Maria Taylor - 11:11

Maria Taylor- 11:11

Saddle Creek / Indigo
VÖ: 23.05.2005

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Desperate housewife

Wir haben eben mal schnell die Bunte durchgeblättert, um hier in einigen Dingen Klarheit schaffen zu können: Maria Taylor ist die eine von den beiden von Azure Ray, die immer mal und jetzt auch gerade wieder mit Conor Oberst zusammen ist. Orenda Fink hingegen ist die andere von den beiden von Azure Ray, die normalerweise deren tollste Songs schreibt. Sagt man. Und könnte deshalb nun denken: Verdammt, falsche Frau! Oder aber man sieht die Sache mal so: Eine Beziehung mit dem vielleicht größten, vielleicht aber auch schwierigsten Songwriter in ganz Amerika müßte doch ziemlich inspirierend sein. Die ein oder andere interessante Geschichte abwerfen. Und nicht zuletzt ein ziemlicher Ansporn sein. Wir hören das mal nach.

Ob "11:11" nun so heißt, weil einen diese Platte süßlich in den Schlaf säuselt, umsichtig aufweckt, oder es doch einen ganz anderen Grund dafür gibt: Sie ist zumindest schonmal nicht langweiliger als das letzte Azure-Ray-Album "Hold on love", dem ja leider auf halbem Weg die Füße eingeschlafen waren. Allein bleibt Taylor erstaunlich fokussiert, hantiert sehr gekonnt mit kleinen Folksongs und großem Streichergestus, während sie elektronischen Sperenzchen diesmal relativ wenig Spielraum zugesteht. Nur der verhuschte Opener "Leap year" und "One for the shareholder", der selbstbewußteste und einzige tanzbare Song hier, werden noch vom Computer gesteuert. Ansonsten läuft der Autopilot höchstens noch zur Sicherheit mit.

Zur Seite stand ihr aber dafür wieder die versammelte Saddle-Creek-Mannschaft, ist ja Ehrensache. Gretta Cohn (Cursive) spielt auf drei Tracks Cello, Andy LeMaster (Now It's Overhead) half mit Keyboard- und PC-Kenntnissen aus, und Mike Mogis (alle) hat produziert, mitgeschrieben und jedes zweite Instrument eingespielt. Weniger fleißig, aber dafür umso effektiver war übrigens His Oberst, der in "Song beneath the song" nur ein paar Mal "It's not a love song" daherhadern muß, um den berührendsten Moment der ganzen Platte zu setzen. Sowas zeichnet einen MVP aus.

Was aber weder die vielen Helfer, noch die sehr treffend eingefangene Late-at-night-Atmosphäre von "11:11" ausbügeln können: Manchmal stellt sich Taylor hier dann doch allzu schmachtfetzig an. Selten setzt sie dem seligen Gewisper und Geschunkel des Albums mal einen echten Kontrapunkt entgegen. Nie kommt diese Platte richtig aus dem Saft. Und deshalb scheitert sie letztlich am gleichen Schönklang-Syndrom, das schon "Hold on love" befallen hatte. Diesmal ist es nur um so ärgerlicher, weil Taylors Songs eigentlich gut genug gewesen wären, um auch ohne den vielen Süßstoff zu funktionieren.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Leap year
  • Song beneath the song
  • Hitched

Tracklist

  1. Leap year
  2. Song beneath the song
  3. Two of those too
  4. Nature song
  5. Light house
  6. One for the shareholder
  7. Xanax
  8. Birmingham 1982
  9. Speak easy
  10. Hitched

Gesamtspielzeit: 40:53 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
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2009-03-15 18:21:19 Uhr
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Manus
2008-09-19 11:21:04 Uhr
Hat sie jemand gesehen? wo und wie war's??
Manus
2008-07-29 15:49:17 Uhr
Musikexpress und laut.de präsentieren
Manus
2008-07-26 15:01:19 Uhr
Maria Taylor wird zwischen dem 12.09. und 28.09. auf Tour gehen und als Duo, von Andy LeMaster (Now It´s Overhead) begleitet, Lieder ihrer letzten beiden Alben rein akustisch interpretieren.

Als Support der Tourneen konnten wir übrigens Unbunny, unsere Entdeckung des Jahres, unterbringen. Wer Unbunny aka Jarid Del Deo noch nicht kennt, sollte schleunigst seine Songs auf Myspace anhören. Geboten wird lo-fi Indie der in Richtung Mountain Goats, Long Winters und Elliott Smith schielt.


Quelle: 2fortheroad.de
Bär
2008-07-26 00:19:17 Uhr
Scheiße du hast Recht! Also mit allem. Muss ich wohl hingehn.
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