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Lambretta - The fight

Lambretta- The fight

UMIS / Universal
VÖ: 29.03.2005

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 4/10

Schwedenhappen

Postboten sind für gemeinhin nette und hilfreiche Menschen. Sie bringen einem Liebesbriefe oder Geburtstagsgeschenke von den Großeltern. Manchmal werden sie von Hunden angegriffen, dann hat man Mitleid und verspricht, den Hund erst beim nächsten Besuch der Zeugen Jehovas wieder aus dem Haus zu lassen. Es gibt aber Tage, an denen haßt man seinen Postboten auch. Der Überbringer ist ja seit jeher Schuld an allem, also auch an der viel zu hohen Telefonrechnung oder der neuen Platte von Lambretta.

Gefährlich orange leuchtend wie die Trikots der holländischen Fußball-Nationalmannschaft liegt dieses Album dann vor einem, und man überlegt, was man damit tun soll. Erstmal erinnert man sich, wer Lambretta eigentlich waren: Diese Schweden, die vor gut drei Jahren mit "Bimbo" einen mittelschweren Hit hatten, dem man sich weder im Mainstream-Musikfernsehen, noch in der Indie-Disco entziehen konnte. Für ein paar Wochen hatte man damals unter der Hinzuziehung von "Lametta" und "Lambrusco" schlechte Witze über den Bandnamen gemacht, dann war Schluß mit lustig. Jetzt sind Lambretta wieder da, mit einem Album, das "The fight" heißt und somit schon wesentlich martialischer daherkommt, als man das von Weihnachtsbaumschmuck oder Rotwein erwarten würde.

Hat man die Platte trotz anfänglicher Ablehnung erstmal in den CD-Player verfrachtet, wird man überrascht feststellen, daß man sich das alles irgendwie viel schlimmer vorgestellt hatte. Klar, die Grenzen zwischen harten Bratzgitarren und poppigen Synthesizern sind immer noch fließend und irgendwie wirkt das alles schon sehr kalkuliert. Neu ist dabei eigentlich auch nichts: "Invisible" klingt beispielsweise, als haben die Schweden einfach eine neue Gesangsspur zu "Bimbo" aufgenommen. Dieses Lied wurde, wie auch "Anything", wieder von Max Martin (of Britney Spears/Backstreet Boys fame) verfaßt und weiß deshalb durch einen fast aggressiven Pop-Appeal zu beindrucken. Komisch, aber wahr.

Natürlich unterscheidet sich "The fight" insgesamt nicht nennenswert vom Debüt, das ja auch schon kein Ausbund an Originalität war. Dennoch kann man sich zumindest Situationen vorstellen, in denen einem einige der Songs Spaß bereiten könnte. Auf Albumlänge macht "The fight" aber wirklich keine rechte Freude mehr, gerade wenn Sängerin Linda Sundblad bei der abschließenden Ballade "Add 9" ihr stimmliches Unvermögen nur allzu deutlich unter Beweis stellt. Dann doch lieber das Gejaule des Hundes, wenn der Postbote vor der Tür steht.

(Lukas Heinser)

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Highlights

  • Chemical
  • Strip

Tracklist

  1. The fight
  2. Chemical
  3. Anything
  4. Invisible
  5. Kill me
  6. Strip
  7. Forgotten
  8. Uniform
  9. Pathetic
  10. Get it right
  11. Catch me if you can
  12. Add 9

Gesamtspielzeit: 40:49 min.

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