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Sub7even - Sub7even

Sub7even- Sub7even

BMG
VÖ: 30.10.2000

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Sieben Tage Regenwetter

"I'm just the weatherman, I make the sun and rain and the colourful rainbow" schallt es momentan aus allen Radiosendern der Republik. Das kommt einem irgendwie bekannt vor? Stimmt. Vor einigen Wochen war der Wettermann noch ein Supergirl und statt des Herbeizauberns von Sonne, Regen und anderen meteorologischen Spezialitäten beschränkte sich das Supergirl auf den unbeholfenen Versuch, fliegen zu lernen. Auch der "Weatherman" hat nun alle Eigenschaften eines waschechten Airplay-Hits: eine nette Melodie, entzückende Keyboard-Streicher und einen Text, den man beim ersten Refrain für nett befindet, beim zweiten in sein Gedächtnis aufnimmt und beim dritten Refrain fehlerfrei mitsingen kann.

Zu den neuen Stars am nationalen Alternative Rock-Himmel wird es für die fünf Deutschen dennoch nicht reichen. Die erste Single hat zwar das Potential für eine beachtliche Chartsplazierung, das dazugehörige Album hinkt in punkto Qualität allerdings deutlich hinter dem Reamonn-Debüt hinterher. Dabei wäre es so schön gewesen: Nachdem vier der fünf Mitglieder von Sub7even bislang bereits unter dem Namen Rage firmierten und wie kaum eine andere Band für bodenständigen True Metal aus deutschen Landen standen, denken sie mit ihrem neuen Projekt gar nicht mehr daran, sich auf eine Stilrichtung festlegen zu lassen. Während "Ease my pain" oder das besagte "Weatherman" bei Musiksendern jedweder Art auf offene Ohren stoßen werden, kämpfen auf dem Rest des Albums moderne Grunge-Elemente gegen harte Riffs an, die tief im Achtziger-Jahre-Metal verwurzelt sind. Dazu gesellen sich dezent eingestreute Samples und die wandlungsfähige Stimme von Daniel Wirtz, die unweigerlich an Vivid-Frontmann Thomas Hanreich denken läßt. Leider machen interessante und edle Zutaten quer durch den Gemüsegarten noch lange kein wirklich schmackhaftes Mahl. Manche Balladen wirken überzuckert, vielen Up-Tempo-Stücke fehlt der nötige Biß und die Arrangements klingen mitunter nach einem unentschlossenen Fertiggericht.

Mangelnde Eigenständigkeit kann man Sub7even immerhin im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Rockbands nicht vorwerfen, denn dafür decken sie zu viele Stilrichtungen gleichzeitig ab. Doch unter dem Strich bleiben leider nicht mehr als ein sehr guter und eine Handvoll netter Songs. Der Fankreis von Rage wird ohnehin nur den Kopf schütteln, während der Großteil der Zielgruppe, die "Supergirl" noch im Ohr hat und nach der Bekanntschaft mit dem "Weatherman" in den Plattenladen eilt, wegen der Metal-Riffs das Album nach kurzem Anspielen ohnehin schnellstens ins Regal zurückstellen und zur Single-Abteilung eilen wird. Unter diesen Gesichtspunkten erscheint die Zahlenspielerei im Bandnamen (die spätestens seit 5ive auch nicht mehr neu ist) plötzlich überaus logisch. Denn "Sub7even" könnte ebenso für die Halbwertszeit der Songs in Tagen stehen wie auch für die Bewertung, die dem Album an dieser Stelle widerfahren wird. Denn ein "Weatherman" macht noch lange keinen Sommer und so darf mit Recht vermutet werden, daß die Hähne nach Sub7even nur kurz krähen werden und auch Jörg Kachelmann die Wettermänner wohl niemals in seine Gebete mit einschließen wird.

(Armin Linder)

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Highlights

  • Weatherman
  • Maybe

Tracklist

  1. Alive
  2. So why
  3. Weatherman
  4. Wicked
  5. Too late
  6. Ease my pain
  7. Be my B.
  8. Listen to your soul
  9. In my dreams
  10. Wake me up
  11. Maybe
  12. Falling
  13. Never ever

Gesamtspielzeit: 52:41 min.

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