Day At The Fair - The rocking chair years

Day At The Fair- The rocking chair years

Drive-Thru / Sanctuary / Rough Trade
VÖ: 18.07.2005

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Fliegende Händler

Ein Jahrmarkt war vor Hunderten Jahren schon etwas Großartiges. Mit all seinen Teilnehmern aus Nah und Fern gehörte er – wie der Name bereits sagt – zu den gesellschaftlichen Höhepunkten jeder Stadt. Von überall kamen sie her, die fliegenden Händler, um ihre Waren oder ihr Vieh anzupreisen und unter das Volk zu bringen. Laß uns feilschen! Vermutlich noch wichtiger war die kommunikative und gesellige Komponente eines solchen Jahrmarktes. Wein, Weib, Gesang, jede Menge Gaukler und Troubadoure. Volksfeste des Mittelalters quasi.

Heutzutage verhält es sich dahingehend zugegebenermaßen etwas anders. Die meisten der großen Jahrmärkte sind zu einer hochkommerziellen Zusammenrottung von Freßbuden, Bier- und Kirmesständen verkommen. Betreiber von Autoscootern, Achterbahnen und Freefall-Türmen wetteifern um die lauteste und nervenaufreibendste musikalische Präsentation ihrer Fahrgeschäfte zwischen Schlumpfentechno und Ballermann-Hits. Charme und Flair tanzen Niveau-Limbo.

Von daher scheint es eher seltsam, warum Day At The Fair sich gerade diesen Namen ausgesucht haben. "The rocking chair years" hat mit Hektik und billiger Unterhaltung so überhaupt gar nichts zu tun. Ganz im Gegenteil. Was hier gut fünfzig Minuten lang aus den Boxen schallt, ist bestes musikalisches Entertainment auf hohem Niveau. Day At The Fair haben die Ruhe weg und wirken dabei trotzdem noch energiegeladener als viele ihrer Genre-Mates.

Mit produzierender Hilfe von John Naclario und Chris Badami, die auch schon für The Ataris, Matchbook Romance und The Starting Line hinter den Reglern saßen, brachten sie vierzehn Songs auf eine Platte, von denen kein einziger langweilt. Zugegeben, der Opener "The rocking chair years", halb Intro, halb Song, trägt mit seinen Pianoklängen und Geigengefidel doch arg dick auf. Macht aber nichts, da sich direkt im Anschluß "Coda", "And my name's Dignan, so what?" und "Who you guna believe, me or your lying eyes" vollkommen unpathetisch und unbeschwert mit schmackhaften Hooklines und sympathischer Unbekümmertheit ihren Weg direkt ins Ohr ebnen. "This is why we don't have nice things" und "The lost, the lucky" beginnen gedrosselt, steigern sich im Laufe der je fünf Minuten aber immens. Spannungsgeladen, neugierigmachend, einfach schön. Unwiderstehlich, wie "Eastern homes and western hearts", "The blame anxiety" und "Erasing wilkes" nach vorne rocken. So macht Emo Spaß. Auch heute noch.

(Jochen Gedwien)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen/anhören bei Amazon

Highlights

  • Coda
  • And my name's Dignan, so what?
  • Eastern homes and western hearts
  • The lost, the lucky

Tracklist

  1. The rocking chair years
  2. Coda
  3. And my name's Dignan, so what?
  4. Who you guna believe, me or your lying eyes
  5. This is why we don't have nice things
  6. Eastern homes and western hearts
  7. Pale in comparison
  8. The blame anxiety
  9. The lost, the lucky
  10. Erasing wilkes
  11. Remembering Britt
  12. Darkness washed over the dude
  13. Everything I've ever wanted
  14. Monday morning

Gesamtspielzeit: 51:01 min.

Album/Rezension im Forum kommentieren (auch ohne Anmeldung möglich)

Einmal am Tag per Mail benachrichtigt werden über neue Beiträge in diesem Thread
Dein Name:
Deine Nachricht:
Forums-Thread ausklappen
(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Pelo
2005-09-28 19:11:25 Uhr
Nett.
Daharka
2005-07-26 17:55:59 Uhr
Neue Album ist richtig gut wie schon review gesagt, hat aber ein problem, den song CODA. Der ist so verdammt gut das der Rest dagegen abstinkt, die restsongs sind auch geil aber ich spul irgendwann immer zurück auf Coda weil der song einfach zu gut ist...! sonst aber geiles album, klingt stark nach der so long astoria von ataris (nur anderer sänger)
myvision
2005-07-26 13:19:54 Uhr
Ich meinte auch nur 'Homesick Angels' klingt nach Straylight Run. Die anderen gefallen mir jedoch nicht weniger :).
Joe Black
2005-07-26 13:15:05 Uhr
naja, wie straylight run klingt es grad nicht, dafür isses etwas zu schnell und fröhlich ):

eher wie relient k, hot rod circuit und dergleichen.
myvision
2005-07-26 12:39:02 Uhr
Hab mir eben mal auf deren Purevolume-Seite die 4 älteren Songs runtergeladen. Hab mich dann spontan mal in 'Homesick Angels' verliebt. Erinnert sehr an 'Straylight Run', sehr toll.
Ins Album wird auch reingehört.
Hat es vielleicht schon jemand?
Zum kompletten Thread

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum du diesen Post melden möchtest.

Bestellen bei Amazon

Threads im Plattentests.de-Forum