G. Love - The hustle

G. Love- The hustle

Brushfire / Universal
VÖ: 11.04.2005

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Got that swing

Gut zehn Jahre ist es her, daß drei Jungs aus Philadelphia den Blues mit kraftvoll geschrubbten Gitarren und schwungvoll schepperndem Schlagzeug aus dem Schaukelstuhl der Trägheit rissen. G. Love & Special Sauce verbannten dessen depressives Phlegma auf die Hinterterasse und zogen die Vorhänge auf, um endlich wieder Licht ins "house of pain" zu lassen. Jetzt regierten Lieder über Limonade, fette Männer und Basketball. Gerade anfangs fand die furios verquirlte Melange aus gut abgehangenen Bluesriffs, funkig rumpelnden HipHop-Grooves, windschiefen Rap-Einlagen und geschmeidigen Kontrabaßlinien zwar nicht reißenden Absatz, aber eine Menge offene Ohren.

Nach den beiden abgefeierten ersten Scheiben wurde es mit den Jahren stiller um die schelmische HipHop-Blues-Troika. Bei den Versuchen, auf den folgenden Alben den Stilfächer weiter aufzuziehen, verloren sie ihre eigenen Stärken ein wenig aus dem Auge, taumelten in Richtung Belanglosigkeit. Der anfängliche Schwung war streckenweise flöten gegangen, auch die Songs rissen nicht mehr wirklich vom Hocker. Doch jetzt, wo plötzlich keiner mehr mit ihnen rechnet, unter den Fittichen von Jack Johnsons Brushfire-Label, schwingen sie sich wieder zu alter Stärke auf.

Gleich vom ersten Takt an zeigen die drei, daß sie noch haargenau wissen, wo der Groovehammer hängt. Sie haben sich zwar nicht neu erfunden, aber immerhin wiederentdeckt. Luftig, entspannt und enorm gut gelaunt. Beim fälligen Ausmisten haben sie auch gleich die "Special Sauce" aus dem Namen gestrichen. Ein Detail. Weiterhin läßt Jimi "Jazz" Prescott die Baßsaiten schnarren, die Gitarre schrammelt vergnügt, die Mundharmonika zirpt, Drummer Jeffrey "Houseman" Clemens swingt sich in Ekstase, und Gareth Dutton hat wieder Spaß am Rap. Gemeinsam mit einigen hochkarätigen Gästen wie Jack Johnson, Money Mark und dem Ben-Harper-Mitstreiter Jason Yates haben sie einen großen Sack randvoll mit guter Laune gestopft. Ein enorm wirksames Mittel gegen jeden Hauch von Frühjahrsdepressionen. Takt für Takt bahnen sich die Sonnenstrahlen ihren Weg durch die trübgrauen Wolkenberge, und die Leichtigkeit des Seins zieht wieder ein.

Wer die Jungs bis hierhin nicht mochte, wird sich auch von "The hustle" wahrscheinlich keines Besseren belehren lassen. Und doch ist ihnen mit "Astronaut" nach langer Zeit wieder ein veritabler Hit geglückt. Das von Lagerfeuerromantik beseelte, zärtlich gezupfte "Loving" ist ein heißer Kandidat für einen Platz auf dem nächsten Mixtape für die Freundin. Und auch die meisten anderen Songs sind alles andere als von Pappe. Der Kopf nickt vergnügt, der Fuß wippt, die Formkurve zeigt nach oben. Yes, it's that easy.

(Ole Cordsen)

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Highlights

  • Astronaut
  • Give it to you
  • Loving me
  • Fishing song

Tracklist

  1. Astronaut
  2. Don't drop it
  3. Love
  4. Booty call
  5. Give it to you (feat. Jack Johnson)
  6. The hustle
  7. Front porch lounger
  8. Loving me
  9. Waiting
  10. Fishing song
  11. Back of the bus
  12. Two birds
  13. Stone me
  14. Sunshine
  15. Ma mère

Gesamtspielzeit: 49:45 min.

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