Ben Folds - Songs for Silverman

Ben Folds- Songs for Silverman

Epic / Sony BMG
VÖ: 25.04.2005

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Best imitation of myself

Ben Folds ist so etwas wie das schlechtestgehütete Geheimnis im Popbusiness: Obwohl Journalisten und selbst der Schriftsteller Nick Hornby den Wahl-Australier stets über den grünen Klee loben und auch Film- und Fernsehproduzenten gerne auf seine Musik zurückgreifen, ist Folds bei der großen Masse immer noch unbekannt. Dreieinhalb Jahre liegt die Veröffentlichung von "Rockin' the suburbs" inzwischen schon wieder zurück, aber eine Kreativpause sieht anders aus: In der Zwischenzeit veröffentlichte Folds ein Live-Album, drei mehr oder weniger legendäre EPs, produzierte das hochgelobte Comeback-Album "Has been" von William Shatner und tourte kräftig. Nun fand er endlich wieder die Zeit, ein "ganz normales" Studioalbum aufzunehmen - wobei das Wort "normal" im Zusammenhang mit Folds ziemlich unangebracht ist.

Hatte er auf "Rockin' the suburbs" noch sein Talent als Multiinstrumentalist bewiesen, so spielt Folds auf "Songs for Silverman" wieder in gewohnter Dreierformation. Leider, leider sind die beiden anderen nicht Robert Sledge und Darren Jessee wie in alten Ben-Folds-Five-Zeiten. Aber auch Jared Reynolds und Lindsay Jamieson machen ihre Arbeit an Baß und Schlagzeug hervorragend. Sie verleihen der Musik eine deutlich wärmere und dynamischere Stimmung, beinahe wie live. Die Kompositionen gehen nicht mehr so direkt ins Ohr wie auf dem letzten Album. Oder wie der Zahnarzt sagt: zurück zu den Wurzeln.

Einige Songs brauchen ein paar Durchgänge, nicht alles springt einen direkt an wie das theatralisch arrangierte "Jesusland". Wirkte die Vorabsingle "Landed" alleine noch ein wenig mittelmäßig, stellt man im Albumkontext überrascht fest: Sie ist ein Meisterwerk. Wie so vieles andere auch. "Give Judy my notice" ist dem treuen Fan noch von der "Speed graphic"-EP in bester Erinnerung. Deshalb muß man zunächst einmal schlucken, wenn das Lied plötzlich im groovenden Country-Gewand mit "Aahaaaaah"-Chören daherkommt. Folds ist aber nicht nur ein ganz großer Songwriter, sondern auch ein Gerechtigkeitsfanatiker. Es geht ja nicht an, daß sein Sohn Louis das famose "Still fighting it" gewidmet bekam und dessen Zwillingsschwester Gracie leer ausgeht. Deshalb bekommt die Sechsjährige hier gleich ein eigenes Lied: "Gracie" eben. Auch Elliott Smith selig bekommt eine letzte, verspätete Grußkarte ins Jenseits geschickt: "Elliott, man you played some fine guitar / And some dirty basketball / The songs you wrote got me through a lot / Just wanna tell you that / But it's too late."

Folds erfindet seine Musik nicht neu. Das hat er ja auch schon hinter sich, entsprechend schlecht verkaufte sich das elektrolastige Experiment "Fear of pop" 1998 ja auch. Er macht auf "Songs for Silverman" das, was er am Besten kann: Popsongs schreiben, Klavier spielen und dazu singen. Und wenn eine Gitarre dem Song dienlich ist, wird sie eben eingesetzt. Nicht jeder Song muß ein Meisterwerk sein. Unaufgeregt im besten Sinne klingt Folds inzwischen. Fast als habe er das mit dem großen Durchbruch abgehakt und sei bereit, so etwas wie der neue Randy Newman zu werden. Was ja nicht den schlechtesten Posten im Popbusiness bedeutet.

(Lukas Heinser)

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Highlights

  • Jesusland
  • Landed
  • Gracie
  • Late

Tracklist

  1. Bastard
  2. You to thank
  3. Jesusland
  4. Landed
  5. Gracie
  6. Trusted
  7. Give Judy my notice
  8. Late
  9. Sentimental guy
  10. Time
  11. Prison food

Gesamtspielzeit: 43:39 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
jo
2005-06-10 23:18:56 Uhr
feine idee... schade, dass ich das nicht auch sehen konnte :/.
aber ich habe dann doch die "eels" bevorzugt (und das werde ich dann wohl doch nicht wirklich bereuen ;) ).
Ina Simone Mautz
2005-06-10 23:14:27 Uhr
Für alle, die Folds am vergangenen Wochenende live gesehen haben (ich kann Lukas nur zustimmen, der deutschen Sprache fehlen die passenden Worte dafür, es war unglaublich!!!):

***BEN TO THANK***

Liebe Folds-Fans,

was für ein Wochenende! The Man in Berlin, Köln und Bestform. Und weil der Herr Folds sich so nett dafür bedankt hat, dass wir ihm mit unserer Petition gezeigt haben, wie viele Fans er hier hat und er auch tatsächlich einzig und allein aus diesem Grund für zwei Konzerte nach Deutschland gekommen ist (wie er mir persönlich bestätigte!), wollen auch wir jetzt noch einmal DANKE SAGEN.

Und zwar so: Bis MONTAG, d. 20.06.2005, 12 Uhr, könnt Ihr Eure Dankesworte an contact@benfoldssociety.com schicken. Betreff: You To Thank. Bitte gebt außerdem noch Euren Namen, möglicherweise Euren Wohnort (kein Muss), aber vor allem an, wo Ihr Ben am vergangenen Wochenende live gesehen habt.

Ihr könnt z.B. schreiben, wie weit Ihr extra für Ben Folds gereist seid, warum Ihr Euch besonders über einen bestimmten Song gefreut habt und natürlich und vor allem, wie großartig Ihr das Konzert fandet und dass er bald wiederkommen muss (klar!). Alles ist willkommen - Hauptsache, Ihr könnt es in ein paar Sätzen ausdrücken.

Wer ein Foto (und bitte wirklich nur EINS!) beifügen möchte (von Euch und Ben z.B., falls Ihr ihn getroffen habt, oder auch ein besonders gutes Konzertfoto), kann das gerne tun, allerdings sollte das nicht größer als 50KB sein. Es kann auch sein, dass wir nicht alle eingesandten Fotos integrieren können, wenn es zu viele sind.

Zudem sammeln wir die schönsten Sätze aus Konzertberichten über seine Shows in Berlin und Köln. Diese schönsten Sätze werden wir ebenfalls Ben zukommen lassen. Wenn Ihr irgendwo was gelesen habt - her damit!

Ihr könnt sichergehen, dass Euer Beitrag 100%ig bei Ben persönlich ankommt, wir werden die E-Mail an seinen Manager schicken, der sehr nett ist und das auch auf jeden Fall weiterleitet.

An dieser Stelle noch einmal ein riesiges DANKESCHÖN für die reichhaltige Beteiligung an der Petition, IHR habt Ben nach Deutschland geholt! Unsere Aktion ist damit allerdings nicht abgeschlossen – wir erhalten die Petition weiterhin aufrecht.

Cheers

Ina,

Ben Folds Society
saraswati
2005-06-09 19:24:13 Uhr
Das war in der Tat ein Wahnsinns-Konzert. Der Sänger von Clem Snide war lustich. Aber die ca. 2 1/2 Stunden danach waren fast nicht zu überbieten.
Da hat es auch fast nix ausgemacht, dass die Luft in der Live Music Hall wie immer schlecht, schlechter - am SCHLECHTESTEN war. Hat der super Stimmung (den Göttern sei 's gedankt) aber keinen Abbruch getan...
An dieser Stelle: Liebe Grüße an die zwei Hardcore-Fans aus Hamburg, die nach dem Konzert dort noch hinfahren mussten, aufgrund von Berufstätigkeit. Ich hoffe Ihr seid gut angekommen!
Lukas
2005-06-06 22:30:58 Uhr
Der deutschen Sprache fehlen die Worte für diese zwei Hammer-Konzerte am Wochenende. Der absolute Wahnsinn!
Klotho
2005-06-06 11:10:43 Uhr
Tolles Konzert gestern in Köln! Ich hoffe, der gute lässt sich bis zum nächsten Besuch nicht wieder 6 Jahre Zeit. Aber bei dem Spaß, den das Publikum und die drei auf der Bühne hatten, glaub ich, dass Ben schon "bald" wiederkommt.

Clem Snide (bzw. deren Sänger solo) fand ich als Support übrigens äußerst fabelhaft. komischer Kauz.
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