Wolke - Sušenky

Wolke- Sušenky

Tapete / Indigo
VÖ: 29.03.2005

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Rosenklavier

Die zwei Herren in etwas schief sitzenden Jacketts sehen ein wenig wie frisch konfirmierte Musikschüler aus. Klavier, Baß und Drumcomputer plus Gesang. Oliver Minck und Benedikt Filleböck überfrachten ihr Debüt nicht. Ihre Songs leben von übersichtlicher Instrumentierung und augenzwinkernder Harmlosigkeit. Mincks unaufgeregte Stimme schildert alltägliche Befindlichkeiten, und dezente Bontempi-Beats prägen den Groove.

Wolke kümmern sich nicht um Bombast oder unnötige Härte. Mit gepflegtem Weicheiertum süßholzraspelt sich Minck durch Verse wie "Wir wollen nicht ins Ziel / Wir bleiben auf der Strecke." Resignative Romantik und vertrauensvolle Hingebung bestimmen die Formulierung, eine Spur von Schmalz den Vortrag. Daß die Songs durch die etwas lieblosen Rhythmen ein wenig Kraft einbüßen, stört selbstsicheres Schwelgen wie "Kapitän" oder "Auf der Strecke" nicht. Den Kirchentagsflair von "Stazione d'amore" hätte es trotzdem nicht gebraucht. Bei soviel Wohlerzogenheit wünscht man sich fast ein wenig lärmende Leidenschaft.

Und trotzdem glaubt man kaum, was im vielleicht beeindruckendsten Moment von "Sušenky" passiert. Sanft gleiten einmal mehr die Finger über das Klavier, und seltsam vertraute Poesiealbumlyrik erklingt. "Sie hat ein Lächeln, das erinnert mich an längst vergangene Kindheitstage." Plötzlich fällt einem wie Schuppen aus den Haaren, welcher Hairsprayrock-Klassiker sich hinter "Mein süßes Kind" verbirgt. Ob Axl Rose so lange auf sich warten läßt, weil er auf gerade diese Coverversion gerade noch gewartet hat? Man möchte es fast glauben.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Wir sind da
  • Kapitän
  • Mein süßes Kind
  • Auf der Strecke

Tracklist

  1. Wir sind da
  2. Kapitän
  3. Mein süßes Kind
  4. Auf der Strecke
  5. Völlig fremder Ort
  6. Stazione d'amore
  7. Weg ins Nichts
  8. Mein Freund
  9. Wann immer
  10. Slow
  11. Monolog in Stereo

Gesamtspielzeit: 41:48 min.

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