Isolation Years - Cover the distance

Isolation Years- Cover the distance

Stickman / Indigo
VÖ: 04.04.2005

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Frühlingsgefühle

"Wir rocken eher nicht." Vor ziemlich genau zwei Jahren, zum Release des Vorgängeralbums "It's golden", hat mir Sänger Jakob Nyström genau dieses Unterscheidungsmerkmal zu Bands wie The International Noise Conspiracy oder Motorpsycho an die Hand gegeben. Beiden sind die Schweden freundschaftlich verbunden und teilen einen Gutteil des der Musik zugrunde liegenden Gedankenguts. Doch was damals eher ein liebäugelnder Wunsch war, erfüllt sich nun auf "Cover the distance" vollkommen: Willkommen zur Flowerpowerfolkycountry-Popshow!

Rock'n'Roll-Reste sind gänzlich der hippieseken Kontemplation gewichen, und süßlichleichte Popsongs sind das Ergebnis. Gute-Laune-Musik, trotz bisweilen schwermütiger Gedanken. Frühlingsgefühle, besungen zur akustischen Gitarre, kommen auch drin vor. Ein Lob des einfachen Landlebens, welches auch den Produktionsprozeß des Albums prägte. Angeblich wurde die Band in der Einöde kaserniert, ohne moderne Kommunikationsmittel und mit nur rudimentärem Luxus (Dusche = Gartenschlauch), zur Ablenkung von der Musik gab es einzig eine Tischtennisplatte. Dem Ergebnis hört man das bei den vielfältigen Folk- und Country-Zitaten eindeutig an.

Der Zwiesprache mit einem wie auch immer gearteten höheren Wesen gibt Nyström wiederum einigen Raum. Manche Textzeile mutet da an wie ein wahrhaftiges Gebet. Dazu paßt die oftmals intime Stimmung, welche die Band darum aufbaut. Ansonsten herrscht aber vor allem eine luftigleichte Atmosphäre. Selbst wenn einmal eine verzerrte Gitarre knarzt, wird diese eingebettet in schwerelose Melodien und hübschen Chorgesang. "Look what I've done" ist ein gutes Beispiel für einen dramaturgisch und kompositorisch perfekten Popsong, den das schwedische Kollektiv kongenial umsetzt. Da ist jeder Instrumentalpart so arrangiert, daß der Zusammenklang eine Ahnung gibt von großer Musikalität. "I want to grow" heißt passenderweise ein weiteres Stück. Dem steht nichts im Wege.

(Joerg Utecht)

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Highlights

  • Nurse hands
  • Look what I've done
  • Moses

Tracklist

  1. Dyslexic
  2. Nurse hands
  3. Look what I've done
  4. I want to grow
  5. Michael
  6. Yellow cross on blue
  7. Seasick
  8. Leaning
  9. You've got me talking
  10. Moses
  11. Sightseeing boat
  12. Cover the distance

Gesamtspielzeit: 43:58 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
virginia
2006-11-06 20:16:50 Uhr
Das neue Album erscheint, soweit es nicht verschoben wird, Ende Januar. Die Aufnahmen für das Album sind schon abgeschlossen.

Dies ist ja mal eine sehr schöne Nachricht.

stativision
2005-06-16 10:24:58 Uhr
bei der "it's golden" ist mir das ziemlich extrem aufgefallen, die ersten drei lieder grandios, danach "nur" noch ok.
rise!
2005-06-16 09:38:45 Uhr
nun, ich finde ja. zumindest hat die erste hälfte die schöneren und eingängigeren melodien. die zweite hälfte ist nicht ganz so "leicht".
stativision
2005-06-16 01:00:08 Uhr
ach, ist bei der auch die erste hälfte bei weitem besser?
rise!
2005-06-15 18:37:46 Uhr
in der tat für mich die schönste pop-platte des jahres bisher. vor allem die erste hälfte kann man fast nicht mehr besser machen.

leider kenn ich ihre alten sachen noch nicht, aber das wird nachgeholt!
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