Jennifer Lopez - Rebirth

Jennifer Lopez- Rebirth

Epic / Sony BMG
VÖ: 28.02.2005

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 4/10

Katzenjammer

Hübsches Cover, übrigens. Hat er gut hingekriegt, der Fotograf, mit Objektiv, Blende, Belichtungsdauer und so, um die auf Kätzchen geschminkten Augen ideal zur Geltung kommen zu lassen. Rein technisch gesehen. Ach, ein Motiv ist da auch drauf auf dem Foto? Oh, tatsächlich. Aber mal im Ernst: Das ist doch unwichtig. Wer schert sich schon um irgendwelche Äußerlichkeiten. Ein Hintern ist zum Draufsitzen da, ein Gesicht zur Identifikation, und irgendwelcher Körperbau eh nur eine glückliche oder unglückliche Fügung der Natur. Auf innere Werte kommt es an. So! Deshalb unterdrückt der Bewerter von nun an auch seine Begeisterung für die visuelle Präsentation. Rein technisch gesehen. Und widmet sich dem Album, jau.

"Rebirth" also. Und die Wiedergeburt ist auch dringend nötig, nach dem kommerziellen Totschlag "This is me... then", das mit "Jenny from the block" auf Anhieb gerade mal einen Hit abwarf. Und erst einen Remix featuring Nas brauchte, um mit "I'm gonna be alright" einen zweiten hervorzubringen. Auch "Rebirth" geht zunächst mal in die Binsen. Der Tröte, die da durch die Vorabsingle "Get right" hupt, will man jedenfalls dringend ein Kissen in den Auslauf stopfen. Und die Zeit vorspulen zur geplanten nächsten Single "Hold you down" featuring Fat Joe. Die fängt zwar an wie ein Weihnachtslied und erinnert so ziemlich an jeden smoothen Hit der letzten Jahre von "C U when you get there" (Coolio) bis "My boo" (Usher feat. Alicia Keys), ist aber trotzdem schwer okay. Da werden sie wieder kuscheln, bis das Top durchschwitzt, die solariumgebräunten Discomäuse. Mit ihren Mackern im Baseball-Achselshirt und mit Nelly-Pflaster auf der Backe.

Gut möglich, daß J.Lo bei jener Klientel ansonsten noch mehr Boden an die Ciaras und Jamelias verliert. Fußnote für den ignoranten Rocker: Ciara und Jamelia sind weder Weine noch irgendwelcher anderer Suff, sondern die momentan angesagten oder wenn Ihr das lest auch schon wieder abgesagten R'n'B-Schnicksen. Zurück zu J.Lo: "Cherry pie" und "Still around" grooven sehr ordentlich, aber reichlich altbacken. Durch "I got U" geistert irgendein namenloser Rapper, der auch nichts mehr retten kann. Danach kommt eh fast nur noch Langeweile. Und mit dem breitwandigen Jammer-Chanson "(Can't believe) This is me" auch noch die Bewerbung für die Celine Dion-Nachfolge. Wir tippen jetzt mal die Singles: Also erst "Get right" (mäßig erfolgreich), dann "Hold you down" (sehr), dann "Cherry pie" (nicht mehr so). Und danach muß sicher wieder ein Remix featuring irgendwem her, um wieder was zu reißen. Weil man dann merkt, daß die Platte zwar besser ist als die letzte. Aber immer noch nicht genügend Hits hergibt.

Kurze Zwischenfragen vorm Fazit: Wo ist eigentlich der Latin hin? War doch immer so fein. Und warum muß man immer in schlechte Filme gehen, um Jennifer Lopez im Kino zu sehen? Zum Glück wird "U-Turn - Kein Weg zurück" oft genug auf VOX wiederholt. Ach ja, das Fazit: Aufgeschlossene Leser, die Plattentests.de vornehmlich wegen "Das Beste aus Rock und Independent" aufsuchen, werden diese Platte deutlich weniger brauchen als "Justified". Aber das Cover, in Übergröße zwecks visueller Stimulation. Rein technisch gesehen.

(Armin Linder)

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Highlights

  • Hold you down (featuring Fat Joe)
  • Cherry pie

Tracklist

  1. Get right
  2. Step into my world
  3. Hold you down (featuring Fat Joe)
  4. Whatever you wanna do
  5. Cherry pie
  6. I got U
  7. Still around
  8. Ryde or die
  9. I, love
  10. He'll be back
  11. (Can't believe) This is me
  12. Get right (featuring Fabolous)

Gesamtspielzeit: 48:30 min.

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