Beck - Guero

Beck- Guero

Geffen / Universal
VÖ: 21.03.2005

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

¡Que rollo!

Nicht gerade die Schlagzeile, die man über einen seiner Lieblingsmusiker lesen will: Beck Hansen outet sich als Scientology-Mitglied. War es die Aussicht auf gepflegtes Abhängen mit Tom Cruise? Hat Funk-Soul-Brother Isaac Hayes ein paar Musikstunden versprochen? Oder hat der frisch Erhellte tatsächlich das Licht gesehen? Diättips von Glaubensschwester Kirstie Alley können es jedenfalls nicht gewesen sein. Und dennoch: Was jahrelang als offenes Hollywood-Geheimnis verhandelt wurde, ist jetzt amtlich. Und obendrein auch noch ziemlich schlechtes Timing. Das neue Beck-Album erscheint schließlich in diesen Tagen. Nachdem es öfter verschoben wurde als die deutsch-französische Grenze. Ein bißchen konnte einem das die Vorfreude auf "Guero" durchaus verderben.

Fest steht jedenfalls mal: Beck konnte eine starke Schulter wirklich gut gebrauchen, nachdem ihn 2002 erst seine Freundin verlassen hatte und er an den todtraurigen Abschiedsbriefen von "Sea change" beinahe zu Grunde gegangen wäre. Ein erstickter Schrei der Verzweiflung war diese Platte. Und wäre sie ein posthum ausgebuddeltes Nick-Drake-Album gewesen, hätte sich auch niemand darüber beschweren können. Man sagt, Beck habe nicht viel gelacht in dieser Zeit. Heute aber, daran will "Guero" keinen Zweifel lassen, macht ihm die Musik wieder Spaß. Nur, um das zu erreichen, hätte er doch auch wirklich bei The Polyphonic Spree einsteigen können.

Sei es, wie es ist. Abseits aller Glaubensfragen ist "Guero" jedenfalls nach dem strengen "Sea change" wieder mal ein Beck-Album mit schleifenden Zügeln. Nicht nur emotional weniger fokussiert, mit großer Freude an kleinen Details und voller "Nananas", "Lalalals" und verzerrter Gitarren. Die Single "E-Pro" marschiert da mit lausbübischem Augenzwinkern gern vorneweg, aber auch das gnadenlos vollgepackte "Rental cars", der Müllkippen-Blues von "Farewell ride" oder das langsam ausglühende "Scarecrow" geben sich alle Mühe, die wiederentdeckte Vielfältigkeit zu untermauern. Selbst der trockene Computer-Funk von "Midnite vultures" darf mit dem simpel gehaltenen "Black tambourine" nochmal durchscheinen. Und hätte "Missing" nicht diesen Querulanten-Beat mit drin, könnte es sogar ein Überbleibsel der "Sea change"-Sessions sein.

Daß Beck auch noch den Rap zurückbringt und durch den kniffligen Hindernislauf von "Qué onda guero" stottert - nur ein weiteres Post-it auf dem hoffnungslos zugepflasterten Jewel Case seiner siebten Platte. Den spikestragenden Schleichter "Go it alone" hat er übrigens mit Jack White geschrieben, der außerdem so nett war, für besagten Track den Baß einzuspielen. Natürlich. Soviel Drunter und Drüber hatte Beck jedenfalls seit "Odelay" nicht mehr. Und den nötigen Überblick muß man sich eben einmal mehr erkämpfen. Zur Not auch mit Haken und Ösen. Denn selbst wenn "Guero" sicherlich noch den ein oder anderen wirklich frechen Song vertragen hätte: Die mit Abstand schlechteste Headline, die man derzeit über Mr. Hansen schreiben kann, lautet weiterhin "Beck outet sich als Scientology-Mitglied."

(Daniel Gerhardt)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen/anhören bei Amazon

Highlights

  • E-Pro
  • Qué onda guero
  • Rental car

Tracklist

  1. E-Pro
  2. Qué onda guero
  3. Girl
  4. Missing
  5. Black tambourine
  6. Earthquake weather
  7. Hell yes
  8. Broken drum
  9. Scarecrow
  10. Go it alone
  11. Farewell ride
  12. Rental car
  13. Emergency exit
  14. Send a message to her

Gesamtspielzeit: 54:20 min.

Album/Rezension im Forum kommentieren (auch ohne Anmeldung möglich)

Einmal am Tag per Mail benachrichtigt werden über neue Beiträge in diesem Thread
Dein Name:
Deine Nachricht:
Forums-Thread ausklappen
(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Loam Galligulla
2006-10-22 00:05:05 Uhr
Fettes Ding.
marcus
2006-09-07 22:27:18 Uhr
hey hey!

eigentlich müsste ich sie verschenken, da sie für mich kaum einen wert haben. aber 39 euro hat sie mich eben doch gekostet und da wie üblich beim verschenken jede menge leute "hier" schreien werden, die eigentlich auch nur marginal-interesse daran haben...

The MACHINA of God
2006-09-07 19:37:38 Uhr
Kapitalist! :D
Sowas verschenkt man.
marcus
2006-09-07 18:50:13 Uhr
habe die deluxe von guero hier herumstehen. brauche nur das booklet für nen design-job, aber die beiden dvd-scheiben geb ich gerne her.

wer sie haben möchte, möge mir doch bitte einen preis nennen und flux verschick ich sie :)
The MACHINA of God
2006-06-07 14:13:54 Uhr
Ich finde die richtig gut.
Nicht durchweg, aber Dinge wie die ersten 4 Songs, "Earthquake weather" und "Rental Car" sind schon verdammt gut.

7,5/10
Zum kompletten Thread

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum du diesen Post melden möchtest.

Bestellen bei Amazon

Weitere Rezensionen im Plattentests.de-Archiv

Beck - Colors Beck - Colors (2017)

Threads im Plattentests.de-Forum

  • Beck (32 Beiträge / Letzter am 12.08.2009 - 10:44 Uhr)