Magnapop - Mouthfeel

Magnapop- Mouthfeel

Daemon / Devilduck / Soulfood
VÖ: 25.07.2005

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Außenseiter

Man erinnert sich ja noch an die Schulzeit: Da gab's die Streber, immer höflich und immer bestens informiert. Die Coolen, mit den schweinischen Witzen und den Geschichten vom Alkohol. Die Nerds, dicklich, bebrillt und sich alle sehr ähnlich sehend. Und dann gab es auch die Sonderlinge, die stets desinteressiert wirkten und lieber im muffigen Proberaum rumhingen, als auf den Gartenpartys zu plauschen. Noten und Klassenkontakte litten zwar darunter, aber was macht das schon, wenn am Ende des Schuljahres die erste, eigene CD stand?

So in etwa könnten Linda Hopper und Ruthie Morris, die beiden Frontfrauen von Magnapop, ihre Jugend verbracht haben. Die liegt inzwischen zwar genauso wie das letzte Album von 1996 einige Zeit zurück, aber das hört man dem Sound nicht im geringsten an. Einfacher, scheppriger Teenager-Indiepop mit zuckersüßen Melodien und punkigen Up-Tempo-Attacken. Die Band aus Georgia brüht ihr Süppchen auch weiterhin lieber alleine. "California / I can see it from the roof." Wer will denn schon mittendrin stehen, wenn sich doch von der sonnigen Erhöhung alles so viel schöner ausmalen läßt.

Doch wie wohl in der Schule damals blieb Magnapop auch im Musikzirkus bisher größere Beachtung verwehrt. Und das, obwohl sich auf den älteren Veröffentlichungen hinter den Reglern Musikergrößen wie Michael Stipe und Bob Mould (Hüsker Dü) eingefunden hatten. Die Banden der Musikverrückten eben. Diesmal fehlt ein großer Patron. Die Produktion fiel auch eine Ecke rauschiger aus, was aber gerade für eine symphatische Unperfektion sorgt. Der letzte Schliff hat in kleinen Indie-Träumen eben nichts zu suchen. Harmonie gibt's durch Hoppers hellen Gesang und die weiblichen Begleitchöre in That-Dog-Manier schon zur Genüge. Man höre, wie schön diese Trademarks im gelassenen "Satellite" vereint sind, auch wenn sie nur selten derart spektakulär schillern. Wahre Höhepunkte werden hinter dem ganzen Tralala nämlich wenige gesetzt.

So wäre es auch nicht allzu überraschend, wenn Magnapop letztlich doch wieder alleine zwischen den großen Boxen und Verstärkern musizieren müssten, die angesehene Gartenparty dagegen aus allen Nähten platzen würde. Allzu schlimm wäre es aber auch nicht: Das Bierchen schmeckt auch ohne den Klassenprimus, die Musik wird nicht durch bemühte Poserei gestört. Und insgeheim freuen wir uns ja sowieso, daß die wahren Perlen der Popmusik der eingeweihten Minderheit vorbehalten bleiben.

(Tobias Wallusch)

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Highlights

  • We're faded
  • Satellite
  • California

Tracklist

  1. We're faded
  2. PDX
  3. Pretend I'm there
  4. Satellite
  5. California
  6. In-Between
  7. Elliott
  8. Smile 4U
  9. Think for myself
  10. Stick to me
  11. Pilgrim's prayer

Gesamtspielzeit: 30:43 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Armin
2007-06-14 20:11:25 Uhr
MAGNAPOP – exklusive Deutschland-Show nach 10 Jahren!

Ja, so lange ist es her, dass sich die Band aus Atlanta um Ruthie Morris und Linda Hopper bei uns haben blicken lassen. Zwar wurde 2005 nach immerhin 7 Jahren ihr aktuelles Album „Mouthfeel“ veröffentlicht, aber dieses hat sie nur nach Belgien und Holland geführt. Die exklusive

Live-Show wird am 7. August in Hamburg im Molotow stattfinden. Auch wenn es noch kein neues Album gibt, so werden sie natürlich neben Klassikern wie ‘Open The Door’, ‚Garden’ oder ‚Lay It Down’ auch den einen oder anderen neuen Song spielen. Im kommenden Jahr wird dann das neue Album folgen, das Gerüchten zufolge von Ken Stringfellow (The Posies, R.E.M., Big Star) produziert wird.

Armin
2005-07-06 20:29:47 Uhr
Einen guten Anfang macht für uns die Independent-Institution MAGNAPOP, deren neues Album wir für uns gewinnen konnten.
Vielleicht kann sich der eine oder andere noch erinnern, obwohl seitdem einige Jahre in's Land gezogen sind: Magnapop haben ihr letztes Album "Rubbing Doesn't Help" 1996 veröffentlicht und danach eine sehr lange Pause eingelegt.
Zuvor haben sie mit Michael Stipe (R.E.M.) zusammengearbeitet. Dieser griff der Band bei der Produktion ihrer ersten Demos unter die Arme.
Auch für die Produktion ihres Albums "Hot Boxes" konnte die Band Underground-Prominenz gewinnen: Kein Geringerer als Bob Mould (Hüsker Dü, Sugar) saß hier hinter den Reglern.

Nun ist die Auszeit endlich vorbei: Mit dem neuen Album "MOUTHFEEL" feiern MAGNAPOP ein kleines Comeback, und noch immer wissen sie durch ihre eigenwilligen punkigen Alternativepop-Perlen zu überzeugen. Am 25.07. erscheint das neue Album des sympathischen Quartetts aus Atlanta, Georgia.
Schön, dass sie wieder da sind.

Wir sind stolz unser neues Release und hoffen, Dein Interesse an dem Thema geweckt zu haben.
Bitte melde Dich doch zurück, wenn Du Interesse an dem Thema hast, wir versorgen Dich dann gerne mit Material!

Links:

Labelsite: http://www.devilduckrecords.de

Direkt zu Magnapop: http://devilduckrecords.de/phpwcms/index.php?magnapop_de

Reinhören: "Smile 4u" - http://69.93.1.114/~magnapop/mp3/Magnapop-Mouthfeel-smile4u.mp3



Sehr niedliche Platte.
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