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Lifehouse - Lifehouse

Lifehouse- Lifehouse

Geffen / UMIS / Universal
VÖ: 22.03.2005

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Plattenbau

Es kommt hin und wieder vor, daß man sich in heiterer Gesellschaft einiger Musikfreunde befindet und im Laufe des Abends nicht nur Tafelwasser gereicht wird. Eine gute Gelegenheit, um zu überprüfen, wie es unter erschwerten Bedingungen um das Langzeitgedächtnis der Anwesenden steht. Man werfe zu diesem Zweck den Bandnamen "Lifehouse" ein. Probanten, die über eine durchschnittliche Gedächtnisleistung verfügen, werden "Waren das nicht die mit 'Hanging by a moment'?" antworten. Danach werden sie mit der nächsten Runde Alkoholika auch ein paar Weißtdunochs bestellen, denn ganze vier Jahre ist es schon her, daß dieses hübsche Lied in den Stereoanlagen dieser Welt seine Duftmarke hinterließ. Es eskortierte damals das Lifehouse-Debüt "No name face" auf seinem Weg in die Charts und sorgte souverän für Doppelplatin und wohlwollendes Aufhorchen.

2002, kaum ein Jahr später, erschien "Stanley Climbfall" und wirkte eher wie ein ausrangierter Wunderbaum: zackiger, aber ohne Hitgeruch. Für den dritten Longplayer nahm sich die Band aus Los Angeles viel Zeit und einen neuen Produzenten: John Alagia (John Mayer, Liz Phair). In dessen Heimstudio in Easton, Maryland, wurde fleißig aufgenommen, und wenn Jason Wade ein wenig Inspiration für sein Emo-Lamento brauchte, mußte er nur auf den Balkon treten und seinen Blick zur Chesapeake Bay Gassi schicken. Wie, das sieht so aus, als hätte jemand aus der lustigen Runde zu fortgeschrittener Stunde versucht, "Shakespeare" zu schreiben? Das täuscht. Genau wie die Vermutung, die eher für einen Erstling übliche Selbstbetitelung stünde für einen musikalischen Neuanfang.

Alles beim Alten im Lifehouse. Und man kennt darin leider schon jede Fliesenfuge. Wades Stimmbänder fungieren noch immer als Deponie für den zwischen gezügelter Wut und selbstmitleidigem Klagen schwankenden Weltschmerz. Schlichte, "Dawson's Creek"-kompatible Hymnik, die hauptsächlich aus schwelgerischem Gitarrengeplänkel, schleppendem Rhythmus und Streicherbetten schöpft. Spannendes oder gar Überraschendes darf hier nicht erwartet werden. Ebensowenig wie anspruchsvolle Lyrics. Nach diesen fünfzig Minuten und Textzeilen wie "I don't want to live without you / And I don't want to live a lie / We'll never know 'til we try" sollte man vorsichtshalber überprüfen, ob der Phrasendetektor neue Batterien benötigt.

"Come back down" bietet pathetisch seine vermeintlich starke Schulter an ("I'll be there for you / Don't have to be alone with what you're going through"), die erste Single "You and me" ist eine Ballade nach altbekanntem Muster. Dem nettem Streichorchester im harmonisch beinahe innovativen "All in all" würde man sofort Lachshäppchen schmieren, und "Days go by" erweist sich als Durchschnittsstampfer, mit dem es gelingen könnte, als Support von Bon Jovi zu begeistern. Die Hoffnung, im Lifehouse einen "Hanging by a moment"-Nachfolger anzutreffen, erfüllt sich nicht. Sie sind schon in Ordnung und fallen weniger steil ab als die Kollegen von 3 Doors Down, aber ihre Uniformierung wirkt auf Dauer ermüdend. Oder um zu der lustigen Runde zurückzukommen: Die würde sich wahrscheinlich fragen, ob zu viel hochprozentiges Gesöff nicht nur doppeltes Sehen, sondern womöglich auch zwölffaches Hören zur Folge hat.

(Ina Simone Mautz)

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Highlights

  • You and me
  • All in all

Tracklist

  1. Come back down
  2. You and me
  3. Blind
  4. All in all
  5. Better luck next time
  6. Days go by
  7. Into the sun
  8. Undone
  9. We'll never know
  10. Walking away
  11. Chapter one
  12. The end has only begun

Gesamtspielzeit: 50:55 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Saen Kowalski
2019-02-15 20:42:58 Uhr
Play soon in Germany again
Dem mit dem Coolen Namen
2005-10-26 19:17:39 Uhr
Sick Cycle hat mir auch MAL gefallen, hab letztens nach Jahren wieder gehört, mann ist das lahm. hatte das schneller in erinnerung
Armin
2005-10-26 17:58:21 Uhr
Lifehouse
Aktuelles Album: "Lifehouse" - VÖ: 28.10.05

Lifehouse - Einfach So

An einem Moment kann manchmal viel hängen. Lifehouse wussten ein schönes Lied davon zu singen - und durften vermutlich gerade deshalb diesen Moment erleben, der für sie alles veränderte. Den Moment auf der Tour mit Pearl Jam, als sich die Band, die bisher vor allem "für die gespielt hatte, die auf dem Weg zur Toilette waren" (so Drummer Rick Woolstenhulme), plötzlich im Rampenlicht wiederfand. Ihr "Hanging By A Moment" wurde plötzlich von den Radiostationen rauf- und runtergespielt, mauserte sich quer durch alle Formate zum meistgespielten Song des Jahres 2001 und schließlich zum No.1-Hit.

Zwei Alben später hat Songschreiber Jason Wade sein Gespür für unschlagbare Hooks und Melodien keineswegs eingebüßt, auch wenn er nach großen Tourneen mit den Rolling Stones und Iron Maiden zunächst ausgelaugt war und sogar eine Verunsicherung über die Zukunft der Band verspürte "Aber dann habe ich gesagt, dass wir einfach weitermachen sollten. Ich schrieb also wieder und setzte auf das Prinzip Hoffnung." Ein Song wie "We'll Never Know" reflektiert diese Phase. Schließlich wurden aus über 50 Songs die zwölf ausgewählt, die es auf das dritte Album geschafft haben.

"Lifehouse" wurde von John Alagia (John Mayer, Liz Phair u.a.) in dessen Heimstudio in der Nähe der Chesapeake-Bucht arrangiert und produziert. "You And Me", im Ton eher stürmisch als romantisch gehalten, ist einer der wenigen Love-Songs des Albums, während Titel wie "Blind" und "Better Luck", so Wade, "eher auf Konfrontationkurs gehen" und von Wunden erzählen, die selbst die Zeit nicht recht heilen will. Nein, ein Mann für Friede, Freude, Eierkuchen ist er nicht, auch wenn sich Wade neuerdings "wieder ein Fünfzehnjähriger" fühlt, nachdem mit Soderberg ein neuer Bassist zu Lifehouse gestoßen ist. "Wir hängen die ganze Zeit zusammen ab, spielen Basketball, gehen was essen. Alles fühlt sich genau richtig an." Und dieses Vertrauen in persönliche und kreative Instinkte hat auch dem Album gut getan. Wade: "Dieses Album ist so gut, weil wir ihm nicht knallhart aufdrücken, was es sein soll. Es ist einfach nur ein Teil von uns, darum haben wir es auch schl icht "Lifehouse" genannt. All das kam einfach so zustande- scheinbar sind wir am besten, wenn wir das Denken ausschalten." Na ja, nicht ganz vielleicht...
Pure_Massacre
2005-09-28 16:35:14 Uhr
Ich finde die Band ist kontinuierlich schlechter geworden. Einen großen Unterschied zwischen "No name face" und "stanley climball" kann ich auch nicht erkennen.
justlikeyou
2005-09-28 16:29:09 Uhr
Ich unterschreibe deine ersten fünf Zeilen.
Deine Meinung zu "Lifehouse"teile ich allerdings nicht,für mich ist das Album bis auf wenige Ausnahmen einfach nur langweilig.
Zum kompletten Thread

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