I Am Kloot - Gods and monsters

I Am Kloot- Gods and monsters

Echo / PIAS / Rough Trade
VÖ: 11.04.2005

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Kopfüber in die Nacht

I Am Kloot waren die richtige Band zum falschen Zeitpunkt. Völlig fahrlässig und unmotiviert wurden sie in die "Quiet is the new loud"-Schublade verfrachtet. Gemeinsam mit solchen Gesellen wie den Kings Of Convenience oder den Turin Brakes, die dort sehr wohl paßten oder die Bewegung gar zu verantworten hatten. Aber auch mit anderen wie Elbow, die dort ebensowenig zu suchen hatten wie I Am Kloot. Zum Glück weiß inzwischen jeder genau um die Art der Qualitäten von I Am Kloot. Ihr falsches Image haben sie hinter sich gelassen, den passenden Sound auch mehr denn je.

Es ist vor allem John Bramwells Stimme, die bis "Gods and monsters" die größte Wandlung zurückgelegt hat. Auf dem Drittwerk der Herren aus Manchester klingt Bramwell präsenter, klarer und charismatischer denn je. Man horche nur den überwältigenden Opener "No direction home": Die hitzigen Gitarren, das unbändige Geschepper und das begehrliche Keyboard könnten den Song eigentlich schon alleine tragen. Aber Harold reißt ihnen die Zügel aus der Hand und in seine Richtung. Von nun an ist Schluß mit lustig, er zeigt, wo es lang geht: immer der Nase nach, immer nach seiner Schnauze. Nichts scheint ihn aufhalten zu können.

Von wegen. Gleich in "Gods and monsters", dem Titelsong, setzt das Straucheln ein. Plötzlich scheint Bramwell nicht mehr Herr der Welt und seiner Sinne. Solche Piano-Fußangeln können eine böse Sache sein. Und der Alkohol scheint auch nicht unentscheidenden Anteil zu haben. Ein geschlagener Mann, ganz plötzlich. Als ob er gemeinsam mit Tom Waits dessen Weinkeller leergesoffen hätte. Oder mit dem dEUS-Lockenwickler in einer Bar unterm Meer eingekehrt wäre und sich in den Algen verheddert hätte. Weiter gibt das greifbare Organ die Richtung vor. Auch wenn die lange nicht mehr klar ist und jeden Moment wechselt.

Nach dem so brillanten wie verstörenden Auftakt nämlich schleudert es das Album ständig aus der Spur. Jenes wird dadurch vielleicht nicht schwächer, aber mindestens schwieriger als seine tollen Vorgänger. Von manchem Song bekommt man nur die Kehrseite zu sehen, andere sind klar und verschwommen zugleich. Ein hochprozentiges Album ist dieses "Gods and monsters". In "Over my shoulder" torkelt Bramwell durch die Nacht, in "An ordinary girl" beginnt sogar die Gitarre zu wanken, "The stars look familiar" findet sein Glück oben am Firmament und unten auf dem Glasboden. Und bis "Dead men's cigarettes" haben endgültig die Sinne ausgesetzt.

Die Götter und Monster führen vorm inneren Auge blutige Kämpfe, und Halluzinationen duellieren mit der benebelten Wirklichkeit. Alles bewegt sich, das Herz gibt den Takt vor. Wump wump wump. "Life may have just come to bury me / But I'm not afraid of what I see", trotzt Bramwell der Angst, jedoch mit zittriger Stimme. Ehe man sich versieht, hat man seinen Arm um Bramwells Schulter gelegt und sich ins Dunkel gestürzt. Komm, Bruder! Irgendwo hier muß das Glück doch lauern. Gleich hinter der nächsten Flasche. Weiter, immer weiter. Und bloß nicht an den Morgen denken.

(Armin Linder)

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Highlights

  • No direction home
  • Gods and monsters
  • Coincidence

Tracklist

  1. No direction home
  2. Gods and monsters
  3. Over my shoulder
  4. An ordinary girl
  5. The stars look familiar
  6. Strange without you
  7. Astray
  8. Hong kong lullaby
  9. Sand and glue
  10. Avenue of hope
  11. Dead men's cigarettes
  12. Coincidence
  13. I believe

Gesamtspielzeit: 39:57 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Armin
2007-12-17 16:21:23 Uhr


Die britischen I AM KLOOT werden nun am 25. März ihr ausgefallenes Konzert
(8. Dezember) im Berliner Postbahnhof nachholen. Bereits gekaufte Tickets
behalten ihre Gültigkeit.

2005 waren die wunderbaren I Am Kloot zuletzt bei uns auf Tour. Damals hatte
die Band ihr drittes Album „Gods And Monsters“ im Gepäck. Nun kommt das Trio
aus Manchester für eine exklusive Show nach Berlin. Am 25. März tritt die
Band um den charismatischen Sänger Johnny Bramwell im Postbahnhof auf und
holt das am 8. Dezember wegen Krankheit ausgefallen Konzert nach. Im Gepäck
hat man neben all den älteren Hits auch einige neue Songs.

Wer eines der Konzerte der I Am Kloot vor drei Jahren besucht hat, wird sich
gerne noch an diese Show erinnern und sich mit mir fragen, warum diese
wunderbare Band immer noch in relativ kleinen Clubs spielen muss, während
weit weniger talentierte Kollegen in Stadien jammern. Sei`s drum, so haben
Fans den direkten Kontakt zum Trio, das ohne Bühnenposing und anderes
Rockstar-Gehabe auskommt.

Vor sechs Jahren gehörte ihr Debütalbum „Natural History“ mit zu DEN Platten
des Jahres 2001 (gemeinsam mit „The Optimist“ der musikalisch verwandten
Turin Brakes). Damals begeisterte die Band aus Manchester mit dem
eigenartigen Namen I Am Kloot aber nicht nur mit grossartigen Songs wie „To
You“ oder „Twist“ (mit der Textzeile: „There`s blood on your legs. I love
you“), sondern auch live. Die Alben Nummer zwei „I Am Kloot“ und drei „Gods
And Monsters“ folgten. Wobei diese beiden Platten der Herren Johnny Bramwell
(Gitarre, Gesang), Peter Jobson (Bass) und Andrew Hargreaves (Schlagzeug),
kaum schwächer als das Debüt waren. Wieder mit grrossartigem Songwriting und
gekonnten Arrangements. Phantastische Gitarren-Pop-Songs mit genau den
richtigen Hooks und Melodien, originielle, kleine Popsongs, für die der
Brite das schöne Wort „sophisticated“ bereithält.

2008 wird das vierte Album mit dem schönen Titel „I Am Kloot Play Moolah
Rouge“ erscheinen. Die Band verkauft beim Berliner exklusiv, bevor die
Platte in die Läden kommt, eine limited edition dieses Werkes!
Mehr Infos zu I Am Kloot unter www.iamkloot.com , www.iamkloot.de und
www.myspace.com/iamkloot




ZITTY PRÄSENTIERT:
I AM KLOOT

Di 25.03.2008
Berlin
Postbahnhof
20 Uhr
VVK: EUR 16,50 + Gebühren

VVK über www.kartenhaus.de oder 01805-969 0000 (14 ct pro
Minute/Mobilfunkpreise können abweichen)


hermit
2005-09-28 15:43:15 Uhr
siehe thread-titel :)
burning butthair
2005-09-28 15:33:33 Uhr
Auf welcher Scheibe ist der Song "over my shoulder"?
Armin
2005-09-28 13:32:35 Uhr
Am Kloot
01.11. Bielefeld – Kamp
02.11. Düsseldorf – Zakk
03.11. Stuttgart – Röhre
21.11. Hamburg – Knust
23.11. Leipzig – Werk II
24.11. Frankfurt – Batschkapp
25.11. Dresden – Star Club
27.11. Berlin – Postbahnhof
28.11. Nürnberg – Hirsch
29.11. Karlsruhe – Stadtmitte
30.11. Saarbrücken – Garage
Booking: Target

DrunkenBond
2005-06-20 12:56:29 Uhr
Gaaaanz wichtig: Weiß jemand, wo man I Am Kloot-T-Shirts bestellen kann?!?

Würde gerne eins mit dem Motiv des Selftitled-Albums haben! Beim Hurricane - letztes, wie dieses Jahr - gab's keins und meine Suche im Internet bei diversen Shops war auch bisher erfolglos...

@ Paul Paul:
Sehr richtig, ein HOCH auf "Kick Up The Fire..." :)
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