The Waterboys - A rock in the weary land

The Waterboys- A rock in the weary land

RCA / BMG
VÖ: 25.09.2000

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Schottenrock mit Überlänge

The Waterboys - Allein dieser Name sorgt bei manchem schon für einen verklärten Blick. "The fishermen's blues" ist auch heute noch eins der ganz wichtigen Alben der späten Achtziger. Mike Scott, der mehr als nur die Seele dieser Band war und ist, hatte jedoch irgendwann genug vom Banddasein und veröffentlichte zwei Soloalben. Wie es der Zufall will, kehrt er nun, da der Erfolg von "Bring 'em all in" und "Still burning" guten Gewissens als nicht existent bezeichnet werden darf, zum alten Namen zurück.

Los geht es mit unheimlichen Klängen. "Let it happen" schwebt düster an uns heran, bevor es so dreckig losrockt, wie es ein gestandener Popmusiker so fertigbringt. "A band was playing endless mindless / It was like a hooligan's lament / It was dumb but it was timeless / I still wonder what it meant" Diese Frage stellt man sich dann aber sofort höchstselbst, als sich der Track langsam auf die Sechs-Minuten-Grenze zubewegt. "And whatever needs to happen / Let it happen, let it be" Songwriting war gestern. Scott läßt die Songs geschehen und wirft gelegentlich ein paar Prisen Jaulgitarre und Schepperdrums hinzu. "A rock in the weary land", das Titelstück, kommt gleich mit über acht Minuten an. Hier beginnt es zwar äußerst anständig, aber die Zeilen "I should be weeping but it only hurts when I yawn" kündigen schlimmste Befürchtungen an. Mittels etlichen Schichten von hart an der Kitschgrenze manövrierenden Gospelchören will Scott uns die Illusion von beseeltem Gesang aufdrängen. Wie einfach es aber geht, das Publikum aufhorchen zu lassen, zeigt das kurz eingestreute "It's all gone". Hier braucht es nicht viel Text und noch viel weniger Instrumentarium. Leider geht dieser Track in der gleichförmigen Soße des restlichen Albums fast unter. Lediglich am Schluß läßt das zwar ebenfalls überlange "Crown" noch einmal gehörig aufhorchen.

Die Ideen, die Scott als Fels in der ansonsten müden Landschaft (was immer uns dieser Titel auch sagen will) verwirklicht, kommen leider viel zu selten auf den Punkt. Für sich genommen, sind zumindest einige der Songs brauchbar. Leider hakt es aber deutlich zu oft im Arrangement. Derart uninspiriert aufgebläht gehen Stücke wie "The charlatan's lament" viel zu schnell auf den Senkel. Ist das wirklich die Band, die uns einst Highlights wie "The whole of the moon" oder den "Glastonbury song" schenkte? Nun, auch wenn Scott selbst mit "Dumbing down the world" scheinbar die Antwort gibt, bleibt dennoch der eine oder andere positive Moment zurück. Warten wir also auf's Frühjahr, denn dann erscheint nämlich das verlorene Material aus den Sessions des "Fisherman's blues"-Albums. Das wird allemal spannender.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • It\'s all gone
  • The wind in the wires

Tracklist

  1. Let it happen
  2. My love is my rock
  3. It's all gone
  4. Is she conscious
  5. We are Jonah
  6. Malediction
  7. Dumbing down the world
  8. His word is not his bond
  9. Night falls on London
  10. The charlatan's lament
  11. The wind in the wires
  12. Crown

Gesamtspielzeit: min.

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