[Ingenting] - Ingenting duger

[Ingenting]- Ingenting duger

Labrador / Al!ve
VÖ: 23.05.2005

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Nichts von Bedeutung

"Ingenting" - das heißt "nichts". Ungefähr so viel versteht man auch von den Texten auf dem Debüt-Album des 2003 in Stockholm gegründeten Quintetts. Alles in Schwedisch. Selbst mit akzeptablen Grundkenntnissen jener skandinavischen Sprache hat der Versuch, einzelne Zeilen zu übersetzen, etwas von dem aussichtslosen Vorhaben, chinesische Schriftzeichen auf Anhieb korrekt zu deuten. Sänger Mattias Bergqvist nuschelt formvollendet. Gehört sich ja auch irgendwie für Indiepop von dort, und um ehrlich zu sein: Das stört kein bißchen. Was zählt, ist die Musik, und die ist außerordentlich hübsch. Wer als erste schwedischsingende Gruppe von Label-Goldhündchen Labrador einen liebevollen Nasenstupser und dazu auch noch gleich einen Plattenvertrag bekommt, darf sich den Luxus des Nuschelns gerne leisten.

Außerirdisch anmutendes Elektronikgeplänkel mündet in kuschelweiche Gitarren, die zwischen der schlurfenden Zufriedenheit eines Stadtstreichers und der natürlichen Grazie einer Dorfschönheit alternieren - der Titeltrack "Ingenting duger" bietet gleich zu Anfang ein fünfminütiges Resümee dessen, was den Hörer in der kommenden Dreiviertelstunde erwartet: Wohlfühl-Pop und Melodisch-Hymnisches, das durchaus zum Meditieren geeignet wäre ("Vakats olidliga lätthet") und nicht selten in seiner schwebenden Epik an Spiritualized oder Sigur Rós erinnert. "Här kommer solen" heißt ganz bestimmt "Here comes the sun". Handclaps, Spieluhrgeperle, Akustikgitarre, sowie die Leichtigkeit einer gemeinsamen Jam-Session von Travis und Edson sollten als verifizierende Übersetzungshilfen genügen.

[Ingenting] können aber auch anders. Nämlich so klingen, als hätten sie eine bierselige Backstage-Zusammenkunft mal eben schnell für einen kurzen Ausflug auf die Bühne unterbrochen: "Mamma, jag har gjort så mycket som du inte vill veta om" beginnt mit rumpelndem Getöse aller verfügbaren Instrumente. Ungehobelte Gitarren setzen ein, und die netten Jungs tun so, als wären sie Mando Diao. Man nimmt ihnen das sogar ab! Auf wunderbar duftenden Blumenwiesen-Indiepop ("En bättre dag") folgen drei ineinander übergehende Stücke, bei denen das Spiel mit Sounds, Effekten und Atmosphäre die Zügel in den Händen hält und bedauerlicherweise für einen kurzen Moment den Hörgenuß fast aus dem Sattel wirft. Glücklicherweise kommt Pferdeflüsterin "Julia" im Kostüm eines unvermeidlichen Ohrwurm-Hits zu Hilfe. Keine Ahnung, was dem Gaul da erzählt wird, aber es klingt gut. Und zeigt, wie schön es sein kann, kein Wort zu verstehen.

(Ina Simone Mautz)

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Highlights

  • Här kommer solen
  • En bättre dag
  • Julia

Tracklist

  1. Ingenting duger
  2. Här kommer solen
  3. Mamma, jag har gjort så mycket som du inte vill veta om
  4. En bättre dag
  5. 021218
  6. Alla har glömt
  7. Varats olidliga lätthet
  8. Gråt inte älskling
  9. Julia
  10. Rehabilitering
  11. #11
  12. De svåraste orden

Gesamtspielzeit: 46:10 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
noplace
2009-12-01 19:54:03 Uhr
meinungen zu "tomhet, idel tomhet"?
punkdrømmer?
2009-09-29 08:48:06 Uhr
punkdrömmar! der rest ist mau.
Punkdrömmer!
2008-03-31 22:57:27 Uhr
Punkdrömmer!
smörre
2006-10-29 18:46:03 Uhr
Im Januar erscheint mit "Viel Lärm um nichts" das nächste Album dieser Band. Und es ist toll geworden! Teilweise bedrückend intensiv, dann wieder herumtollend und lebensbejahend. Ein nettes Werk Popmusik - nicht essenziell, aber durchaus lohnend. "Mycket Väsen För Ingenting"
bbbb
2005-10-24 14:28:37 Uhr
welche knalltüte votet eigentlich permanent gegen diese großartige platte??? ein durchschnitt von 3 ist für eine breite meinung doch etwas unrealistisch. da wird wohl irgendein verstörter schweden-hasser am werk sein, dem der ganze skandinavian-hype auf die eier geht.
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