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Modey Lemon - The curious city

Modey Lemon- The curious city

Birdman / Mute / EMI
VÖ: 17.05.2005

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Leichenfledderer

Nun sind wir doch schon tot und Modey Lemon hauen trotzdem immer noch auf uns ein. Ja, das ist jetzt kein schönes Hallo und so, aber es war ja nun mal so im letzten Jahr, daß einem "Thunder + lightning" quasi im Vorbeigehen den Hals umgedreht hat. Garagen-Rock, im Prinzip, aber dann auch wieder nicht, weil diese Platte mit all ihrer schlechten Laune und Negativität kurzerhand anstellte, was sie wollte. Und weil Garagen-Rock selten von Moog-Synthesizern dominiert wird. Aber das ist jetzt eh egal. Der echte Killer ist nämlich erst das neue Album.

Am Beispiel von "The curious city" läßt sich zunächst einmal ganz wunderbar nachvollziehen, was mehr Aufmerksamkeit = mehr Geld = mehr Drogen mit einer Band anstellen kann. Es ist Dilettanten-Prog-Rock, wenn das denn geht, ein pathetischer, völlig überzogener Misthaufen von Musik, der auf seine sehr eigene Art allerdings auch vollkommen großartig ist. Und dann doch wieder nicht. Den Einstieg machen Modey Lemon diesmal jedenfalls mit zwei bebenden Detroit-Rock-City-Rumpelviechern, bevor ihnen dann bei "In another land" das erste Mal die Gitarren überkochen. Ist aber nur der Anfang. Richtig spooky wird diese Platte erst in der Folgezeit. Mit jedem Track ein bißchen mehr.

Blicken wir deshalb ans Ende, wo es am schlimmsten wird. "Trapped rabbits" heißt der letzte Song auf "The curious city". Nicht weniger als ein Monster ist er, mit 16 Minuten langen Zähnen, immer wiederkehrenden Gitarren-Loops, scheinbar beliebigen Gesangsfetzen und Tiefe für drei Tiefgaragen. Bei weitem der größte Moment auf dieser Platte, weil all die (Über-)Ambitionen der zwei Modey-Lemon-Typen hier mal wirklich zu mehr führen, als zu grandios zelebriertem, aber ratlos machendem Overkill-Rock'n'Roll. Wobei mehr Struktur nun auch wieder das letzte wäre, was man dieser Musik wünschen würde. Und der ganze merkwürdige Mittelteil der Platte wahrscheinlich eh nur da ist, um uns fürs große Finale einzulullen. Modey Lemon wollen Dich schließlich toter als tot. Und sie arbeiten weiter daran.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Sleepwalkers
  • Trapped rabbits

Tracklist

  1. Bucket of butterflies
  2. Sleepwalkers
  3. In another land
  4. Mr. Mercedes
  5. Fingers, drains
  6. Red lights
  7. In the cemetery
  8. Mountain mist (The universe comes undone)
  9. Countries
  10. Trapped rabbits

Gesamtspielzeit: 54:20 min.

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  • Modey Lemon (6 Beiträge / Letzter am 05.01.2007 - 14:24 Uhr)

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