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Pitchshifter - Deviant

Pitchshifter- Deviant

MCA / Universal
VÖ: 02.10.2000

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Abweicheier

Hier befindet sich eine Band im Kampf. Runde Eins wurde bereits 1992 eingeläutet, und seit dieser Zeit haben Pitchshifter gelernt, statt mit Fäusten oder Baseballschlägern lieber mit Samples und Parolen um sich zu werfen. Alles im Namen von Wahrheit und Aufrichtigkeit. Im Booklet erklärt der Comic "Pitchshifter and Rat Bastard", daß dieses Album der Weltöffentlichkeit die Ohren öffnen wird. Für diesen Zweck ist ihnen nun wirklich jedes Mittel recht, schließlich kämpft man ja gegen das Böse in Form von billigen Fernsehshows, dem Millenniumswahn und schierer Mittelmäßigkeit. Schon der Titel des Albums ("Deviant") steht denn auch für das Abweichen von der Norm.

Im Ring sind die fünf Abweichler dabei nicht allein. "Johnny was right when he said 'No future'" Man bezieht sich auf große Vorbilder wie die Sex Pistols und die Dead Kennedies. Jello Biafra höchstselbst kommt ihnen in "As seen on TV" sogar zu Hilfe. "Ohne Punk gäbe es Pitchshifter nicht", vermeldet JS Clayden, Sprachrohr und Samplefachmann der Band. Nach Punk klingt auf "Deviant" zwar leider recht wenig, dennoch bratzen die Gitarren aus allen Ritzen, hat doch Dave Jerden (Alice In Chains, Offspring, Jane's Addiction) produziert. Wenn Samples, Breakbeats und Claydens Parolen lautstark plärren, wollen sie die Finger in die Wunde des Bösen in der Welt legen.

Leider scheint der revolutionäre Finger dabei in Samthandschuhen zu stecken. Zu verhalten scheppern die Beats, zu sanft dröhnen die Bässe, zu weich wirken die Gitarren. Was böse und aufrüttelnd sein will, erweckt mittlerweile nur noch ein müdes Lächeln. Platte Sprüche wie "You may be stronger than me / But my time will come", "Everything's fucked again" oder "I'd appreciate it very much / If you just shut the fuck up" zetteln schon lange keinen Aufruhr mehr an. Gut tut es deswegen, wenn man sich die Slogans oder die Gitarrenwände mal verkneift und stattdessen ein wenig mehr am Arrangement feilt. Vielleicht ist deswegen das Instrumental "P.S.I.cological" das Highlight der Platte.

Pitchshifter haben offensichtlich eine Message. Da aber zwischen der gerne brodeln wollenden Aggression und dem ach so wilden Mix aus dem, was mal als Big Beat und Crossover galt, statt Songs nur leere Worte zu finden sind, schalten die Ohren viel zu schnell auf gelangweilt um. Für Skandale und Aufruhr soll "Deviant" sorgen. Ob es aber zu mehr reicht, als in Polen wegen eines Covers vom Markt genommen zu werden, daß den Papst mit der Queen verschmelzen läßt, darf allerdings bezweifelt werden.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Hidden agenda
  • P.S.I.cological

Tracklist

  1. Condescension
  2. Wafer thin
  3. Keep it clean
  4. Forget the facts
  5. Hidden agenda
  6. Scene this
  7. Dead battery
  8. As seen on TV
  9. Everything's fucked
  10. Chump change
  11. Stronger
  12. P.S.I. cological

Gesamtspielzeit: 45:06 min.

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