Fury In The Slaughterhouse - Acoustic Grand Cru classé

Fury In The Slaughterhouse- Acoustic Grand Cru classé

SPV
VÖ: 11.07.2005

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Vollmundig

Es war schon die zweite Tour dieser Art, auf der sich die Hannover-Rocker Fury In The Slaughterhouse Ende vergangenen Jahres durch oft bestuhlte Säle und andere geschmackvolle Etablissements schickten. In akustischem Gewand sollten alte Mitsinger und neue Klatscher zu besonders prickelnden Erlebnissen führen. Passend dazu bekam der obligatorische Mitschnitt das augenzwinkernd poshe Etikett "Acoustic Grand Cru classé" verpaßt. Und mindestens die schnieke Verpackung hält das Versprechen.

Wo Fury drauf steht, sind natürlich kaum Überraschungen zu erwarten. Während der erste Silberling mit dem Untertitel "Château Fury" die gut gepflegten Besinnlichkeiten dieses Doppelalbums präsentiert, darf zur zweiten Scheibe - "Furyburger Pilsener" - auf den Tischen getanzt werden. Aber bitte so, daß keine Gläser umfallen. Denn natürlich werden auch hier keine Verstärker aufgerissen oder Synthis ausgequetscht, um eventuelle Beliebigkeiten zu übertünchen. Ganz auf sich allein gestellt müssen die Songs der vielgescholtenen Herren Wingenfelder bei ihrem Heimspiel zeigen, was sie in sich haben. Und das ist dank geschlossener Mannschaftsleistung eine Menge.

Das Doppelalbum steht auf zweiundzwanzig Beinen. Gestandene Größen wie "Dancing in the sunshine of the dark" oder "Trapped today, trapped tomorrow" geben festen Halt, und von seltenen Gästen wie "Rainy April day" hört man ohnehin immer gern. Reaktivierte Altmeister wie "Pure love" oder "Killing fountains" sind immer für den einen oder anderen routinierten Kniff gut, und von den Leihgaben glänzt speziell Neil Youngs "Out on the weekend". "Time to wonder" und "Every generation got its own disease" bereiten sich beispielsweise vorzeitig auf den Trikottausch vor und haben sich dafür schon einmal nackig gemacht. In solchen Momenten, vorwiegend auf der ruhigeren Seite zu finden, straft die Intensität des Vortrags die Spötter Lügen.

Statt achselschweißigem Schweinerock erfreuen subtile Schlenker und gefühlige Harmonien. Dinge also, die sich in den Jahren seit dem Durchbruch ein wenig verloren hatten. Trotzdem werden die einen das Album als konventionell verschreien und die anderen seine Unkompliziertheit genießen. Die einen werden das Pathos suchen, die anderen hingegen Understatement finden. "Acoustic Grand Cru classé" ist kein beliebiges Geschrammel, sondern ein entspannter Hinhörer, der sich um nichts kümmert außer sich selbst. Darauf darf man durchaus auch mal anstoßen.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Every generation got its own disease
  • Trapped today, trapped tomorrow
  • Time to wonder
  • Won't forget these days

Tracklist

  • CD 1
    1. Every generation got its own disease
    2. Afternoon in the cemetery
    3. Bar des boulistes
    4. Candle in your window
    5. Fly, sadness fly
    6. Rainy April day
    7. Killing fountains
    8. Trapped today, trapped tomorrow
    9. Eleonore
    10. Out on the weekend
    11. Down there
    12. Hello and goodbye
    13. Time to wonder
  • CD 2
    1. Cry it out
    2. Dancing in the sunshine of the dark
    3. Around the world in 80 days
    4. Welcome to the other world
    5. Nada es
    6. Pure love
    7. Goodbye so long
    8. When I'm dead and come
    9. Won't forget these days

Gesamtspielzeit: 93:22 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Konsum
2005-07-18 00:24:47 Uhr
*reflexartig verabscheu*
Oliver Ding
2005-07-18 00:02:56 Uhr
Fans werden es lieben. Und wer die Band nicht reflexartig verabscheut, sollte wenigstens mal reinlauschen.
Demon Cleaner
2005-07-17 23:44:34 Uhr
Wow, ist die echt so gut? Sollte ich mir mal zulegen, die Tracklist ist ja schonmal ganz gut, sämtliche Peinlichkeiten wurden ausgeschlossen. Allein "Generation Got Its Own Disease" in einer reduzierten Fassung zu hören, wäre es wert.
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