Scumbucket - Finistra

Scumbucket- Finistra

Nois-O-Lution / Eastwest
VÖ: 23.10.2000

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Swinging Indies

Man stelle sich folgende Situation vor: Durch eine völlig unerwartete Anomalie im Raum-Zeit-Gefüge werden die Herren Phil Spector, Paul McCartney und Ray Davies, die gerade noch noch 1966 in irgendwelchen Studios in Swinging London standen, auf eine Bühne des Jahres 1989 versetzt, auf der gerade eine Jamsession von Dinosaur Jr., Sonic Youth und den Pixies im Gange ist. Während Phil wegen des heftigen Feedbacks erst einmal den Kopf einzieht, beginnt Paul bereits fett zu grinsen und Ray stürzt sich auf die nächste Gitarre. Langsam finden sich die Musiker zusammen und lärmen, was das Zeug hält, ohne natürlich ihr Händchen für perfekte Harmoniegesänge zu vergessen.

Schnitt. Eine solche Vorstellung erscheint zunächst völlig abwegig. Ob aber Kurt Ebelhäuser (Blackmail), der bei seinem Nebenprojekt nicht nur für ruppige Gitarrenbretter, sondern auch für Gesang und Harmonie zuständig ist, einmal von einer solchen Jamsession geträumt hat, ist nicht überliefert. Dennoch werden sich jegliche Zweifel daran schleunigst in Luft auflösen, wenn man sich einmal auf "Finistra", den jüngsten Sproß der Koblenzer Schule, einläßt. Stattdessen tun sich andere Fragen auf: Wo zur Hölle holt der nur diese himmlischen Melodien her? Seit wann covern die Foo Fighters die Hollies? Warum denkt man bei den Riffs immer zuerst an Camden und Liverpool und dann plötzlich an Seattle und Boston?

Der Verstärker bratzt uns die logische Antwort entgegen. Es ist nämlich völlig egal, woher der Ohrwurm kommt und wessen Riff uns gerade fröhlich pfeifend in den Magen tritt. Melancholische Gesänge und morbide Stimmungen lullen uns ein und verkünden Geschichten von feuchtgeweinten Kopfkissen. Das Bubblegum schmeckt zartbitter. Trotzdem reiht sich Hit an Hit und wartet nur darauf, in den Gehörgängen Hausbesetzer spielen zu können. Wer mit diesen Melodien nicht warm wird, schwimmt mit vier Fünfteln unterhalb der Wasseroberfläche. Die Lust an der Melodie steht diesem Post-Grunge nämlich hervorragend. Smells like teen beat.

Zum Scumbucket-Interview-Special

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Manzanita star
  • Paranoid skin
  • By the way
  • Luberon

Tracklist

  1. Manzanita star
  2. Admit that she has lost
  3. Paranoid skin
  4. Stiff and smell
  5. Ermiño
  6. By the way
  7. I will pay day by day anyway
  8. Eight
  9. Shapeless man
  10. Busstop
  11. Luberon
  12. Space
  13. Pluramon
  14. Wish below
  15. Rollerwolf

Gesamtspielzeit: 46:05 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
weyll
2011-03-17 19:00:21 Uhr
du bist ein totaler vollidiot! darum.




- diese hilfestellung war gratis! -

zwodrei4
2011-03-17 18:08:52 Uhr
warum muss ich bei dem Begriff scumbucket,
der ja auch eine andere Bedeutung hat, immer an Andrea Jaeger denken?
V. Geisen
2011-03-17 09:47:04 Uhr
Der Drummer von Scumbucket hat ja noch bei einer anderen Band mitgemischt, mehr popmäßig, aber durchaus unterhaltsam. Cd heisst "Tired Of The Scene", die Band heisst lowfield.
faster
2011-01-15 22:44:42 Uhr
ja, solltest du. gehört bei mir zu den alben, die ich nicht oft höre, bei denen ich aber, wenn ich höre, denke: "warum hörst du die eigentlich nicht viel öfter." ;)

war mein erstes scumbucket-album, weil die single "luberon" (und das video erst) mich auf viva2 überzeugt hat. damit begann die liebe zu scumbucket und blackmail. hach!

ist schon ein ziemlich hartes album! dabei aber so melodiös. herrlich. und man kann sich bei fast jedem song so schön vorstellen, wie kurt ihn mit der westerngitarre geschrieben hat. :)
The MACHINA of God
2011-01-15 19:30:21 Uhr
Sollte ich mir mal anhören.
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