Commercial Breakup - Global player

Commercial Breakup- Global player

Lado / Zomba
VÖ: 16.10.2000

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Zähneputzen nicht vergessen

Lado vermag immer wieder zu überraschen. Verspricht schon der Pressetext "die bestimmt poppigste Platte auf Ladomat", ist man spätestens nach dem Opener "All I love is green" geplättet. Gitarren sind hier keine zu hören. Kein Wunder, der kommerzielle Zusammenbruch erscheint ja auch auf dem elektrischen Sublabel. Bombast-Pop mit massivem Kitscheinschlag stürzt hier auf den Hörer ein. Die Stimme von Frontfrau Elke schraubt sich in schier unmenschliche Höhen und betört den geneigten Hörern mit säuselnden Botschaften schlichter Belanglosigkeit. Musikalisch wird das alles untermalt von Synthesizern, Synthesizern und noch mehr Synthesizern.

"Unser erstes Projekt in C-Dur Pop", verrät das Label. Poppiger geht es denn auch wirklich nicht mehr: Man frißt sich richtiggehend durch Zuckerberge und versinkt mit einem Lächeln in Melodien, die einem noch Tage später durch den Kopf spuken. Leider hat die unbeschwerte Leichtigkeit jedoch einen hohen Preis: Die Bezeichnung "belanglos" wäre für dieses Album noch verniedlichend. Track um Track wird die Langeweile größer. War am Anfang eine fast kindliche Begeisterung angesichts der Schönheit der Songs zu verspüren, weicht diese mit jedem Hördurchgang. Die Songs haben kaum Substanz und hinter der schönen Fassade kommt triste Eintönigkeit zum Vorschein. Die Haltbarkeit dieses Werkes jenseits der Tanzflächen dieser Republik beträgt kaum eine Woche. Die Kinderstimme von Elke zersetzt nach und nach das Nervenköstum und der Zuckerguß hinterläßt grausame Zahnschmerzen.

Bis zum "Global player" ist es sicher noch ein weiter Weg für die Berliner. Nur talentiert zu sein und ein paar nette Songideen zu haben, reicht eben nicht aus. Zwar findet man immer wieder eine nette Idee und insbesondere das Cover des New-Order-Songs "Bizarre love triangle" darf als gelungen gewertet werden, doch gelingt es insgesamt selten, die elementaren Schwächen im Songwriting zu überdecken. Man sollte sich vielleicht Gedanken machen, ob es wirklich Sinn macht, so verzweifelt einem Sommer-Radiohit hinterherzulaufen und dabei außer Acht zu lassen, daß es mittlerweile Herbst geworden ist.

(Thorsten Thiel)

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Highlights

  • Bizarre love triangle
  • You and I
  • Walking back home

Tracklist

  1. All I love is green
  2. Bizarre love triangle
  3. Walking back home
  4. Little bear
  5. Global player
  6. Arthur wants to live
  7. You and I
  8. Red (Commercial backup)
  9. Suffer the children
  10. Comme toi
  11. Nothing but a lie

Gesamtspielzeit: 43:28 min.

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