Limousine - The phenomenon caravan troupe

Limousine- The phenomenon caravan troupe

Mushroom Pillow / Edel
VÖ: 20.06.2005

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Siesta

Keine Klischees über diese Spanier. Kein Wort über die schattenspendenden Olivebäume im Süden des Landes, unter denen diese Musik in Schaukelstühlen und Hängematten entstanden sein muß. Nur der eine Hinweis: Limousine sind aus Córdoba (ja, dem Córdoba), und dort gehört ihr Album "The phenomenon caravan people" auch gefälligst hin. Weil keine Wolken da sind, in die man die Köpfe stecken könnte, ließen sich fünf Andalusier in aller Ruhe vom drückenden Klima den Verstand austrocknen und sind deshalb heute nicht mehr bereit, sich für ein ordentliches Bandfoto zu versammeln. Es sei denn, es darf noch einer im Hasenkostüm mit drauf. Der Rest ergibt sich dann ja von selbst.

Es ist also ein bequemer Zustand von andauernder Verschwommenheit, der über den zwölf Songs dieses Albums liegt. Gedämpfter, häufig zweistimmiger Singsang, den die kleinste Windböe bis nach Portugal wehen würde. Keyboardflächen wie Strandtücher. Unmißverständliche Rauchzeichen. Vernebelte Effekte, gewissenhaft ausgesucht im Baukasten für den kleinen Psychedeliker. Und über allem eben eine grundgute Gemütlichkeit, die nicht mal dann außer Acht gerät, wenn ein Song "The big riot" heißt und immerhin semigroße Gitarrenaufstände beschwört. Frühvergreiste und Gemütssenioren können den nächsten Spanienurlaub stornieren. Mit dieser Platte ist er ja schon auf dem Weg zu ihnen

Wie das aber meistens ist mit solchen Geschichten, gibt es eben auch hier eine Kehrseite zu betrachten. Es steckt oft nicht viel hinter dem offenkundigen Bemühen des Albums, seine Zuhörer kunstgewandt einzulullen. Zwischen schweren Klavierakkorden und fernem Meeresrauschen bleibt selten Platz für Zwingendes, weniger Harmloses als ein paar Standardübungen in Dream-Pop. Und bevor Limousine ihre Spezialeffekte auch nur einmal außen vor ließen, würden sie wahrscheinlich noch eher an einen verregneten Ort umziehen. Da könnte man dann ja einen Pavillon aufstellen. Ein paar Mädchen drunter einladen. Und ihnen hübsch was vorträumen. Wahrscheinlich würde es nicht mal sehr lange dauern, und wir wollten uns doch wieder dazugesellen.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • A drive (Palace version)
  • The big riot

Tracklist

  1. Not human droid
  2. Lost in space
  3. It belongs to the monster
  4. A drive (Palace version)
  5. June
  6. Sequentialee #2
  7. For me that's all
  8. Lightning symphonies
  9. The big riot
  10. Phone call (A drive)
  11. The madman on the hill
  12. Objectives vs. Happiness (Sara's poem)

Gesamtspielzeit: 45:28 min.

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