Further Seems Forever - Hide nothing

Further Seems Forever- Hide nothing

Sparrow / EMI
VÖ: 23.05.2005

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Aus der Deckung

In den Siebzigern mußte man jungen Menschen manchmal erklären, daß Paul McCartney nicht immer bei den Wings gespielt hatte, sondern daß er zuvor bei einer Band namens The Beatles war. Heute kennt natürlich kein junger Mensch mehr Paul McCartney, heute ist Emo angesagt. Die Mädchen mit den schwarz-weißen Gürteln mit den großen bunten Schnallen schwärmen für Dashboard Confessional, und ihre Freunde mit den Billardkugeln auf dem Oberarm müssen dann zu den Konzerten mitkommen, den Arm ums Mädel legen und versuchen, sehnsuchtsvoll zu gucken. Und jetzt erklär denen mal, daß Schlagerschnulze Chris Carrabba früher mal bei einer richtigen Emo-Kapelle gespielt hat.

Womit wir bei Further Seems Forever wären. Die waren ja bereits auf "How to start a fire" auf einen neuen Sänger angewiesen, jetzt haben sie mit Jon Bunch schon wieder einen anderen Frontmann. Für einen derartigen Verschleiß haben Genesis über 30 Jahre gebraucht, Further Seems Forever brauchten ein Zehntel der Zeit. Egal, denn der neue Mann kann auch formvollendet schreien und leiden und erfüllt damit schon das Anforderungsprofil für seinen Job.

Und so kämpft sich Bunch durch zehn Nummern, von denen keine auf Anhieb zünden will, die aber irgendwann doch offene Ohren einrennen. Alles Emo von seiner herzlichsten Seite. Mütter werden unwillkürlich den Drang verspüren, diesem Riesenbaby seine Knuddeldecke zurückzugeben und ihn auf den Arm zu nehmen. Ihre Töchter werden derweil vom tollen Songwriting schwärmen und ihre latent gewaltbereiten Macker noch ein Stückchen näher zu sich heranziehen. Bis der nächste Song anfängt, der sich als überraschend nach vorne gehend erweist.

"Hide nothing" fehlt es schon mal an Eigenständigkeit. Es sind gefällige Songs, die in großen Momenten sogar anrührend sind. Dazwischen klingen Further Seems Forever leider zu austauschbar und uninspiriert. Die Geschlossenheit, die noch die große Stärke des tollen "The moon is down" war, ist längst zur Gleichförmigkeit verkommen. Wenn sich die Band dann doch mal völlig zurücknimmt und das akustische "For all we know" anstimmen, klingen sie endgültig wie Dashbored Confessional. Nur, daß Chris Carrabba dann besser singen kann.

(Lukas Heinser)

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Highlights

  • Hide nothing
  • Lead the way
  • Bleed

Tracklist

  1. Light up ahead
  2. Hide nothing
  3. Already gone
  4. Like someone you know
  5. Make it a part
  6. All rise
  7. Call on the life
  8. Lead the way
  9. Bleed
  10. For all we know

Gesamtspielzeit: 32:29 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Ralph
2007-05-18 18:27:06 Uhr
Gerade zufällig über diese Kritik gestolpert. Die Bewertung geht mir eigentlich ziemlich am Arsch vorbei. Was mich allerdings richtiggehend sauer gestimmt hat war der letzte Satz. Jon Bunch soll schlechter singen als Chris Carraba? Ja, klar. Jon Bunch ist wohl einer der besten Sänger in diesem Genre und hat mit "Building" einen der ganz großen Klassiker des Midwestern-Emo auf dem Kerbholz. Lukas: Das war leider mal voll daneben.
Andy
2005-07-29 10:36:40 Uhr
ich finde die platte saugut.
engholm
2005-06-08 19:30:55 Uhr
Also ich finde die Wertung richtig und den Text super. Über Emo-Klischees kann ich immer wieder lachen.
Sven
2005-06-08 18:13:57 Uhr
Ich hab' mich bei der Lektüre von Lukas' Text ziemlich amüsiert. :-) Obwohl ich die Platte noch nicht kenne.
PeterPan
2005-06-08 14:41:54 Uhr
ich kann die ganze Kritik an dem Album nicht ganz nachvollziehen. Wobei ich zugeben muss, dass ich die ersten Alben eher langweilig finde und somit wohl kein Fan bin. Aber wenn man dieses Album oft hört, brennen sich die schönen Melodien unwiderbringlich ins Hirn. Die Meldien zusammen mit der brillianten Stimme machen die kleinen Schwächen dieses Album mehr als wett!
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