Lene Marlin - Lost in a moment

Lene Marlin- Lost in a moment

Virgin / EMI
VÖ: 04.07.2005

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Whoops now!

Wenn man wie Lene Marlin im nordnorwegischen Tromsö aufwächst, ist man wohl an die Stetigkeit des Wechsels gewöhnt. Von Natur aus. Lene jedoch kann darüber auch hinsichtlich ihrer bisherigen Laufbahn mehr als ein Lied trällern: Mit 17 landete sie mit "Unforgivable sinner" ihren ersten Nummer-1-Hit in der Heimat, und ihr Debütalbum "Playing my game" beglückte 1,8 Millionen Paar Ohren. Doch nach der Logik des Nordens folgt nach dem Sturm oftmals wieder die Ruhe, mitunter auch zwangsläufig. Und so zog sich die Besitzerin der jugendlichen Engelsstimme des jähen Trubels überdrüssig einige Jahre zurück, um erst 2003 mit "Another day" nachzulegen.

Diese in der Auszeit gewonnene Energie scheint ihr zudem soviel Kraft und Kreativität verliehen zu haben, daß sie kaum eineinhalb Jahre später mit "Lost in a moment" ein drittes Album präsentieren kann, das stilistisch in der Mitte zwischen dem locker flockigen Popappeal des Debüts und der melancholischen Tiefe von "Another day" Platz nimmt. Laut eigener Aussage spontan und unbefangen, da ohne Wissen der Plattenfirma, entstanden, bereichert Marlin den Sommer mit einem facettenreichen Stück Popmusik, das trotz der Mitwirkung von Stargate, einem Produzententeam mit Einträgen in den Gehaltslisten von Mariah Carey über Cher zu Mary J. Blidge reichend, wahrhaft unbeschwert wirkt.

Optimistisch mitsummtaugliche Softrocker wie der Opener "My lucky day" oder "Wish I Could" lassen Verwandtschaft zu Avril Lavigne vermuten, "All I can say" dann eher eine solche zur britischen Queen of Kuschelpop namens Dido. "How would it be" und "What If" könnten Melanie C gut stehen und zu deren besseren Songs zählen. Die rührigen Gegenpunkte werden gesetzt von "Hope you're happy" oder "Leave my mind", wenn auch die intime Kargheit des Vorgängers nur bei "When you were around" erreicht wird. Dies schadet aber nur bedingt, da man unter anderem mit dem von entspannten Beats und dezenten Streichern begleiteten "Never to know" als Highlight entschädigt wird. Ausnahmsweise soll "ganz nett" hier mal kein Schimpfwort sein.

(Peter Schiffmann)

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Highlights

  • My lucky day
  • When you were around
  • Never to know

Tracklist

  1. My lucky day
  2. All I can say
  3. How would it be
  4. Hope you're happy
  5. What if
  6. Leave my mind
  7. When you were around
  8. Never to know
  9. Eyes closed
  10. It's true
  11. Wish I could

Gesamtspielzeit: 45:20 min.

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