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The Wallflowers - Breach

The Wallflowers- Breach

Interscope
VÖ: 09.10.2000

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Von Beruf Sohn

Während Bob Dylan sich mittlerweile im zwölften Jahr seiner "Neverending Tour" befindet und sich selbst und seinem Publikum nach fast 40jähriger Bühnenpräsenz eigentlich nichts mehr beweisen muß, sieht es für seinen Sohn Jakob Dylan und dessen Wallflowers ganz anders aus. Nie war die Erwartungshaltung so hoch. Nach zwei Singlehits "6th avenue heartache" und "One headlight" und dem ebenso erfolgreichen Album ("Bringing down the horse") war es lange ruhig im Wallflowers-Camp.

Ein Songwriter in der Klasse seines Dads war Jakob Dylan ja nie, aber spätestens beim zweiten Durchlauf der neuen Platte "Breach" muß wohl auch der größte Wallflowers-Fan verbittert seine Enttäuschung zugeben. Schnell wird klar, daß sich Dylan noch ein bißchen mehr Zeit hätte nehmen sollen. Noch dazu wurde wohl versucht die deutlichen Mängel im Song-Material auch noch mit viel zu viel Klangeffekten und ähnlichem Studio Schnickschnack auszugleichen. Viele Tracks, die wahrscheinlich schon im voraus langweilig und seicht waren, klingen dadurch auch noch überproduziert, zugekleistert und viel zu glatt.

In guten Momenten erinnert die Musik und vor allem der Gesang an Größen wie Bruce Springsteen und Elvis Costello, welcher auch an einigen Songs beteiligt ist. Potentielle Singlehits sind auf der Platte allerdings trotzdem nicht zu finden. Auch nach mehrmaligen anhören entfalten sich die Songs nicht und irgendwann verliert auch der größte Musikliebhaber die Geduld. Der Opener "Letters from the wasteland" ist, bis der Refrain einsetzt, ganz nett, klingt dann aber leider ganz übel nach Ami-Mainstream Rock à la Hootie & The Blowfish und ähnlichen musikalischen Schwerverbrechern. Musik für den Familiengeländewagen, für das Barbecue im Vorgarten des Fertighauses, für die Tupperparty. Nie war der Begriff "Adult Oriented Rock" treffender. So plätschert leider die komplette Platte durch. Spätestens beim Chorus hat man immer wieder die Lust verloren und aus Langeweile die Skip-Taste gedrückt.

Lustig wird es erst, wenn "Witness", der einzige Song, der halbwegs Dynamik entwickelt und nicht ganz so austauschbar klingt wie der Rest, mit einem Intro beginnt, das fast Note für Note von der "MTV unplugged"-Version von Papis Klassiker "The times they are a-changin'" geklaut wurde. Zufall? Absicht? Ein Insiderwitz? Wie auch immer, Jakob Dylan wird sich nicht nur deswegen die ständigen Vergleiche zu "His Bobness" auch in Zukunft anhören müssen. Wenn man bedenkt, was sein Vater in dem Alter schon geleistet hat, ist Jakob natürlich weit davon entfernt. Er und seine Band sind, wie ihr Name schon sagt, leider immer noch bloß Mauerblümchen und werden das wohl vorerst auch bleiben. Da kauft man doch lieber die Originale: Costello, Springsteen und natürlich Dylan sr.

(Thomas O. Huber)

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Highlights

  • Witness

Tracklist

  1. Letters from the wasteland
  2. Hand me down
  3. Sleepwalker
  4. I've been delivered
  5. Witness
  6. Some flowers bloom dead
  7. Mourning train
  8. Up from under
  9. Murder 101
  10. Birdcage

Gesamtspielzeit: 42:53 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Lukas
2002-12-03 13:06:03 Uhr
Im Vergleich zu "Bringing down the horse" ist "Breach" bis auf wenige Ausnahmen schon eher eine Enttäuschung - wenn auch auf Dauer nicht ein solcher Absturz wie bei den Stereophonics.
Das neue Album kenne ich noch nicht, aber ich mag die Wallflowers schon.
captain kidd
2002-12-03 12:29:47 Uhr
langeweile hat zwei namen:

ryan adams und wallflowers.
alceleniel
2002-12-03 08:53:59 Uhr
Ui.. scheint ja nicht viele zu geben, die die Wallflowers hören. Da will ich mich mal outen ;)

Vom neuen Album bin ich eigentlich noch nicht so überzeugt... es gibt ein paar gute Songs, aber der Rest ist so ein wenig belanglos.
dmb
2002-12-02 12:54:00 Uhr
Ja also ehrlich gesagt war ich schon ein wenig schockiert über diese Kritik zum Album Breach. Sollte ich eigentlich nicht, denn es war ja allgemein bekannt, dass Breach von den Kritikern regelrecht zerreist wurde. Diese site besuche ich nun zum ersten mal und ich muss sagen, ziemlich hart geht man hier mit kritik um (klar gibt es fälle wo man noch nett ist, aber trotzdem relax Guys). Zum Album möchte ich folgendes sagen; es verdient auf jeden fall 7 punkte und mehr weil es wirklich abhebt. Ein eher langweiliges Album haben die Wallflowers mit ihrem Debut vorzuweisen, aber seit Bringing Down The Horse zählen sie mit recht zu den grösseren. Das bestätigen sie im nachhinein dann auch mit ihrem 3. Album Breach. Ein Album, dass sich wohltuend anfühlt im Ohr und bei dem man einfach mal den Tag geniessen kann. Von all denn kritkern treffen es die von Allmusic.com am besten, wenn man sich schon an die reviews halten soll, und so wurde auch die bemerkung gemacht, wie sehr doch Breach von den Kritkern zerissen und in den schatten gestellt wurde. Und was mich da noch stöhrt ist diese ständige und überflüssge Art, jakob mit seinem vater zu vergleichen. Wenn das bei allen so ablaufen würde, brauchen wir ja keine neuen künstler mehr, wir können uns mit dem immer wieder und wieder hören von Papis platten zufrieden geben. Macht das sinn?! Und bei allem Respekt, denn man Bob Dylan schuldig ist, der song One Headlight zeigt wohl, dass sich Jakob Dylan auf dem richtigen Pfad ins Ungewisse bewegt. Klar kommt es nicht immer an die Komplexität des Lieben Herr Vaters heran, aber ich denke Jakob macht nicht musik, um sich mit seinem Vater zu vergleichen, sonder vielmehr weil er auch, wie sein vater, in der Musik etwas gefunden hat, das ihn erfüllt. Bin gespannt was hier zur neuen Wallflowers stehen wird, falls überhaupt...
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