COC - America's volume dealer

COC- America's volume dealer

Metal-Is / Sanctuary / SPV
VÖ: 23.10.2000

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Southernrockica

"Habt ihr keine Songs, die noch heavier sind?" Mit dieser Frage ihres zukünftigen Plattenlabels war COC klar, daß sie ein neues Zuhause für ihr erstes Album nach vier Jahren Pause gefunden hatten. Der von der alten Firma erhoffte Durchbruch war den Südstaatlern trotz intensiven Tourens und einer Grammy-Nominierung verwehrt geblieben. Statt sich nun aber Trainingsanzüge überzustreifen, blieb die Band aus North Carolina beim seit "Deliverance" (1994) bewährten Rezept: Erdiger Metal, der ohne Spandex und ähnliche Albernheiten auskommt, sowie bluesig angehauchte Melodien mit Ohrwurmcharakter. Beim Tritt in den Arsch trägt das Riffing von Woodroe Weatherman und Pepper Keenan weiterhin Stiefel mit Stahlkappen.

Was 1982 unter dem Namen Corrosion Of Conformity als innovative Melange aus thrashigem Hardcore, metallischen Düstergrooves à la Black Sabbath und politischen Kampfansagen gestartet war, gewann im Laufe der Jahre und über mehrere Umbesetzungen im Line-Up hinweg immer mehr Erdung. Der aus New Orleans stammende Keenan stieg 1988 in die Band ein und brachte eine gehörige Portion Deltablues mit. Während der Aufnahmen zu ihrem '94er Majordebüt wuchs die Unzufriedenheit mit dem damaligen Sänger und man setzte ihn kurzerhand vor die Tür. Dutzende neuer Vokalisten wurden ausprobiert, bis sich Keenan schließlich sowohl ein Herz als auch das Mikro nahm. Bald danach fanden sich Corrosion Of Conformity mit der Single "Albatross" in der Rotation bei MTV wieder. Zum ersten Mal in der Bandgeschichte schafften sie es auch, ein weiteres Album in der selben Besetzung einzuspielen.

Auf "Wiseblood", das sie bei Metallicas "Load"-Tour einem weltweiten Publikum präsentieren konnten, folgt nun "America's volume dealer". Satte Gitarren empfangen den geneigten Hörer. Dieser würde das neue Werk fast schon Southern Rock nennen, wenn ihm nicht immer wieder Metallspäne um die Ohren flögen. "Over me" beißt sich tysonlike ins Ohr. "Congratulations song" kratzt wie Fingernägel auf der Tafel. "Stare too long" hingegen klingt wie Everlast in Leder und Nieten. So könnten Metallica klingen, wenn sie neben dem Kampf gegen Napster und Bombastübungen mit Streichern und Oboen noch Zeit für das hätten, was ihren Namen einst ausmachte.

Keenans Gesang bewegt sich in einem Koordinatensystem zwischen Phil Anselmo, Ricky Warwick und James Hetfield. Trotz der ausgefeilten Arrangements wirkt kein Song konstruiert. Der Blues trägt Drei-Tage-Bart und hält die Luftgitarre fest in der Hand. Mit den Füßen im Sound der Südstaaten und dem Herz bei dem, was sich Anfang der Neunziger noch in Leder kleidete, wirkt "America's volume dealer" sympathisch altmodisch. Trotz einer erkennbaren Reife im Songwriting wirkt die Weisheit aus "13 angels" nach nunmehr 18 Jahren im Business nicht einmal verbittert: "Never die, never getting older." Vielleicht muß man ja wirklich manchmal ein Kindskopf sein, um ordentlich zu rocken.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Over me
  • Stare too long

Tracklist

  1. Over me
  2. Congratulations song
  3. Stare too long
  4. Diablo Blvd.
  5. Doublewide
  6. Zippo
  7. Who's got the fire
  8. Sleeping martyr
  9. Take what you want
  10. 13 angels
  11. Gittin' it on
  12. Rather see you dead
  13. Steady roller (Demo version)

Gesamtspielzeit: 49:51 min.

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