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Various Artists - Future soundtrack for America

Various Artists- Future soundtrack for America

Barsuk / Indigo
VÖ: 25.07.2005

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Zeit für Optimisten

Aufgepaßt, gute Sache: John Flansburgh (They Might Be Giants) und McSweeney's-Publishing-Gründer Dave Eggers haben ein Benefizprojekt gestartet, mit dessen komplettem Erlös sie progressive politische Organisationen wie "Move On" oder "The League Of Pissed Off Voters" unterstützen. Alle haben ein großes Ziel im Visier: apathische Wähler wachrütteln, zünftig motivieren, vernünftig aktivieren und so im besten Fall die neokonservativen Bush-Wurzeln kappen. Das Benefizprojekt besteht aus einem Buch, dem "Future dictionary for America", das Beiträge von fast 200 Autoren beinhaltet (u.a. T.C. Boyle, Stephen King, Kurt Vonnegut, Jeffrey Eugenides, Michael Cunningham, Jonathan Franzen). Und aus einer CD, von deren 22 stilistisch äußerst vielfältigen Titeln immerhin ganze 18 absolut exklusiv sind. Wobei erwähnt werden muß, daß Exklusivität in einigen Fällen mit den Worten "Live" oder auch "Remix" gerechtfertigt wird.

Los geht's mit OK Go, die collegerockend "This will be our year" von den Zombies aufmotzen. Bevor zu viele Alcopops ins Spiel kommen, übergeben sie an den würdevoll folkenden David Byrne, der dem Namen seiner alten Band, den Talking Heads, alle Ehre macht: "In the kingdom there was chaos / And the land was filled with fear", weiß Byrne, beinahe in Bono-Predigermanier, zu berichten. Für den Refrain hat er gleich einen ganzen Chor mitgebracht: "Oh, the water's rising / How will we get to the other shore? / Many hearts have broken / But we ain't got that far to go." Geht schon okay, wenn man für einen guten Zweck Megaphon und Holzhammer verwechselt. Jimmy Eat World covern Guided By Voices ("Game of pricks"), Death Cab For Cutie philosophieren schönstmöglich über die Sterblichkeit ("This temporary life") und Blink 182s "I miss you" im "James Guthrie mix" stört wenigstens nicht weiter.

Mike Doughty, ehemaliger Frontmann von Soul Coughing, bringt mit seiner Akustikgitarre alles auf einen recht simplen Nenner ("I love my country so much, man!"), aber immerhin auch seine Message halbwegs glaubhaft rüber: "I can feel a change is coming on." Wer schon immer mal wissen wollte, wie Ben Kweller klingt, wenn ihm wahlweise eine Laus über die Gitarrensaiten gelaufen ist oder er aber besorgniserregend betrunken ist, erwirbt Dank "Jerry Falwell destroyed earth" neue Erkenntnisse. In knapp anderthalb Minuten rotzt Kweller dermaßen AC/DC-haft und will uns dann noch "I don't wish you harm" weismachen. Sleater-Kinney tragen ihren Standard-"Wir sind dagegen"-Song "Off with your head" (ebenfalls auf "Rock against Bush, Vol. 2" zu finden) bei. Und auch R.E.M.s Michael Stipe erhebt sein blankpoliertes Haupt, "to broadcast my objection."

Conor Oberst klingt mal wieder wie eine Ziege, der man seit einer Woche kein Futter gebracht hat, ernennt sich selbst zum "champion of idiots" und geizt natürlich nicht mit undefinierbarem Charme. Die Long Winters erzählen im großartigen "The commander thinks aloud (Future mix)" die bedeutungsschwangere Geschichte vom chaotischen Ausgang eines Weltraumausfluges. "Date with the night" dokumentiert in Bootlegqualität, wieviel Lärm die Yeah Yeah Yeahs live machen und wieviel Nina-Hagen-Nervigkeit in Karen O steckt. Die Flaming Lips haben leider nur eine flachen Pianoversion von "Yoshimi battles the pink robots" dabei. Da begeistert Clem Snides Eef Barzelay, komplett a cappella, weitaus mehr. Eine wunderbare Optimistenhymne tragen Nada Surf bei ("It's cold, but not that deep / 'Cos your legs grow."), und der große Elliott Smith hat hoffentlich einmal nicht recht, wenn er "My country don't give a fuck" singt. Bitte genau hinhören, überall. Und verinnerlichen.

(Ina Simone Mautz)

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Highlights

  • This temporary life (Death Cab For Cutie)
  • The commander thinks aloud [future mix] (The Long Winters)
  • Your legs grow (Nada Surf)
  • A distorted reality is now a necessity to be free (Elliott Smith)

Tracklist

  1. This will be our year (OK Go)
  2. Ain't got so far to go (David Byrne)
  3. Game of pricks [BBC evening session] (Jimmy Eat World)
  4. This temporary life (Death Cab For Cutie)
  5. I miss you [James Guthrie mix] (Blink-182)
  6. Move on (Mike Doughty)
  7. Jerry Falwell destroyed earth (Ben Kweller)
  8. Off with your head (Sleater-Kinney)
  9. Final straw [MoveOn mix] (R.E.M.)
  10. Going for the gold [live] (Bright Eyes)
  11. The commander thinks aloud [future mix] (The Long Winters)
  12. Money (will.i.am of The Black Eyed Peas)
  13. Tippecanoe and Tyler too (They Might Be Giants)
  14. The ballad of David Icke (Clem Snide)
  15. Date with the night [live] (Yeah Yeah Yeahs)
  16. Everything's ruined [acoustic] (Fountains Of Wayne)
  17. Your legs grow (Nada Surf)
  18. Yoshimi battles the pink robots [live on the BBC] (The Flaming Lips)
  19. Northern line (Old 97's)
  20. Sam Stone (Laura Cantrell)
  21. Day after tomorrow (Tom Waits)
  22. A distorted reality is now a necessity to be free (Elliott Smith)

Gesamtspielzeit: 78:20 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Armin
2005-06-24 13:27:49 Uhr
Hui, das könnte spannend werden:

V.A. Future Soundtrack for America
Einen Vorgeschmack bietet die eigens eingerichtete E-Jukebox. Hierfür bitte folgenden Link anklicken: www.barsuk.com/futuresound
Future Soundtrack for America, eine politische Benefiz-CD ursprünglich nur für den amerikanischen Markt bestimmt, wird nun auch weltweit verfügbar gemacht. Obwohl die Compilation in Nordamerika bereits achtbare Erfolge verzeichnen konnte (sie debütierte auf Platz 56 der Billboard Charts und die Abverkäufe lassen sich immer noch sehen), ist der Kampf noch lange nicht vorbei wie die Liner-Notes nahe legen:
“to make our increasingly messed-up country a better place"
100% der Gewinne, die aus diesem gemeinschaftlichen Projekt von Barsuk Records, MoveOn.org und Music for America erzielt werden, tragen dafür Sorge, dass U.S.-amerikanische progressive Gruppen einbegriffen Common Assets, The Sierra Club u.a. auch weiterhin die notwendige Unterstützung erfahren.
Die Liste der teilnehmenden Bands und Musiker lässt sich sehen. Allesamt steuerten sie exklusive und rare Aufnahmen bei:
Blink 182 – Bright Eyes – David Byrne – Clem Snide – Laura Cantrell – Death Cab for Cutie – Mike Doughty - The Flaming Lips – Fountains of Wayne – Jimmy Eat World – Ben Kweller – The Long Winters – Nada Surf – Old 97’s – OK Go – R.E.M. – Sleater-Kinney – They Might Be Giants – Yeah Yeah Yeahs
Darüberhinaus gibt es noch Stücke zu hören von:
Elliott Smith – Tom Waits – will.i.am



VÖ 25.07.
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