Monkeeman - Burn to shine

Monkeeman- Burn to shine

Dandyland / Cargo
VÖ: 28.02.2005

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 9/10

Studiomärchen

Es war einmal in Berlin. Im Hochsommer, knallig heiß. Ralf Luebke alias Monkeeman befindet sich auf dem Weg zum Studio. Wie gerne wäre er jetzt in seiner Heimat Wilhelmshaven, wo das Meer tobt, oder bei seiner Ex-Freundin, wo bei dem Gedanken an sie schon sein Herz tobt. Egal. "Auf dem Weg der Besserung", flüsterte sich Ralf immer wieder zu. Gestern Abend hat er seinem Produzenten Patrick Majer, der ja auch Wir Sind Helden produzierte, ein paar seiner Songs vorgespielt. Der war schlichtweg aus dem Häuschen. "Da kann ich noch ein bißchen dran feilen", hatte er gesagt. Aber im Grunde seien das alles schon ziemlich perfekte Sommermelodien. "Komm dann morgen mal wieder." Jetzt ist Monkeeman auf dem Weg zum Patrick, und aber mal echt so was von gespannt.

Er öffnet die Tür zum Tonstudio und sieht, wie Patrick Majer mit einem seligen Grinsen hinter den Studioknöpfen sitzt. "Affengeil! Das ist der Hammer, diese Harmonien", jubelt der und spielt ihm eine zwar ein wenig glatt gebügelte aber dennoch höchst melodienreiche Version von "Universe" vor. "Du mußt erst einmal 'Wasteland' oder 'Life is wonderful' hören", ruft Monkeeman ihm durch die Glastür zu, während er sich im tiefen Sessel genüßlich den Rest seines Albums reinzieht. Das schwermütig getragene "Love is a drug", das hoffnungsschimmernde "The hour is in the trying". Und immer wieder muß er an seine Ex denken.

Bei aller pathetischen Schwermut. So langsam ist auch er selbst von seinem Schaffen überzeugt. Das wunderbare "Sunday" etwa. Eine schnulzige Ballade zwar, aber die Girls wollen das ja nicht anders. "Wie hast du das nur hingekriegt?", fragt sein Produzent ihn und Monkeeman lächelt, weiß er doch, dass er immer dann die besten Melodien schreibt, wenn er Bier getrunken hat. Die Euphorie von "The last ones" mit diesem Abgeh-Refrain soll ihm erst einmal einer nachmachen. Wenn da diese Melancholie nicht wäre. Doch gerade die ist es ja irgendwie auch, die sein Album ausmacht, weiß er. Allesamt greifen einen diese Songs beim Schopf, verfolgen einen den ganzen Tag über. Britische Melodien mit mächtig Popappeal. So hatte er sich das gedacht. So ist das auch geworden.

Da macht es auch nichts, daß man musikalisch in leichteren Gefilden unterwegs ist. "Punkmusik muß nicht sein", hatte Monkeeman gestern abend gesagt. Und daß fremde Leute sich mit seinen Lorbeeren schmücken, mit seinen Fähigkeiten als Studiomusiker wie noch bei Elton John, Bela B. oder den Lemonbabies, das sei jetzt auch vorbei. Der Produzent hatte ihm noch erwidert, dass das schon okay so sei und diese neuen Songs gewiß ein Fall fürs Formatradio wären. "Vielleicht erkennt man bei 'Electricity' doch eine zu große Ähnlichkeit zu Wir Sind Helden", hatte er noch leicht fragend eingewendet. "Was er denn nun jetzt wolle? Ein wenig Kohle oder immer nur Punk auf Pump?", meinte Patrick dann abwehrend. "Am besten irgendwo dazwischen. Indielabel und in den Top 100 der Charts", hatte Monkeeman noch gesagt. Der Rest ist nicht überliefert.

(Sebastian Peters)

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Highlights

  • Wasteland
  • Life is wonderful
  • Sunday

Tracklist

  1. Wasteland
  2. Universe
  3. Am I not a bit like you
  4. Life is wonderful
  5. Stand like a man
  6. The last ones
  7. Helicopter
  8. Sunday
  9. Sad to see you go
  10. Love is a drug
  11. Electricity
  12. Is it getting better
  13. The honour is in the trying

Gesamtspielzeit: 45:06 min.

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