Thomas Dybdahl - Stray dogs

Thomas Dybdahl- Stray dogs

Glitterhouse / Indigo
VÖ: 25.04.2005

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Der beste Freund des Menschen

Männer und ihre Hunde. Meist etwas, das länger als vier Jahre hält. Treue Gesellen, diese Vierbeiner. Stets an ihrer Seite, geben immer den letzten Knochen. Bellen, weil sie nicht beißen wollen. Wollen an der langen Leine gelassen bleiben, weil sie sowieso zurückkommen. Herrchens Gefühlslage: wie ein verirrter Hund, wie ein begossener Pudel. Und irgendwann die Frage: Wer ist Hund, wer ist Mann? Visagenkonvergenz!

Schon beim Vorgängeralbum "...that great october sound" drückte der Norweger Dybdahl ganz kräftig auf die Tränendrüse. Aber was er in "Stray dogs" an emotionalem Tiefgang in seine Musik gezaubert hat, das hinterläßt eine ganz und gar aufgewühlte Seele. Das zweite in Deutschland veröffentlichte Album (in Norwegen sind es deren drei) klingt auf der einen Seite ziemlich dick aufgetragen. Hier noch ein Pianogeklimper, dort noch ein angehauchtes Glockenspiel. Jeder feinste Klang hat seine Berechtigung. Im ausufernden Opener "Rain down on me" wird dies gleich mal auf 6:22 Minuten dokumentiert. Gospelartiges Gejaule auf hohem Niveau, klagende Wehmut mit tiefen Timbre. Es folgt mit "Cecilia" eine Hommage an eine Dame. "Here I am, fleshing bones": Verliebt bis auf den Knochen. Wie dieser Song erst mit einem sanften Gitarrenakkord startet und dann nach den ersten Gesangsspuren plötzlich das Tempo steigert, das treibt einem Tränen in die Augen.

Thomas Dybdahl ist mittlerweile in Skandinavien ein gefeierter Songwriter. Und das im Alter von 24 Jahren. Sogar der norwegische Kronprinz Hakoon samt Mette schwört auf seine Klänge. Die blaublütige Begeisterung rührt vielleicht auch daher, dass Dybdahl nicht in gänzlich abgetretenen musikalischen Pfaden trampelt, sondern sich um musikalische Innovation bemüht. Soul, Slow-Rock und akustische Momente - aber dies alles in einer charmant eigenständigen Mischung. In "Pale green eyes" braucht es eine Minute, ehe nach Xylophongeklimper und Frauengeflüster endlich mal die rote Leine gefunden wird. Das dann aber richtig. Laut, leise, laut. Thomas Dybdahl, der Lautstärkenbezwinger Thomas Dybdahl. Bei "The willow" gibt es den puren Soul, bei "Stay home" die tränenreiche Ballade. Und in "Honey" hustet er gar mitten im Refrain. Wie wunderbar!

Was "Stray dogs" so stark macht, erkennt der passionierte Songwriterhörer spätestens bei "Either way I'm gone": Thomas Dybdahl hat eine wahnsinnig prägnante Stimme. Pluspunkte gibt es zudem für die Variation, mit der Dybdahl einen jeden seiner Songs starten läßt. Gut die Hälfte der Lieder beginnt ohne das bei anderen Songwritern zur Verpflichtung gewordene Gitarrenintro. Stattdessen Pianosprengsel, eine Suche im Labyrinth der Töne, ehe eine Melodie gefunden wird. Wie ein verirrter Hund, der ja am Ende auch immer wieder beim Herrchen vor der Tür steht.

(Sebastian Peters)

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Highlights

  • Cecilia
  • Pale green eyes
  • Honey

Tracklist

  1. Rain down on me
  2. Cecilia
  3. Make a mess of yourself
  4. Pale green eyes
  5. Either way i'm gone
  6. Honey
  7. Rise in shame
  8. Stray dogs
  9. The willow
  10. Stay home
  11. Outro

Gesamtspielzeit: 49:59 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Konsum
2011-04-21 01:22:42 Uhr
Jaja, der Dybdahl. Soll wohl auch was Neues kommen. Mal sehen, bzw. hören.
Entencoat
2011-04-17 14:25:24 Uhr
Jetzt nochmals gehört und nun mindestens eine Platte meiner ewigen Top 10. Auch von mir eine 10/10.
Uh huh him
2007-06-30 13:36:05 Uhr
Stellen Sie sich an dieser Stelle eine digitale Signatur von Uh huh him vor.
Pure_Massacre
2007-06-30 13:30:36 Uhr
....aber fast.
Pure_Massacre
2007-06-30 13:29:51 Uhr
Unterschreibt nicht ;)
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