Tony Iommi with Glenn Hughes - Fused

Tony Iommi with Glenn Hughes- Fused

Sanctuary / Soulfood
VÖ: 11.07.2005

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Nabelschnur

Legende. Ikone. Gott. Dies sind in etwa die Attribute, mit denen Frank Anthony Iommi üblicherweise belegt wird, wenn über sein Schaffen als Gitarrist berichtet wird. Über seine Verdienste bei Black Sabbath zu schreiben, hätte in etwa den Sensationsgrad einer Meldung, derzufolge Wasser naß sei. Solo war seine Karriere hingegen nicht wirklich von Glück geprägt. Ein enttäuschendes Debüt mit nicht sonderlich motivierten Musikerkollegen ("Iommi") sowie eine Sammlung recycleter Studio-Demos, um Bootleggern in die Suppe zu spucken ("The 1996 DEP sessions"), mehr war bislang nicht drin.

"The voice of rock". Jeder Hardrock-Interessierte weiß, daß es sich hier nur um Glenn Hughes handeln kann. Um den Mann, der gemeinsam mit David Coverdale die Mark-III-Phase von Deep Purple veredelte, damals, 1974 bis 1976. Die Älteren werden sich erinnern. Und nachdem die beiden Kumpels neben den erwähnten "DEP sessions" auch die Black-Sabbath-Mogelpackung "Seventh star" fabriziert hatten, dürfen sie nun endlich einmal ein gemeinsames Album unter vollem Namen auf den Markt werfen. Schwere Geburt nennt man so etwas wohl.

Und schwer, bleischwer sogar, sind sie immer noch, die dröhnenden Riffs, mit denen Iommi ein ganzes Genre begründet und Heerscharen von Gitarristen beeinflußt hat. Ob nun "Dopamine", "Grace" oder "The spell" - gegen diese Gitarrenwand, von Bob Marlette brillant auf den Silberling gebannt, ist die Chinesische Mauer ein Kartenhaus. Das alles funktioniert natürlich nur mit einem großartigen Sänger. Und der ist Glenn Hughes ohne Zweifel. Zu "Seventh star"-Zeiten bedenklich abgewrackt, befindet sich Hughes im werweißwievielten Frühling seiner Karriere. Die komplette Bandbreite von düster bis druckvoll ausreizend, drückt er den Songs seinen einzigartigen Stempel auf. Iommi tat gut daran, ihn am Songwriting teilhaben zu lassen.

Selbst Sabbath-Hasser müssen eingestehen, daß "Fused" ein herausragendes Hardrock-Album geworden ist. Die letzten Outputs der Hauptband locker in die Tasche steckend, ist Tony Iommi ein Album ohne jeden Schwachpunkt gelungen. Nach langem Suchen in der Riff-Suppe findet man vielleicht ein kleines Härchen, nämlich das, daß sich manche Songs vom Aufbau her etwas arg ähneln. Aber bei derart hochwertigem Material ist dies wirklich vernachlässigenswert. Nach dem phänomenalen "Mighty rearranger" von Robert Plant ist "Fused" ein weiteres Beispiel dafür, daß ein paar ältere Herren immer noch jede Menge Klasse haben und so manchem Jungspund zeigen, wo der Hammer hängt.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Grace
  • What you're living for
  • The spell

Tracklist

  1. Dopamine
  2. Wasted again
  3. Saviour of the real
  4. Resolution song
  5. Grace
  6. Deep inside a shell
  7. What you're living for
  8. Face your fear
  9. The spell
  10. I go insane

Gesamtspielzeit: 49:27 min.

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