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[LAW] - In my head

[LAW]- In my head

GUN / Supersonic / BMG
VÖ: 30.05.2005

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Sicherungsverwahrung

Schön ist es doch, so eine große Plattensammlung zu bseitzen: Bei Langeweile hat man etwas zum Neusortieren, der Besuch wird von den vielen bunten Scheiben beeindruckt sein, und jede gewollte Atmosphäre kann mit einem gekonnten Griff ins CD-Regal musikalisch unterstrichen werden. Wunderbar! Probleme kann es aber werden, wenn man irgendwann auf die Idee kommt, es den großen Helden im Regal gleich zu tun. Dann sollte die Konzentration nämlich auf den Proberaum verlagert werden, anstatt weiterhin zuhause die Luftgitarre zu den Riffs der Vorbilder zu schrubben. Die vier Jungs von der Duisburger Band [LAW] scheinen genau diesen Fehler zu begehen.

Wie auf ihrem Debutalbum "Life after weekend" von 2002 ist auch auf "In my head" an jeder Stelle der große Fankult zu hören. Beispielsweise hegt die Band große Symphatien für den kernigen amerikanischen Modern-Rock der Post-Grunge-Era. Den mag inzwischen vielleicht kein anderer mehr hören, aber bei [LAW] trifft sich das gut, da Sänger Uli sein Stimmorgan fast genauso pathetisch leiden lassen kann wie seit Creed niemand mehr. Weniger gut ist, daß der Rest der Mannschaft dann aber wohl meistens immer so verzaubert guckt, daß sinnvolle Instrumentenarbeit ausbleibt. Muß ja aber an sich noch nicht schlecht sein. Und außerdem gibt's dafür ja auch den Amplifier. Das Ding kann glücklicherweise jede noch so einfache Gitarrenmelodie in brüllende Monster verwandeln.

Mit etwas Glück wartet dann nach Ausklang der Instrumente auch ein passabler Rocker wie "Whatever you say" auf dem Band. In der Regel rächt sich aber die fehlende Songstrukturnase, und es bleiben nur Dauerballerei und beliebiger, ärgerlich-ernster Rock-Pathos. Oder eben wieder das Zitat: "You should have it all" scheint 1:1 aus dem Foo Fighters-Repertoire übernommen worden zu sein, und das verwegen betitelte "Cumshot" erinnert doch stark an ausufernde Motorpsycho-Stücke, ohne auch nur annähernd an deren Klasse heranzukommen. Nichts Neues also in Duisburg.

Wer das braucht? Vermutlich niemand. In erster Linie sei das Album dennoch den Sammlern ans Herz gelegt. Und zwar am besten denen, die gar nicht mehr so viel Musik hören. Die sollen "In my head" dann zwischen die anderen Scheiben schieben, sich über den größeren Regalinhalt freuen und das Album bitte nie, nie wieder hervorholen.

(Tobias Wallusch)

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Highlights

  • Whatever you say

Tracklist

  1. Whatever you say
  2. Something in my head
  3. You should have it all
  4. Believe
  5. Falling down again
  6. The ordinary
  7. Gotta know
  8. Minx
  9. Punch
  10. Cumshot

Gesamtspielzeit: 43:40 min.

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  • [LAW] (11 Beiträge / Letzter am 02.08.2006 - 00:34 Uhr)