James LaBrie - Elements of persuasion
InsideOut / SPV
VÖ: 29.03.2005
Unsere Bewertung: 7/10
Eure Ø-Bewertung: 7/10
Wundertüte
Wer sich die letzten Platten von Dream Theater so anhört, kommt zu einer wesentlichen Erkenntnis: Bei allem Können der fünf Herren fehlt Alben wie "Train of thought" der letzte Kick, das Quentchen, das ein sehr gutes von einem brillanten Werk unterscheidet. Kann es sein, daß sich die Hauptsongwriter Mike Portnoy und John Petrucci ein wenig im Riff-Dschungel verirren? Dabei ist genügend kreatives Potential in der Band vorhanden. Bassist John Myung reüssiert gemeinsam mit ein paar Kumpels von King's X mit The Jelly Jam, und Sänger James LaBrie konnte bei Ayreon den sprichwörtlichen Tellerrand tief absenken.
Seine Kreativität bewies er bis dato nur mit dem Projekt Mullmuzzler, das zwei gute, aber sträflich unbeachtete Alben auf den Markt brachte. Nun, Mullmuzzler sind Geschichte, hier kommt das erste Album, für das Mr. LaBrie mit seinem guten Namen bürgt. Und in bester Traumtheater-Tradition zunächst mal Gas gibt. "Crucify" steht in puncto Härte den letzten Dream-Theater-Werken in nichts nach. Im Unterschied zu diesen kann man hier allerdings die Matte auch ohne Mathe-Studium schütteln. Schnell, knackig, einfach, auf den Punkt gebracht. Rock as rock can, und Breitwand-Sounds en masse.
Wird "Elements of persuasion" etwa in die gleiche Richtung wie "Train of thought" gehen? Wechselt der Sänger nur die Band und spielt ansonsten den gleichen Stiefel? Plötzlich Geplucker. Scratches. Digital verfremdete Gitarren. Und dann ein weiteres starkes Stück Rock. Daß diese Mixtur so grandios funktioniert, war nun wirklich nicht vorauszusehen. Überraschung gelungen, Mr. LaBrie! Und so geht es weiter. Der Kanadier nutzt die Plattform Solo-Album, um sich mal so richtig auszutoben. Und lotet dabei seine komplette stilistische Bandbreite aus. Stampfende Riff-Monster, sanfte, jedoch nie seichte Balladen, ja bisweilen neumetallische Einsprengsel werden dem anerkennend nickenden Hörer geboten. Hinzu kommt natürlich die große Stimme LaBries, die besser als je zuvor klingt.
Wenn dieses Album Schwächen hat, dann sind es nicht die Songs an sich. LaBrie zeigt, daß er ein ebenso hochklassiger Songwriter ist wie seine Kollegen bei Dream Theater. Er schafft es tatsächlich, die unzähligen Einflüsse zu einem stimmigen Ganzen zusammenzufügen. Einzig der Begleitband fehlt - was Wunder! - ein wenig die Virtuosität und der Spielwitz der restlichen Traumtänzer. Dennoch reicht es, "Elements of persuasion" in die Kategorie "empfehlenswert" aufzunehmen, insbesondere für Fans der frühen Dream-Theater-Alben. Vielleicht sollten Mike Portnoy und John Petrucci mal ihren Sänger stärker ins Songwriting einbeziehen. Wer weiß, vielleicht können wir dann irgendwann mal "Awake part 2" erwarten.
Highlights
- Crucify
- Undecided
- Drained
Tracklist
- Crucify
- Alone
- Freak
- Invisible
- Lost
- Undecided
- Smashed
- Pretender
- Slightly out of reach
- Oblivious
- In too deep
- Drained
Gesamtspielzeit: 66:43 min.
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(Neueste fünf Beiträge)
User | Beitrag |
---|---|
MAR |
2005-07-23 04:27:50 Uhr
hör gard das album. schöne stimme, hat der mann. gefälltmir. hörs ja nicht zum ersten mal! is auch ein schönes album. |
Aaron |
2005-04-08 15:11:15 Uhr
Das beste Dream Theater - Album seit "Images & Words"! :DEigentlich völlig unspektakuläres Werk. Klingt von der ersten bis zur letzten Minute wie Dream Theater. Nur eben mit der Leichtigkeit von anno dazumal und ohne nervige Frickeleien. Auch wenn das Album nicht mit den HEUTIGEN Dream Theater vergleichbar ist, so hat es die Messlatte für "Octavarium" meiner Meinung nach doch recht hochgelegt. |
schweizerländer |
2005-04-07 20:09:32 Uhr
ok. das war wohl ein Befehl! dann mal ab... |
Kino |
2005-04-07 19:32:08 Uhr
Ein sehr schönes Album. Das geht schon beim gelungenen Cover los. Es gibt keinen Song, der mir überhaupt nicht gefällt. Aber am besten sind in der Tat die Balladen. Auf jeden Fall ein Pflichtkauf für die Dream Theater - Fans, vor Allem für die, die "Images & Words" für das beste Album der Band halten. |
schweizerländer |
2005-04-07 16:54:07 Uhr
Wie kann man sich das denn vorstellen? |
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Referenzen
Dream Theater; Transatlantic; Mullmuzzler; Rush; Spock's Beard; King's X; Porcupine Tree; Vanden Plas; Chroma Key; OSI; Pain Of Salvation; Ayreon; Frameshift; Fates Warning; Queensrÿche; Savatage; Liquid Tension Experiment; The Flower Kings; Anekdoten; Kaipa; Yes; King Crimson; Enchant; Threshold; Symphony X; Shadow Gallery; Everon; The Cancer Conspiracy; Onesidezero; Oceansize; Megadeth; Metallica; Opeth
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