Tears For Fears - Everybody loves a happy ending

Tears For Fears- Everybody loves a happy ending

Gut / Edel
VÖ: 25.04.2005

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Magical mystery tour

Ein Comeback mit Hindernissen. Eigentlich hätte "Everybody loves a happy ending" schon vor Jahresfrist erscheinen sollen. Doch das erste gemeinsame Studioalbum von Roland Orzabal und Curt Smith seit dem breitwandigen "The seeds of love" von 1989 ließ und ließ auf sich warten. Die Herrschaften von der BMG fanden derlei verspielte Harmoniesucht nicht allzu zufriedenstellend. Möglicherweise vermißten sie die hermetische Kühle der frühen Hitalben "The hurting" und "Songs from the big chair", die bestens ins grassierende Achtziger-Revival gepaßt hätte. Für ein plattes Eigenplagiat waren sich die beiden kunstbeflissenen Briten jedoch erwartungsgemäß zu schade.

Trotzdem scheint der Albumtitel jetzt doch noch wahr zu werden. Um das besungene Happy End Wirklichkeit werden zu lassen, griff der umtriebige Großindie Edel zu. Und da dort Trends nur bedingt eine Rolle spielen, finden Tears For Fears die Inspiration für ihre Rückkehr wie bei ihrer letzten, dezent hippiesken Gemeinschaftsarbeit vor allem in den Sechzigern und Siebzigern. Bei den Beatles, bei Costello, bei Bowie, bei XTC, bei 10CC, bei Pink Floyd, bei den Beach Boys. Dezent exzentrische Harmoniesucht also. Und diese fällt beim gerade mal sechsten Album in 22 Jahren euphorischer als je zuvor. Man freut sich eben über den glücklichen Ausgang. Von was auch immer.

"And all your love will shine on everyone", heißt es schon im durch alle Schubladen hindurch plumpsenden Titelstück. Die Streicher tirilieren, das Mellotron wabert, und der Rhythmus reitet auf einer Woge der Begeisterung. Auch "Closest thing to Heaven" freut sich den einen oder anderen Ast, während der Beat auf und nieder hüpft wie Schulkinder auf einer Wippe. Die zuckerwattigen Melodien schrammen links und rechts an den Grenzen des Kitsches entlang. "Who you are" wechselt zwischen Zuckerguß und Schluckimpfung, "Who killed Tangerine?" wandert über die Abbey Road, und der ergreifende Bonustrack "Out of control" labt sich am Crescendo. Nicht nur das üppige "Secret world" genießt die pure Lust am Leben. Es ist ein grinsbackiger Zirkus da draußen. Voller kleiner Kunststückchen, ausladender Songstrukturen, cleveren Breaks und anderen Attraktionen.

Tears For Fears macht eben in Sachen Pop kaum jemand etwas vor. Immer wieder blitzen brillante Melodien auf, immer wieder dehnen sich die Arrangements in nur beinahe vermutete Richtungen aus, immer wieder denkt man sich, daß Robbie Williams sich hier noch eine ganze Menge abschauen könnte. "Everybody loves a happy ending" hört man fast durchgängig die tiefsinnige Raffinesse an, mit der es konstruiert wurde. Hübsch. Nett. Gemütlich. Und doch manchmal ein wenig zu routiniert. Bei aller erkennbaren Lust an der Tiefe steht zuviel Oberfläche im Weg. Trotz des mitunter aufgefahrenen Orchesters kein Paukenschlag. Aber ein mindestens beachtliches Überlebenszeichen. Alles wird gut.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Everybody loves a happy ending
  • Closest thing to Heaven
  • Who killed Tangerine?
  • Out of control

Tracklist

  1. Everybody loves a happy ending
  2. Closest thing to Heaven
  3. Call me mellow
  4. Size of sorrow
  5. Who killed Tangerine?
  6. Quiet ones
  7. Who you are
  8. The devil
  9. Secret world
  10. Killing with kindness
  11. Ladybird
  12. Last days on Earth
  13. Pullin' a cloud
  14. Out of control

Gesamtspielzeit: 62:38 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Hogi
2010-05-30 12:51:06 Uhr
beide Scheiben sind wirklich sehr gut und haben wenig mit dem Synthie-bzw. Bombastsound früherer Tage gemeinsam. TFF wurden meiner Meinung nach immer besser statt schlechter. Aber da stehe ich wohl ziemlich allein da mit meiner Meinung...
micha
2010-05-30 11:48:20 Uhr
höre zu zeit recht häufig die raoul and the kings of spain...weiß nicht warum die hier von oliver so abgewertet wurde, mir gefällt sie recht gut
Wolfgang
2010-02-17 22:48:13 Uhr
7/10

keine Großtaten wie zu "Big Chair"-Zeiten, aber gut gemachter Pop!
mensch
2010-02-17 22:02:26 Uhr
hoch damit!

eure bewertung aus heutiger sicht?
Dave from Sheffield
2008-06-18 14:45:02 Uhr
ein fantastisches album welches den großtaten der 80er doch eigentlich in nichts nachsteht, das hat beim release aber wohl kaum jemand mitbekommen. 8/10 von mir.
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