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The Raveonettes - Pretty in black

The Raveonettes- Pretty in black

Columbia / Sony BMG
VÖ: 25.07.2005

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Mopsfidel

Es gibt Aussagen, die Gegenfragen magisch anziehen. Eine davon ist "Die Raveonettes haben ein neues Album veröffentlicht." Reflexartig wird das musikbegeisterte Gegenüber "Und, in welcher Tonart?" heraussprudeln. "Whip it on", die 2002er EP der Dänen, reichte B-Moll völlig aus, und auch ihr im Jahr darauf erschienenes Longplayer-Debüt "Chain gang of love" beschränkte sich. Auf B-Dur. Sune Rose Wagner und Sharin Foo buchstabierten damals Minimalismus in drei Akkorden und einer maximalen Songlänge von drei Minuten. Nicht zu vergessen: Die aufgekratzt rumpelnde Produktion, die so klang, als sei sie überhaupt nicht vorhanden. Daß jene Platte trotzdem nicht allzu langweilig ausfiel, war Wagners Vorliebe für harmonische Spätfünfziger-Frühsechziger-Schmacht-Melodien zu verdanken. An dieser Präferenz hat sich auch auf "Pretty in black" nichts geändert. An dem Rest schon: unterschiedliche Tonarten, mehr Akkorde, längere, ruhigere Stücke, nur noch selten Feedback- und Noise-Attacken. Und sogar eine Produktion, bei der man sofort glauben würde, daß Phil Spector seine Finger im Spiel hatte.

Ganz so weit hergeholt ist das gar nicht, denn dessen Ex-Frau Ronnie Spector, einst Frontfrau der Ronettes ("Be my baby"), schenkt der "Ode to L.A." ihre kräftige Stimme, was in Anbetracht von Sharin Foos stets niedlich-süßlichem Gehauche für angenehme Abwechslung sorgt. Wer nun vermutet, daß die Nostalgisch-by-nature-Band weitere Gäste eingeladen hat, deren Blütezeit schon ein wenig zurückliegt, wird nicht enttäuscht: Da wären noch die bekennende Raveonettes-Verehrerin und Schlagzeugerin Maureen "Moe" Tucker (The Velvet Underground) und Martin Rev (Suicide). Letzterer steuerte u.a. die Keyboards zum unverkennbar von "All I have to do is dream" inspirierten "Here comes Mary" bei. Überhaupt hat Songwriter Sune bei den Everly Brothers ganz genau zugehört. Eine echte Cover-Version wird uns auch beschert: "My boyfriend's back". Wobei die Raveonettes fast schon ein bißchen zu sehr auf Tuchfühlung mit dem Original gehen. Richard Gottehrer, seit "Whip it on" Stammproducer der Raveonettes, hatte das Liedchen 1963 für die Angels geschrieben.

Damit nicht genug der Musikgeschichtswilderei - gleich im Opener erweist Wagner dem King die Ehre. Er habe sich in die Situation hineinphantasiert, daß Elvis noch leben und ihn um einen Song bitten würde. Das Ergebnis heißt "The heavens", befindet sich in Begleitung einer behäbigen Akustikgitarre und trägt natürlich die obligatorische Schmalzlocke. "Love in a trashcan" warnt mit überaus potenter Rhythmusgruppe vor amourösen Abenteuern mit Musikern. Jene erste Singleauskopplung wird übrigens gleich in "You say you lie" recycled. Bei den wunderbaren "Uncertain times" möchte man vor Ohrenglück wildfremde Menschen umarmen - auch wenn man nicht vergessen darf, daß die Lorbeeren für "Pretty in black" mindestens so vielen Vorbildern gebühren, wie das Album Songs beinhaltet. Die Raveonettes klauen schamlos. Aber respektvoll. Und so wahnsinnig charmant, daß man Zweiflern bloß eine Gegenfrage zwischen die hochgezogenen Augenbrauen lächelt: "Na und?"

(Ina Simone Mautz)

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Highlights

  • The heavens
  • Love in a trashcan
  • Uncertain times

Tracklist

  1. The heavens
  2. Seductress of bums
  3. Love in a trashcan
  4. Sleepwalking
  5. Uncertain times
  6. My boyfriend's back
  7. Here comes Mary
  8. Red tan
  9. Twilight
  10. Somewhere in Texas
  11. You say you lie
  12. Ode to L.A.
  13. If I was young

Gesamtspielzeit: 44:36 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Minnie
2011-07-08 10:09:37 Uhr
A million thanks for posting this ifnromaiton.
nxfxcr
2011-07-08 09:43:08 Uhr
CAIQRH sqqlhscuyxul
Pink
2011-07-07 23:50:49 Uhr
Cool! That's a clveer way of looking at it!
Satchel
2011-07-06 11:02:48 Uhr
Unbelievable how well-written and inofrmtvaie this was.
U.R.ban
2009-06-15 20:09:30 Uhr
Stellenweise schon zu viel "50er-Teenager-Lovesong"-Gehabe, aber überwiegend nur ein bisschen, und so klingts dann ganz toll.
Und Somewhere in Texas ist großartig!
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