The Lost Patrol Band - The Lost Patrol Band

The Lost Patrol Band- The Lost Patrol Band

Burning Heart / SPV
VÖ: 18.04.2005

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Aus persönlichen Gründen

Ja, richtig, Harald Schmidt sendet wieder. Und als er neulich einen Blick in die Zukunft warf, machte er schonmal praxisnahe Vorschläge für die Kabinettszusammensetzung nach der Fußballweltmeisterschaft 2006 (in Deutschland). Hand und Fuß hatte das natürlich, mit Merkel als Hinterfrau des neuen Kanzlers, Westerwelle im Verteidigungsministerium und Schily als Minister für Staatssicherheit. Bei der Vergabe des Ministeriums für Emotionen müssen wir Schmidt aber dennoch widersprechen. Nicht Grünen-Rotblondine Claudia gehört da rein, sondern Dennis Lyxzén muß eingebürgert werden! Der ist schließlich immer mit dem Herzen bei der Sache. Ganz gleich, ob er nun Konzerte rockt, Marx-Monologe hält oder beides gleichzeitig tut. Und daß er auch für tendenziell unpolitische Politämter eine echte Alternative darstellt, hat er ja eh schon längst bewiesen.

Lyxzén hat schließlich sein Projekt Lost Patrol, beziehungsweise nunmehr seine Lost Patrol Band. Und während bei The (International) Noise Conspiracy für gewöhnlich Revolutionsparolen zur Schweineorgel gedroschen werden, widmet er sich hiermit seit jeher vor allem seinem persönlichen Befinden. Zuletzt führte das zur großartigen Drüber-wegkommen-Platte "Songs about running away", einem beinahe klassischen Songwriter-Album aus Akustikgitarren und Holzbläsern. Aber der Wind hat sich schon wieder gedreht. Bläst Lyxzén und seinen Mitstreitern jetzt frontal ins Gesicht. Und hat ihnen letztlich eine ziemlich aufrechte Power-Pop-Platte abgetrotzt.

Vom Sturm und Drang der Noise Conspiracy ist "The Lost Patrol Band" also rein musikalisch gesehen gar nicht mal soweit entfernt. Lyxzén hält die Zügel etwas lockerer in den Händen, die Orgel malt eher aus als über, und auch die Gitarren entwickeln niemals die volle Dringlichkeit der Hauptband. Die großen Unterschiede liegen aber trotzdem auf der inhaltlichen Ebene. Es geht nicht um alte Männer mit weißen Rauschebärten, sondern selbstverständlich um Frauen. Warum es nicht klappt mit ihnen, wieso es auch nicht ohne geht und ob sie nicht vielleicht mal tanzen wollen. Etwa zu diesem Lied hier.

Die Melancholie von "Songs about running away" also wurde abgeschüttelt und von bierseliger Feierlaune beerbt. Da kann das eher zögerlich schlingernde "Feels like drowning" zu Beginn noch so verzweifelt vorm stummen Telefon hocken. Spätestens mit dem Moneybrother-Gedächtnis-Chor von "Golden times" ist diese Platte zum ersten Mal auf der Tanzfläche. Und da tobt sie sich dann aus. Zum bestens brüllbaren Refrain von "Hanging on". Oder über den clever eingefädelten Gitarren aus "Pick me up". So gesehen also ein Zuckerschlecken. Dann wiederum aber auch die flachste, eindimensionalste Platte, an der Lyxzén bis dato beteiligt war. Und nicht nur kurz, sondern auch ausgesprochen kurzlebig. Wollen wir deshalb mal so sagen: Bevor der jetzt seine ganze Energie in zwei Rock'n'roll-Bands steckt, sollte Lyxzén vielleicht wirklich mal über ein politisches Amt nachdenken.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Pick me up
  • Let me in

Tracklist

  1. Feels like drowning
  2. Golden times
  3. Get ready
  4. Hanging on
  5. Pick me up
  6. A girl like you
  7. A dose of you
  8. Let me in
  9. My heart ist still a mess
  10. Can't stand the quiet

Gesamtspielzeit: 29:02 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
myvision
2006-08-23 10:52:20 Uhr
Thread dazu gibts auch schon ;).
Lyxen
2006-08-23 09:02:32 Uhr
Im Herbst kommt ein neues Album "Automatic", ne 7" gibts irgendwie schon aber nur in Schweden.
Mister C
2006-08-23 00:06:41 Uhr
Hi

Hat zufällig jemand den Text zu "My heart is still a mess" ??
Ich suche schon seit einer Ewigkeit danach, werde aber nicht fündig.

Falls ihn jemand haben solle oder wissen sollte, wo ich den Text bekommen könnte, einfach ne e-mail schreiben.
Vielen Dank!
Uh huh him
2005-08-31 19:35:15 Uhr
lol
nicht schlecht
Paul Paul
2005-08-31 19:30:45 Uhr
VISIONS-Redakteur hat wohl wegen der 150. zu viel gefeiert:

Letzte Woche erschien klamm und heimlich das selbstbetitelte Debütalbum der Lost Patrol Band. Wer die (International) Noise Conspiracy schon immer als viel zu marktschreierisch empfand, sollte sich deren Frontmann Dennis Lyxzén in dem famos poppigen Song "Golden Times" anhören. Den MP3-Stream findet ihr hier, das Video dort.
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