album alles? Sie wird endlich zurückkehren, und Geld für den Vermieter könnte auch herausspringen. Vielleicht sogar noch etwas mehr. Um endlich abzuhauen. Raus aus dem normalen, anständigen Leben all der anderen, weg von Manschettenknöpfen und aufmunternden Rückenklopfern. Einfach nur raus.

Das Hadern mit der Welt ist auf den Debütalbum von Blues Brother Castro Programm. In alter Grunge-Manier stößt die Gitarre auf "Money maker me" das innere Rumoren und den ganzen schmutzigen Ekel von sich. Alle wirren Gedanken konzentriert in schepperndem Rockgepolter und der schreienden Stimme von Tjeerd Meindersma. "I'm like a loaded gun", brüllt der Opener den abgefledderten Wänden entgegen. Was durch den simplen Aufbau und das wissende Hintergrundflüstern von Gitarrenfrau Mila van de Wall an laute Pixies-Kracher erinnert.

Harmonische Popspielereien finden sich auch, aber stets versteckt unter einer dunklen Kruste Aggression. "I'm kind of scared / Because I need you every now and then / But nothing really pleases me / Nothing really does make me feel secure", ringt der teuflische Zweifel in "Want to" den Wunsch nach Wärme nieder. Irre Seelentiefen, wie sie zuletzt McLusky ausloteten. Und die auch dann nicht verlassen werden, wenn schwerfällige Rock'n'Roll-Melodien dominieren. Gut klingt das im direkten "Drunken boy" oder dem reduziert bassigen "Satisfy yourself". Eher weniger spektakulär im abgehackten "Good enough" oder den allzu bekannt scheinenden Tönen von "Solid gold".

In "Little shit" und "Radio lovers" darf gegen Ende des Albums auch noch etwas entspannteres Rockklima herrschen. Der angenehm stickige Dunst ist damit zwar raus, aber den Psychen der Bandmitglieder sei es gegönnt. Für ein schimpfendes Cholerikerdasein mit hochrotem Kopf und scharf stierenden Augen ist im fernen Rentneralter noch genügend Zeit. Und wie empfahl bereits Muttern damals in der Kindheit? Geht an die frische Luft, denn wird das alles schon wieder.

(Tobias Wallusch)

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Highlights

  • I'm like a loaded gun
  • Modern day hilarious money maker me
  • Drunken boy

Tracklist

  1. Loaded gun
  2. Modern day hilarious money maker me
  3. Welcome to my rock'n'roll
  4. Drunken boy
  5. Dress
  6. Want to
  7. Satisfy yourself
  8. More
  9. Good enough
  10. Little shit
  11. Radio lovers
  12. Solid gold

Gesamtspielzeit: 34:31 min.

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