The Movement - Revolutionary symphathies

The Movement- Revolutionary symphathies

Destiny / SPV
VÖ: 02.05.2005

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Ich will rot

Derzeit ist Farbebekennen ja wieder groß in Mode: Kräftig grün brüsten sich die die Blätter, hellblau lockt der Baggerweiher, und freundlich hellgelb winkt da oben die runde Kugel-Sonne. Und nicht nur die Jahreszeit zeigt sich bunt, auch politisch ist dank Uns Gerds elegantem Rückzieher erstmal wieder Schluß mit tristem Anzug-Grau: Der knuffige Guido hing seine Krawatte sicherlich noch nie so gelblich vor die Pressemikrofone, Angies Augen werden von immer aufreizenderem schwarzen Kajal unterstrichen, und die Zeitungen sehen dank dem Gregor-Oskar-Superduo schon seit längerem nur noch Rot.

Gute Zeiten also eigentlich für The Movement, "the band who likes to say NO", wie die Bandhomepage entschieden verkündet. Daß das Herz in ihren Brustkörben ganz weit links schlägt, war schon auf "Move!", dem Debütalbum des Kopenhagener Trios, klar. Rotzige Gitarrensoli, hochgezogene Knie, aber das Flaschenbierchen gibt's nur für den politischen Offenbarungseid: "Let's globalize our hate / There is so much more products for all of us to discover / Like freedom and culture and taking care of each other." Na aber gerne, endlich darf man sich wieder gut begründet austoben.

Stil sollte jedoch bewahrt werden, denn das Kopenhagener Trio sieht sich weiterhin tief dem englischen Mod-Erbe verpflichtet. Feine Ska-Upbeats und Rock'n'Roll im eng sitzenden Jacket also, wilde Stoppelhaare dagegen wohl nur auf der rauhen Stimme von Sänger Lukas Scherfing. Die in der sonnigen Single "A little rain" sogar Begleitung von einem swingendem Motown-Chor und fiepsiger Sixties-Orgel bekommt. Für orthodoxe Marx-Ausleger sicherlich etwas zuviel der Mode, der Punkjünger freut sich dagegen, auch gut gekleidet bei der kleinen Revolution mitschnalzen zu können.

Aber überhaupt scheinen The Movement die Welt nicht mehr so kritisch zu betrachten, denn statt sozialer Wut wird immer häufiger die eigene Befindlichkeit bebrummelt. "Your love is liberty / Can't you see I'm not so free / I'm so alone / Nobody is watching me." Na da wird doch nicht schon wieder ein so großer Rocker des Kampfes müde werden? Natürlich sind die Blümchenwiesen der Liebe bunter, aber denk doch an das kräftig brodelnde Rot des Feuers und an das sanft Hinaufgleitende des Tagesanfangs! Na? Ach, schwere Zeiten heutzutage, aber Gregor und Oskar werden's schon richten.

(Tobias Wallusch)

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Highlights

  • More products
  • Revolutionary symphaties
  • Me and you

Tracklist

  1. Karl Marx
  2. More products
  3. No regrets
  4. Revolutionary symphaties
  5. My street
  6. A little rain
  7. Is that love?
  8. Me and you
  9. Something about reality
  10. Turning to go
  11. All alone
  12. Watching all the trains leave the station

Gesamtspielzeit: 37:10 min.

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